Zusammenfassung
- JPL verlangte 1996 Unterschriften auf Postkarten; eine Empfangsbestätigung gab es gegen einen frankierten Rückumschlag.
- Freiwillige bereiteten die Unterschriften für Cassinis DVD vor. Die eigenständige Huygens-Aktion nutzte dagegen eine Website.
Für den Flug zum Saturn war gesorgt. Für das Rückporto musste man selbst aufkommen.
So sah die Arbeitsteilung in JPLs Einladung vom 28. März 1996 aus. Das Cassini-Projekt wollte digitalisierte Unterschriften an Bord der Raumsonde mitnehmen. Interessierte sollten eine einfache Postkarte schicken, gern mit mehreren Unterschriften. Einsendungen per E-Mail waren ausdrücklich ausgeschlossen. Wer eine Bestätigung wünschte, musste einen adressierten und frankierten Rückumschlag beilegen.
Dieselbe Mitteilung verwies auf Cassinis Internet-Homepage. Die Raumfahrt ließ sich am Bildschirm verfolgen; für dieses Andenken führte der Weg anschließend zum Briefkasten. Der Saturn hatte eine Webadresse, die Teilnahme eine Postanschrift.
Vor der DVD kam die Sortierarbeit
Annahmeschluss war der 1. Januar 1997, gegebenenfalls früher, falls das vorgesehene Speichermedium voll würde. Eine weltweite Einladung brauchte einen Punkt, an dem die Herstellung beginnen konnte.
NASAs Bericht vom August 1997 beschreibt die Arbeit bei The Planetary Society. Freiwillige sortierten die Einsendungen, scannten die Unterschriften und zeichneten sie auf Datenbändern auf. Familien und Schulen beteiligten sich. Manche schickten sogar Pfotenabdrücke ihrer Haustiere. Auch Gedichte, Bilder und Musik trafen ein; auf Cassinis Datenträger wurden nur Unterschriften aufgenommen.
Die Einsender konnten ihre Begeisterung beliebig verpacken. Über den Inhalt des fertigen Stücks entschied das Projekt. Dazwischen lagen Sichtung, Auswahl und Handarbeit.
Im Mai 1997 wurden die Unterschriften auf DVD gespeichert. Es entstanden zehn Exemplare: eines für die Raumsonde, die übrigen für spätere Museumsausstellungen. Die spätere FAQ von NASA bestätigt, dass Cassini eine DVD mit 616.400 digitalisierten Unterschriften aus 81 Ländern transportierte. Aus gewöhnlicher Post war ein ungewöhnliches Reisegepäck geworden.
Huygens nahm einen anderen Eingang
Für die mitreisende Huygens-Sonde gab es eine eigene Sammlung. ESA kündigte im Februar 1997 an, Unterschriften und Botschaften aus der europäischen Öffentlichkeit auf einer besonderen Internetseite zu sammeln. Sie sollten auf einer CD-ROM mit Huygens reisen. Medienpartner konnten ihr Publikum auf die Seite führen, auch durch Links auf ihren eigenen Websites.
Die Sammlung sollte am 1. März enden. Danach würde die Website weiter Informationen zur Mission anbieten. Eine offene Informationsseite und eine geschlossene Teilnehmerliste konnten also nebeneinander bestehen.
Die beiden Aufrufe zeigen unterschiedliche Entscheidungen darüber, wie Beiträge ankommen sollten. Cassini setzte auf Postkarten samt Rückumschlag, Huygens auf einen eigenen Webzugang. Beide Verfahren hatten Annahmeregeln, Fristen und ein bestimmtes Endprodukt.
Der aufschlussreiche Teil dieser Internetgeschichte liegt auf der Erde. Eine Homepage machte Menschen auf die Gelegenheit aufmerksam; Freiwillige verwandelten Handschrift in Daten; das Projekt begrenzte den fertigen Inhalt. Bevor die Unterschriften auf große Reise gingen, musste jemand erst einmal die Post erledigen.
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