Zusammenfassung
- Europeana zeigte auf einer frühen Startseite Suchvorschläge passend zur gewählten Sprache. Ein Bericht von 2011 bewahrt Beispiele mit Napoleon Bonaparte, Alexandre Dumas und Dior.
- Projektunterlagen dokumentieren Moderationsprobleme beim Start 2008, spätere Nutzertests und einen Umbau der Einstiegshilfen. Im Oktober 2011 beschreibt EuropeanaConnect Bilder und Texte als neue Einladung zum Stöbern.
Napoleon Bonaparte steht über Alexandre Dumas, darunter folgt Dior. So sieht die kleine französische Vorschlagsliste aus, die ein EuropeanaConnect-Bericht von 2011 abbildet. Im spanischen Beispiel daneben finden sich Galicien, Sevilla und Mary Quant. Die Nachbarschaft ist gewagt, aber für einen Spaziergang durch Kulturgeschichte durchaus brauchbar.
Die Rubrik People are currently thinking about bot Suchanregungen in der jeweiligen Sprache. Wer mit einem genauen Buchtitel kam, brauchte sie kaum. Wer einfach schauen wollte, bekam einen Anfang. Auch Neugier lässt sich gelegentlich ausleihen.
Hinter dem gemeinsamen Eingang
Europeana ging im November 2008 an den Start. Die damalige FAQ von European Commission erläutert eine Arbeitsteilung: Der Dienst sammelte Beschreibungen und kleine Abbildungen, während die digitalisierten Werke auf den Servern der beteiligten Einrichtungen blieben. Vom Treffer führte der Weg zur Institution, die das Material bereithielt.
Diese Einrichtungen kümmerten sich um ihre Bestände und deren Beschreibungen. Europeana gestaltete den gemeinsamen Zugang. Die FAQ stellte auch Themen vor, die andere Besucher gerade betrachteten, sowie gespeicherte Objekte und Schlagwörter. Zum Suchfeld kamen Wege für Menschen hinzu, die ihren Gegenstand erst unterwegs fanden.
Sprachen machten den Weg anspruchsvoller. Nach dem damaligen FAQ-Beispiel fand eine Suche nach treaty englisches Material. Eine Suche über Sprachgrenzen hinweg mithilfe semantischer Verfahren war als weiterer Entwicklungsschritt vorgesehen. Zwischen einer verständlichen Schaltfläche und einem auffindbaren Dokument lag zusätzliche Arbeit.
Eine Rubrik bekommt Redaktionsbedarf
Der Fortschrittsbericht für Februar 2009 bis Januar 2010 schildert Probleme aus der Anfangszeit. Das Karussell auf der Startseite und die Rubrik mit den aktuellen Interessen hatten komplizierte Moderationsfragen aufgeworfen. Die Mehrsprachigkeit verschärfte sie. European Commission verlangte damals, die Mechanismen für Nutzereingaben zurückzunehmen. Das Team suchte anschließend weiter nach geeigneten Moderationsmodellen.
Welche konkreten Eingaben den Anlass gaben, führt der Bericht nicht aus. Er hält jedoch die Entscheidung und den entstandenen Aufwand fest. Aus dem Interesse eines Besuchers wurde auf der gemeinsamen Startseite ein Vorschlag an weitere Besucher. Für diese öffentliche Empfehlung musste sich jemand zuständig fühlen.
Die Akten erzählen danach weiter. Der im April 2011 veröffentlichte Jahresbericht 2010 zählt die Rubrik aufgrund der Auswertung der Seitennutzung zu den beliebten Funktionen. Ihr Nutzen war also Teil der weiteren Arbeit am Portal.
Besucher mit Verbesserungsvorschlägen
Europeana ließ den Zugang von Menschen prüfen, die ihn tatsächlich verwenden sollten. Studierende wünschten sich mehr zeitgenössische und audiovisuelle Inhalte, Downloads und eigene Beiträge. Gebühren bei einzelnen Anbietern störten sie. Ein freiwilliges Panel mit 17 Mitgliedern beantwortete Fragen, erprobte Änderungen und traf sich jährlich. Auch die Gestaltung von Ausstellungen auf der Startseite gehörte zu seinen Aufgaben.
Damit bekam die große Idee eine erfreulich unfeierliche Prüfung: Kommt man weiter, findet man etwas, lässt es sich benutzen? Die digitale Sammlung musste auch den Besuch nach der Eröffnungsrede bestehen.
Im Oktober 2011 dokumentierte EuropeanaConnect einen neuen Entwurf. Die früheren sprachabhängigen Suchvorschläge waren nun durch Bilder mit begleitenden, sprachlich angepassten Texten als Einstieg ins Stöbern abgelöst. Der Bericht beschreibt den Wechsel, ohne ihn auf eine einzige Ursache zurückzuführen.
Die Aufgabe blieb: jemandem ohne fertige Frage einen lohnenden ersten Schritt anbieten. Ein Kulturportal kann Bestände über viele Institutionen verteilen. Seinen Eingang muss es selbst pflegen. Für Napoleon war zwar kein Garderobenhaken nötig, für seinen Platz auf der Startseite aber sehr wohl eine Entscheidung.
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