• Die ESA hat neXat beauftragt, das 1,5-Millionen-Euro-Projekt CableShield mit Telesat und Colt Technology Services Belgium zu leiten
  • Das 18-monatige Programm wird automatische Erkennung von Unterseekabel-Ausfällen und die Umleitung ausgewählten Verkehrs über gebündelte Satellitenkapazität testen

Die Fakten

Die Europäische Weltraumorganisation hat neXat beauftragt, CableShield zu leiten – ein 1,5-Millionen-Euro-Projekt mit Telesat und Colt Technology Services Belgium, das automatische Satelliten-Backups testen soll, wenn Unterseekabel-Glasfasernetze ausfallen.

Das 18-monatige Programm wird die Ausfallerkennung mit terrestrischen und satellitengestützten Netzsteuerungen verknüpfen, sodass ausgewählter Verkehr ohne manuelles Eingreifen umgeleitet werden kann. CableShield wird die Pooling-and-Sharing-Schnittstellen der ESA nutzen, um Kapazität bei mehreren Satellitenanbietern anzufordern, statt sich auf ein einzelnes festes Backup-Netz zu verlassen.

Das System wird zusätzlich Routing- und Verkehrsprioritäten anwenden, da Satellitenkapazität den vollen Durchsatz eines großen Unterseekabels nicht abbilden kann. Der gegenwärtige Auftrag umfasst Entwicklung und Feldvalidierung, nicht einen operativen Dienst. neXat zielt auf eine kommerzielle Verfügbarkeit 2028, zusammen mit der geplanten Inbetriebnahme von Telesat Lightspeed.

Die Bewertung

CableShield ist für die Phase nach einem Kabelausfall, aber vor der Reparatur der beschädigten Route ausgelegt. Satellitenkonnektivität kann einen weiteren Weg bieten, doch die begrenzte Kapazität bedeutet, dass Betreiber im Voraus entscheiden müssen, welche Dienste weiterlaufen und welche eingeschränkt bleiben können.

Automatisierung könnte diese Übergabe verkürzen, wenn Backup-Kapazität bereits verfügbar ist. Die Steuerung müsste den Ausfall erkennen, geeignete Satellitenressourcen beschaffen und den ausgewählten Verkehr übertragen, ohne Stau oder instabiles Routing zu verursachen. Damit ist der Feldtest mehr als eine Demonstration, dass Verkehr über Satellit laufen kann.

Für BTW-Leser ist CableShield nützlich, wenn Betreiber definierte Prioritätsdienste schnell und planbar während eines echten Glasfaser-Ausfalls aufrechterhalten können. Erkennungszeit, verfügbare Satellitenkapazität und die Menge des übertragenen Verkehrs zeigen, ob das System zu einer praktischen Kontinuitätsschicht werden kann – statt einfach nur eine weitere Backup-Option zu sein.

Worauf zu achten ist

Auf die Feld demonstration achten: gemessene Ausfallerkennungs- und Umschaltzeiten, die Menge des umgeleiteten Verkehrs und ob Prioritätsregeln unter begrenzter Kapazität halten. Auch die Details, wie Satellitenkapazität reserviert oder angefordert wird, sind wichtig, denn automatisches Routing bietet weniger Schutz, wenn Bandbreite erst nach dem Kabelausfall verhandelt werden muss.