Zusammenfassung
- Ofcom stellte fest, dass angemessene Kundenprüfungen, Risikobewertungen nach Weitergaben und ein formeller Prozess zur einheitlichen Erfassung von Meldungen fehlten.
- Rund 366.000 Nummern waren zwei Jahre lang einem möglichen Missbrauchsrisiko ausgesetzt. Ofcom bezifferte weder die tatsächlich für Betrug genutzten Nummern noch die Zahl der Geschädigten. Die Strafe beträgt £437.500.
Eine Telefonnummer kann durch mehrere Unternehmen laufen, bevor sie auf dem Display eines Angerufenen erscheint. Bei jeder Übergabe stellt sich dieselbe einfache Frage: Wer hat den nächsten Kunden geprüft, und wer hat den Vorgang festgehalten, als eine Meldung einging?
Die Untersuchung von Ofcom gegen Tismi zeigt ein nüchternes Versagen im Betrieb. Die britische Aufsicht stellte fest, dass Tismi keine angemessene Sorgfaltsprüfung bei Kunden vornahm, die Nummern erhielten, das Missbrauchsrisiko nach Weitergabe oder Beobachtung nicht neu bewertete und keinen formellen Prozess zur einheitlichen Bearbeitung und Erfassung von Meldungen hatte. Die Verstöße reichten vom 15. November 2022 bis zum 1. Januar 2025 und betrafen die Allgemeinen Bedingungen B1.6, B1.8 und B1.9(c).
Die Größenordnung war konkret. Ofcom zufolge waren etwa 366.000 Nummern über zwei Jahre einem möglichen Missbrauchsrisiko ausgesetzt. Zudem fand die Behörde Belege für belästigende und betrügerische Anrufe mit von Tismi weiterzugeteilten Nummern. Die Zahl bezeichnet den Risikobestand. Ofcom bezifferte weder die tatsächlich für Betrug genutzten Nummern noch die Zahl der Geschädigten. Ofcom hielt auch fest, dass Tismi manche Anfragen und Beschwerden externer Stellen rasch beantwortete. Das zählt, ersetzt aber kein Verfahren, das jede Meldung mit Maßnahme und Ergebnis verknüpft.
Eine Telefonnummer ist Routing-Eingabe und geliehene öffentliche Identität zugleich. Der Empfänger kann damit Kunden erreichen; ein Anrufer kann die Nummer anzeigen lassen und sich einen Teil Vertrauen borgen. Die Prüfung klärt, wer diese Fähigkeit erhält. Die laufende Beobachtung fragt, ob sich das Risiko nach der Übergabe ändert. Ein Melderegister verbindet Beschwerde, Kunde, Nummernbereich, Entscheidung und Ergebnis. Ohne diese Verbindungen bleibt jede Kontrolle ein einzelnes Versprechen.
Ofcom eröffnete das Verfahren am 16. Oktober 2024. Im Juni 2025 ordnete die Behörde die Sperrung bestimmter Nummern an; Tismi setzte dies bis zum 24. Juni um. Nach Angaben von Ofcom führte Tismi einige Monate nach der Information über die Untersuchung neue Verfahren ein. Der Fall endete am 21. Oktober 2026 mit einer Strafe von £437.500. Von £625.000 wurden 30 Prozent wegen des Eingeständnisses und der durch die Einigung ersparten Ressourcen abgezogen. Ofcom verlangt nun Nachweise zu Prüfungen, Überwachung und Reaktion. Darum geht es: Eine Schutzmaßnahme ohne Akte ist schwer von einer nie ausgeführten Maßnahme zu unterscheiden.
Die nicht vertrauliche Bestätigungsentscheidung soll weitere Einzelheiten liefern. Der öffentliche Stand benennt noch nicht jeden Kunden, Anruf oder Betroffenen. Er zeigt aber die Kontrolllücke: wissen, wer Nummern erhält, das Risiko neu prüfen und Meldungen nachvollziehbar dokumentieren.
Sources
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