Zusammenfassung
- Gerry George und Brian Jones begleiteten ARIN-2023-8. Der Entwurf sollte die maximale IPv4-Zuteilung aus der Warteliste von /22 auf /24 senken und Organisationen mit früherem gewöhnlichem IPv4-Bestand ausschließen.
- Bereits eingereichte Anträge sollten nach den alten Regeln behandelt werden. Nach langer Debatte erhielt Georges letzter Aufruf auf der Policy-Mailingliste zwei matte Antworten; im August 2025 beantragte er die Aufgabe des Entwurfs, der Rat stimmte einstimmig zu.
Gerry George hatte einen guten Einstieg für seinen Auftritt bei ARIN 54 in Toronto. Als Mann aus der Karibik bedankte er sich für den „warmen“ kanadischen Empfang. Dann ging es um eine Warteschlange, bei der niemand über die Wartezeit lachte. Wer von ARIN zurückgegebene IPv4-Adressen erhalten wollte, musste Jahre einplanen. George zeigte eine einfache Möglichkeit, aus derselben Menge mehr Zuteilungen zu machen: höchstens ein /24 pro Organisation statt eines /22.
Er und Brian Jones betreuten den Entwurf ARIN-2023-8. Dazu gehörte ein ganzes Paket: gewöhnliche IPv4-Adressen durfte die Organisation zuvor nicht gehalten haben; sie musste einen Bedarf für ein /24 in einem betriebenen Netz nachweisen; aus der Warteliste erhaltene Adressen sollten 60 Monate lang nur eingeschränkt übertragbar sein, mit einer Ausnahme für Übertragungen nach Abschnitt 8.2 bei Zusammenschlüssen. George hatte den ursprünglichen Vorschlag nicht eingereicht. Er sollte aus dem Vorschlag eine tragfähige öffentliche Regel machen.
An dieser Stelle meldete sich die Vergangenheit. Wer schon unter der /22-Regel einen Antrag gestellt hatte, wartete mit einem anderen Anspruch auf seinen Platz. George berichtete von polarisierten Reaktionen, aber auch von einem gemeinsamen Wunsch: Diese Anträge sollten geschützt werden. Der Text beließ sie deshalb beim alten Verfahren. Für neue Bewerber bedeutete das Geduld trotz Reform. George erklärte, die Schutzklausel könne den tatsächlichen Effekt der kleineren Zuteilung um mehr als zwei Jahre hinausschieben. Eine Folie mit drei Jahren Wartezeit korrigierte er vor Publikum: An diesem Tag war von etwas mehr als zwei Jahren die Rede.
Im Saal traf Zustimmung zum /24-Ziel auf Kritik an komplizierten Voraussetzungen. Ein Teilnehmer wollte lieber einen schlanken neuen Vorschlag. George nannte für Oktober 2024 eine Liste mit 702 Anträgen und ein Rechenbeispiel, nach dem sie bei /24 auf 501 sinken könnte. Der Problemtext vom Juni 2025 sprach weiterhin von ungefähr 700 Einträgen und einer erwarteten Wartezeit von drei Jahren für Neue. Solche Zahlen beschreiben jeweils den damaligen Stand. Sie konnten die Frage nach den alten Tickets nicht beantworten.
In der Sitzung vom 21. August 2025 brachte George eine andere Zahl mit: Auf seinen letzten Beitrag in der Policy-Mailingliste waren zwei wenig begeisterte Antworten gekommen. Eine lange, zeitweise hitzige Diskussion lag bereits hinter dem Entwurf. George sah noch Interesse am Schutz der bisherigen Bewerber, aber keinen ausreichenden Antrieb für den Wechsel von /22 auf /24. Er beantragte, den Entwurf aufzugeben. Jones unterstützte ihn; der Rat stimmte einstimmig. ARIN vermerkte die Aufgabe am 26. August. Der Mann mit dem Plan für kleinere Portionen räumte den Plan selbst vom Tisch.
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