Zusammenfassung
- FEMA-Vertreter erklärten dem GAO, die Schulung Including People with Disabilities in Disaster Operations sei im März 2025 für eine interne Prüfung verschiedener Präsidialverordnungen vorübergehend ausgesetzt worden. Im August 2026 fehlte sie noch; eine Aktualisierung ist für September 2027 vorgesehen.
- Drei von zehn FEMA-Regionen hatten im Mai 2026 keine Fachkraft für Behinderungsfragen. In zwei von drei untersuchten Bundesstaaten kannten lokale Partner ihre regionale Fachkraft vor der Katastrophe nicht und hatten nicht mit ihr koordiniert.
- FEMA beendete im Juni 2025 Teams, die Betroffenen zu Hause bei Hilfsanträgen halfen. Weniger als 2 Prozent aller Antragsteller hatten diesen Kanal von Januar 2024 bis Juni 2025 genutzt. Die drei vom GAO ausgesprochenen und von FEMA akzeptierten Empfehlungen sind weiterhin offen.
Ein Kurs fehlt genau in der Vorbereitungsphase
Die Schulung vermittelte staatlichen und kommunalen Einsatzkräften, wie Menschen mit Behinderung in Vorsorge, Reaktion und Wiederaufbau einbezogen werden. Sie war auf Abruf verfügbar. Der offizielle GAO-Bericht vom September 2026 hält fest, dass FEMA den Kurs 2025 aus ihrem Programm und von der Website nahm. Im Mai 2026 beschrieb die Behörde die seit März 2025 laufende Unterbrechung als interne Prüfung auf Übereinstimmung mit mehreren Präsidialverordnungen. Auch im August 2026 konnten Partner den Kurs nicht belegen.
Das Reformgesetz nach Hurrikan Katrina weist der FEMA-Koordinationsstelle für Behinderungsfragen die Entwicklung von Lehrplänen zu. Über die Veröffentlichung entscheidet die Bundesbehörde; die praktische Vorbereitung liegt auch bei Regionen, Bundesstaaten und Kommunen. Wenn die Zentrale ein Lehrmittel zurückzieht, bleiben deren Aufgaben bestehen. Welcher konkrete Erlass welche Kursänderung verlangte, geht aus dem GAO-Bericht nicht hervor. Entscheidend ist daher ein überprüfbarer Nachweis: Welches Zwischenmaterial erhielten die Partner, an welchem Datum, und wer nutzte es?
Ein wieder zugänglicher Kurs mit veröffentlichtem Datum und Teilnahmen würde die Lage ändern. Die Jahreszahl 2027 beschreibt bislang nur den Plan.
Die Stelle im Organigramm führt kein Vorgespräch
Regionale Fachkräfte sollen Kontakte zu den örtlichen Behörden aufbauen, bevor eine Lage hektisch wird. Das GAO untersuchte drei ausgewählte Bundesstaaten: Hawaii nach den Maui-Bränden 2023, Louisiana nach Hurrikan Francine 2024 und Kentucky nach Stürmen 2025. In zwei der drei untersuchten Bundesstaaten kannten lokale Partner die regionale Fachkraft nicht; eine Abstimmung vor der Katastrophe hatte nicht stattgefunden. Daraus lässt sich keine landesweite Quote für Bekanntheit ableiten.
Der landesweite Stellenstand ist klarer: Drei der zehn FEMA-Regionen hatten im Mai 2026 gar keine Fachkraft für Behinderungsfragen. Zudem lag dem GAO keine einheitliche Stellenbeschreibung vor, die externe Koordination vor einem Ereignis zur Pflicht macht. Einige Fachkräfte berichteten von Beschränkungen des Kontakts nach außen ab 2025. FEMA erklärte, solcher Kontakt habe bei Bedarf behördenweit weiter stattgefunden, im Einklang mit politischen Prioritäten, Präsidialverordnungen, Weisungen und Gesetz.
Wer den Unterschied zwischen diesen Darstellungen prüfen will, braucht besetzte Stellen, zugewiesene Aufgaben und dokumentierte Treffen mit lokalen Partnern.
FEMA stimmte der GAO-Empfehlung zu, den Auftrag zu vereinheitlichen, und nennt September 2027 als geplanten Termin für Unterlagen. Die GAO-Seite mit dem Bearbeitungsstand führt die Empfehlung noch als offen. Eine Stellenbeschreibung wird erst dann zum Vorsorgeinstrument, wenn eine Gemeinde ihre Ansprechperson kennt und mit ihr gearbeitet hat.
Weniger als zwei Prozent von allen
Im Juni 2025 stellte FEMA ihre Hausbesuchsteams für Anträge auf individuelle Katastrophenhilfe ein. Begründung: Von Januar 2024 bis Juni 2025 beantragten weniger als 2 Prozent aller Interessenten über diesen Weg Hilfe. Die Zahl misst Nutzung im Gesamtbestand, nicht den Bedarf der Menschen ohne Transport, Telefon oder Internet oder derjenigen, die das Haus nicht verlassen können. Gesprächspartner des GAO verwiesen auf gerade diese Funktion; zwei der drei untersuchten Bundesstaaten hielten Ersatz für schwierig. Den Notausgang eines Gebäudes bewertet man auch nicht nach dem täglichen Publikumsverkehr.
Für Anträge aus den Jahren 2022 bis 2025 berechnete das GAO zudem eine um vier Prozentpunkte geringere Bewilligungsquote bei Haushalten, die eine Behinderung angaben, als bei den übrigen. Datenstand war Mai 2026. Der Bericht errechnet keinen ursächlichen Beitrag der Kurssperre oder der eingestellten Besuche zu diesem Abstand. Er dokumentiert aber weitere Hürden: Das derzeitige Antragsformular entspricht nach GAO-Einschätzung einer Lesestufe der zehnten US-Schulklasse, Entscheidungsschreiben vom Juli 2025 der zwölften.
In die Fokusgruppen zur Verständlichkeit der Schreiben im März 2025 waren Menschen mit Behinderung nicht ausdrücklich einbezogen worden.
Die dritte GAO-Empfehlung verlangt ihre Rückmeldungen über den gesamten Antragsweg hinweg. FEMA stimmte zu und plant einen Leitfaden bis Mai 2028; die Empfehlung bleibt offen. Die Behörde muss zeigen, dass ein Antrag vom ersten Feld bis zum verständlichen Bescheid tatsächlich funktioniert.
Lehrmaterial, regionale Beziehung und Antragsweg sind drei verschiedene Hebel. Ein Abgabetermin für jeden Hebel setzt keinen von ihnen in Bewegung.
Quellen
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