Zusammenfassung
- AWS entwickelt das Unterseekabel Sta’O’Nuk zwischen dem US-Bundesstaat Washington und Japan mit einer geplanten Kapazität von 420 Tbit/s über 20 Faserpaare
- Toptana baut die Kabelanlandestation und die landseitige Netzanbindung in Washington, während AWS den japanischen Anlandepunkt nicht offengelegt hat
Die Faktenlage
Amazon Web Services entwickelt Sta’O’Nuk, ein neues Unterseekabel zwischen den Vereinigten Staaten und Japan, das nach derzeitiger Erwartung 2029 in Betrieb gehen soll. Laut AWS ist das System für eine Kapazität von 420 Tbit/s über 20 Faserpaare ausgelegt.
Das US-amerikanische Ende wird in Ocean Shores im Bundesstaat Washington anlanden. Dort hat Toptana Technologies mit dem Bau einer Kabelanlandestation begonnen und wird die landseitige Netzanbindung bereitstellen. AWS hat den japanischen Anlandepunkt nicht offengelegt. Nach Angaben des Unternehmens wurden die beiden Anlandegebiete ausgewählt, um eine geografische Trennung von etablierten transpazifischen Kabelkorridoren zu erreichen.
Sta’O’Nuk ist noch nicht in Betrieb. Die Angabe von 420 Tbit/s bezeichnet die geplante Auslegungskapazität des Kabels und keine derzeit im AWS-Netz verfügbare Kapazität.
Die Einschätzung
AWS hat Anlandegebiete außerhalb mehrerer etablierter Kabelkorridore zwischen den Vereinigten Staaten und Japan gewählt, weil Sta’O’Nuk einen geografisch getrennten transpazifischen Übertragungsweg bereitstellen soll. Diese Trennung gehört zum Entwurf des Kabels, besteht jedoch noch nicht als betriebsfähige Netzwerkroute.
Toptana hat mit den Arbeiten an der Kabelanlandestation in Washington begonnen, während AWS den japanischen Anlandestandort nicht offengelegt hat. Das Unterseekabel, beide Anlandeverbindungen und die terrestrischen Netzanbindungen müssen fertiggestellt und in Betrieb genommen werden, bevor AWS Datenverkehr über den neuen Übertragungsweg führen kann. Dieselbe Einschränkung gilt für die Angabe von 420 Tbit/s: Sie beschreibt die vorgesehene Leistungsfähigkeit des Systems und nicht die Kapazität, die AWS heute nutzen kann.
Für die Leserinnen und Leser von BTW wird Sta’O’Nuk erst dann einen weiteren physischen Übertragungsweg zwischen den Vereinigten Staaten und Japan schaffen, wenn diese durchgängigen Arbeiten abgeschlossen sind. AWS erwartet die Inbetriebnahme derzeit für 2029. Der Fortschritt an beiden Anlandestandorten und die Bestätigung, dass das vollständige System betriebsbereit ist, werden daher bestimmen, wann die geplante Route zur aktiven Infrastruktur wird.
Worauf zu achten ist
Zu beobachten sind die Bauarbeiten an der Kabelanlandestation in Ocean Shores, die Offenlegung des japanischen Anlandepunkts und der Fortschritt bei der Kabelverlegung. Die Bekanntgabe der Betriebsbereitschaft durch AWS wird den Zeitpunkt markieren, an dem die vollständige Route in Betrieb ist. Spätere Angaben zur aktivierten Kapazität würden zeigen, welcher Anteil der Auslegungskapazität von 420 Tbit/s zunächst genutzt werden kann.
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