Zusammenfassung
- Tomoya Yoshida schlug 2006 gemeinsame Tests von RIRs und Providern vor, damit neu zugeteilte Adressblöcke auf tatsächliche Erreichbarkeit geprüft und alte Filter gemeldet werden.
- APNIC 22 unterstützte IPv6, automatische Prüfungen und Informationsaustausch, fand aber keinen Konsens für eine IPv4-Regel. Auch die verkleinerte Fassung scheiterte im Final Call.
Eine Registry kann einen Adressblock zuteilen. Sie kann nicht jeden alten Bogon-Filter im Internet neu konfigurieren. Tomoya Yoshida machte aus diesem Abstand zwischen Eintrag und Nutzbarkeit prop-039. Seine erste Fassung nannte Versuche mit 121/8, 122/8 und 123/8 und forderte einen Dienst, der neue Blöcke testet, Provider informiert und RIRs auch bei IPv6 zusammenarbeiten lässt. Yoshida behauptete, viele neue Blöcke seien zunächst nicht erreichbar, manche noch nach fast einem Jahr. Die Vorlage lieferte dafür weder Grundgesamtheit noch Präfixliste oder Messreihe. Für eine belastbare Größenordnung bräuchte es wiederholte Tests derselben Blöcke von benannten Beobachtungspunkten.
Das Protokoll der APNIC-22-Policy-Sitzung zerlegt den vermeintlichen Konsens in seine Bestandteile. Der Vorsitzende sah Zustimmung zum Vorhaben grundsätzlich, zu einer IPv6-Regel, zu automatischen ICMP- oder Traceroute-Tests samt Benachrichtigung und zum Informationsaustausch der RIRs. Für eine IPv4-Regel gab es keinen Konsens. Teilnehmer fragten nach Kosten und Nutzen, nach Filtern am Netzrand und nach Handarbeit, wenn Provider nicht antworten. Die Registry kann eine unpassierbare Route nachweisen. Den Filter beim Betreiber muss jemand anderes ändern.
Yoshida strich in der zweiten Fassung die Punkte, die das Treffen nicht getragen hatte. Übrig blieben ein RIR-übergreifender Prüfdienst, Testserver teilnehmender Provider und gemeinsame Leitlinien für IPv6-Präfixe; die Umsetzung sollten die RIRs ausarbeiten. Das Papier dokumentiert einen Vorschlag, keinen bereits laufenden Dienst. Laut APNICs Verfahrenschronik dauerte der Final Call vom 25. September bis zum 1. Dezember 2006 und wurde wegen offener Debatten um zwei Wochen verlängert. Am 5. Dezember wurde prop-039 mangels Konsens aufgegeben.
Das halbe Ja verrät mehr als ein glattes Nein. Die Runde akzeptierte, dass ein Registereintrag noch keine funktionierende Route ist. Sie konnte sich nicht auf die dauerhafte Arbeit hinter dem Befund einigen: messen, melden, nachfassen, zahlen. Yoshida hatte den Defekt auf den Tisch gelegt; die Zuständigkeit blieb darauf liegen.
Bildidentität nach der offiziellen APNIC-26-Sprecherliste mit Tomoya Yoshida.
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