Zusammenfassung

  • FSM Telecom sagte, Kunden in Kosrae, Chuuk, Pohnpei und Yap per Einwahl zu bedienen; die 128-Kbit/s-Sprint-Verbindung führte von Pohnpei nach Stockton in Kalifornien.
  • Im Februar 1997 meldete der Anbieter 280 Kunden, aber keine direkten Anschlüsse; eine dedizierte 64-Kbit/s-Leitung veranschlagte er mit rund 4.625 US-Dollar im Monat.

Reichweite über Inseln, Zugang per Telefon

Der Bericht von 1997 macht den Unterschied zwischen Backbone und Kundenzugang greifbar. Robert H. Blissmer von FSM Telecom beschrieb Windows-NT-Server für Web, E-Mail, DNS und Newsgroups sowie eine 128-Kbit/s-Sprint-Verbindung nach Stockton. Die Kunden kamen jedoch per Telefon-Einwahl ins Netz; direkte Anschlüsse gab es dem Unternehmen zufolge nicht. Eine Aktualisierung vom November 1996 hatte bereits Einwahlkunden in allen vier Staaten – Kosrae, Chuuk, Pohnpei und Yap – genannt und die Sprint-Verbindung zwischen Pohnpei und Stockton verortet. Das ist die Darstellung des Anbieters, keine unabhängige Messung der Qualität auf jeder Insel. Aktualisierung vom November 1996; Status vom Februar 1997.

Eine zeitgenössische Routenmessung ergänzt die Perspektive. Am 4. November 1996 veröffentlichte Olivier MJ Crepin-Leblond ein Traceroute aus Großbritannien zu www.telecom.fm, das in 206.49.89.8 aufgelöst wurde. Achtzehn angezeigte Hops erreichten den Host. Der Weg führte über JA.NET und die Internet Company of Network Providers zu Sprint; zu den letzten Stationen gehörten ein nach Stockton benannter Sprint-Router und ein GSL-Router. Die drei Zielproben dauerten etwa 708 bis 738 Millisekunden. Das belegt, dass dieser Host an jenem Tag von einem britischen Ausgangspunkt antwortete. Die Messung sagt nichts darüber aus, wie eine Einwahl aus Yap, Kosrae oder einem anderen Ort in Mikronesien funktionierte. Traceroute vom 4. November 1996.

Eine am selben Tag aktualisierte Hostliste führte telecom.fm und www.telecom.fm als Namen aus Mikronesien auf. Die Route endete somit an einem erkennbaren Host im Umfeld des Anbieters. Aus einem Hostnamen und einer erfolgreichen Route lässt sich jedoch nicht ableiten, wie viele Menschen das lokale Einwahlsystem tatsächlich nutzen konnten. Aktualisierung der Hostliste.

Zwei Preise, zwei Zugangsmodelle

Laut Blissmer gab es am 25. Februar 1997 insgesamt 280 Kunden. Der Bericht nannte eine Einrichtungsgebühr von 19,95 US-Dollar und ein Monatsentgelt von 19,95 US-Dollar mit fünf enthaltenen Stunden; jede weitere Stunde kostete 1,95 US-Dollar. Für die Bereitstellung einer dedizierten 64-Kbit/s-Leitung veranschlagte er rund 4.625 US-Dollar pro Monat. Diese Zahl war eine Antwort des Anbieters auf eine Kostenfrage. Die Quelle schlüsselt den Betrag nicht auf und sagt nicht, dass ein Kunde genau diesen Preis zahlte.

Die Angebote lassen sich nicht allein anhand der Bandbreite vergleichen. Der Einwahltarif enthielt ein kleines Zeitkontingent für einzelne Kunden; die dedizierte Leitung war ein separat bereitgestellter Anschluss mit deutlich höheren Monatskosten. Eine internationale Leitung mit 128 Kbit/s bedeutete deshalb nicht, dass jeder Haushalt einen eigenen direkten Zugang mit 128 Kbit/s hatte. Dafür brauchte es zusätzlich das Telefonnetz und die geteilte Einwahlinfrastruktur. Die Quellen nennen weder die Zahl der Modemports noch Besetztquoten, Betriebszeiten, tatsächlichen Verkehr oder die Verteilung der Nutzer.

Genau darin liegt die historische Aussage. FSM Telecom konnte von Kunden auf weit auseinanderliegenden Inseln und einer Route zu seinem Server in Kalifornien berichten, obwohl niemand einen direkten Anschluss gebucht hatte. Die Formulierung „Mikronesien hatte eine 128-Kbit/s-Internetverbindung“ presst mehrere Ebenen in eine Zahl: internationalen Transit, Einwahlzugang, Kundenkonten und den Dienst auf den einzelnen Inseln. Belegt sind die gemeldeten Elemente, nicht eine überall gleiche oder ununterbrochene Versorgung.

Die 280 Kunden sind ein hilfreicher Größenhinweis, bleiben aber eine Anbieterangabe und keine geprüfte Zahl aktiver Nutzer oder angeschlossener Haushalte. Wie häufig die Kunden den Dienst nutzten, geht aus dem Archiv nicht hervor. Auch das Traceroute aus Großbritannien belegt nicht, dass alle Kunden den Host mit derselben Leistung erreichten. Route, erklärte Reichweite, Tarif und Kundenzahl sind verschiedene Messgrößen.

Quellen