Zusammenfassung
- CIX kündigte im März 1991 den direkten Austausch zwischen Kunden dreier Anbieter ohne zusätzliche Kundengebühr an; die Vereinigung wurde später im selben Jahr organisiert.
- Keine Abrechnung zwischen Netzen bedeutete keinen kostenlosen Zugang: Mitglieder brauchten private Leitungen und eine Anbindung an den Austauschpunkt.
Im Versprechen des Commercial Internet Exchange von 1991 war nicht „kommerziell“, sondern „direkt“ das entscheidende Wort. Eine Ankündigung von General Atomics, Performance Systems International (PSI) und UUNET sagte, Kunden der drei Netze könnten Internetverkehr untereinander austauschen, ohne dass dem Kunden eine zusätzliche Gebühr berechnet werde. Das war ein konkretes Angebot zwischen benannten Anbietern, kein Versprechen, jeder Nutzer könne jedes Netz kostenlos erreichen.
Die Chronologie hat zwei Schritte. Die Ankündigung erschien am 25. März 1991; spätere historische Studien datieren die Gründung der CIX-Vereinigung auf August. Das eine war die öffentliche Vereinbarung, das andere die Organisation eines gemeinsamen Austauschpunkts. Werden beide zu einem einzigen Gründungsdatum verkürzt, verschwindet die Arbeit, die nötig war, um eine Zusage in eine laufende Verbindung zu verwandeln.
Die wirtschaftliche Regel der CIX war eine Abrechnung ohne mengenabhängige Ausgleichszahlungen zwischen teilnehmenden Netzen. Mitglieder stellten einander nicht das ausgetauschte Datenvolumen in Rechnung. Historische Studien beschreiben das Modell als pauschal oder ungemessen. Es beantwortete eine begrenzte Frage: Wie wird Verkehr über die Verbindung abgerechnet? Die Kosten für den Transport zum Austauschpunkt, die Wartung der Geräte, den Kundendienst oder den Zugang zu fremden Netzen hob es nicht auf.
Der CIX-Router stand in Santa Clara, Kalifornien, und wurde von PSI verwaltet. Die anderen Gründungsmitglieder erreichten ihn über private Leitungen. Mitgliedsverkehr konnte dadurch die NSFNET-Backbone-Infrastruktur umgehen; jeder Anbieter musste sein Netz aber trotzdem an den Router anschließen. „Keine zusätzlichen Kosten“ bezog sich auf die Kunden der drei Unternehmen. Es war keine geprüfte Kostenrechnung, die Leitungen, Mitgliedschaft, Zugang oder Transit als kostenlos auswies.
Eine CIX-Mitgliedschaft machte auch nicht jedes Ziel erreichbar. Sie verband ein Netz mit den anderen Teilnehmern am Austauschpunkt. Für Forschungs- und Bildungsnetze außerhalb des CIX brauchte es einen weiteren Weg oder eine Vereinbarung. Im Juni 1992 vereinbarten ANS und CIX eine vorläufige Verbindung, über die Verkehr zwischen ANS-angebundenen Netzen und CIX-Mitgliedern ausgetauscht werden konnte. Diese separate Brücke zeigt die Grenze der Mitgliedschaft.
Die NSFNET Acceptable Use Policy wird oft als allgemeines Verbot kommerziellen Internetverkehrs zusammengefasst. Der im RFC 1359 wiedergegebene Text vom Februar 1992 sagt, er gelte nur für das NSFNET-Backbone; angeschlossene Netze sollten eigene Regeln festlegen. CIX bot einen kommerziellen Verbindungsweg außerhalb dieses Backbones. Die Geschichte war eine Schichtung aus Regeln, Austauschvereinbarungen und privatem Transport, nicht ein einfacher Wechsel vom öffentlichen zum privaten Internet.
Quellen: CIX-Ankündigung vom 25. März 1991; Internet Cost Structures and Interconnection Agreements; Pricing the Internet; RFC 1359; RFC 2235.
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