Zusammenfassung
- Die Projektmeldung vom Juli 2007 beschreibt die automatische Auswertung von Bildern einer Flickr-Gruppe; im Juli 2008 kommen Objektmarkierungen hinzu.
- Sternmuster liefern mögliche Zuordnungen, weitere Sterne prüfen sie. Fehler in der Aufnahme und im Referenzkatalog können trotzdem zusammenpassen.
Der Sternenhimmel ist als Fotomotiv großzügig. Er liefert unzählige Lichtpunkte und hält sich mit Bildunterschriften zurück. Wer eine fremde Aufnahme später verwenden will, muss erst herausfinden, welcher Ausschnitt darauf zu sehen ist.
Astrometry.net richtete dafür einen überraschend alltäglichen Eingang ein: eine Flickr-Gruppe. Die Projektmeldung vom 29. Juli 2007 beschreibt, wie eingereichte Bilder automatisch durch den eigenen Solver und die Flickr-API verarbeitet werden. Flickr-Nutzer konnten ihre Bilder der Gruppe hinzufügen. Der Fotoalbum-Klick bekam eine wissenschaftliche Nebenbeschäftigung.
Die Antwort blieb beim Foto
Christopher Stumm hatte die Verbindung vorgeschlagen. Er nutzte Flickr bereits und fand dort die nötigen Funktionen. Im Interview des offiziellen Entwicklerblogs vom Februar 2009 nennt er vertraute Uploads, Gruppen, Anmerkungen im Bild und die gut nutzbare API.
Am 6. Juli 2008 meldete das Projekt eine sichtbare Erweiterung: Bedeutende Objekte wurden auf neu eingereichten, erfolgreich zugeordneten Gruppenbildern markiert. Damit bekam der Fotograf eine Antwort an der Stelle, an der er sein Foto betrachtete. Eine Koordinate gewinnt an Unterhaltungswert, sobald sie auf den eigenen Nebel zeigt.
Stumm berichtete von Gartenaufnahmen, handgezeichneten Versuchen, das System hereinzulegen, und einem Bildschirmfoto aus einer iPhone-Sternenhimmel-App. Das Publikum behandelte den neuen Helfer mit der üblichen Internet-Neugier: Erst einmal herausfinden, womit man ihn beschäftigen kann.
Ein Muster macht noch Arbeit
Die Veröffentlichung des Forschungsteams von 2009 beschreibt den Weg zur Zuordnung. Das Programm erkennt Quellen im Bild und bildet geometrische Muster, üblicherweise aus vier Sternen. Ähnliche Muster in einem vorbereiteten Index ergeben Vorschläge für Position, Maßstab und Ausrichtung. Weitere Sterne prüfen anschließend, ob ein Vorschlag trägt.
Wie wichtig die Eingabedaten bleiben, zeigt ein Fehlgriff aus der Arbeit. Eine Spur von International Space Station wurde als Reihe vermeintlicher Quellen erkannt. Schrift am Rand einer eingescannten Referenzplatte hatte ebenfalls falsche Quellen erzeugt. Die Reihen ließen sich aufeinander ausrichten. Der Algorithmus hatte menschliche Spuren auf beiden Seiten ausgesprochen gründlich miteinander verwechselt.
Ein Empfangsschalter mit Rückweg
Schon im Februar 2007 hatte das Projekt JPEG-Unterstützung ergänzt und damit gewöhnliche Webbilder erschlossen. Die Gruppe machte deren Einreichung bequem; die Markierungen machten die Antwort anschaulich. Stumm beschrieb gute Amateurdaten, die schwer auffindbar und wegen fehlender brauchbarer Metadaten schwer nutzbar waren.
Die Verbindung setzte genau dort an. Eine vorhandene Gewohnheit brachte Bilder herein, die astronomische Verarbeitung gab ihnen eine Position und dem Besitzer einen sichtbaren Gewinn. Im Hintergrund blieben Kataloge zu pflegen und Erkennungsentscheidungen zu prüfen. Das Foto bekam seine Anschrift. Das Adressbuch führte sich weiterhin nicht von selbst.
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