Zusammenfassung
- Jon Postels RFC 807 protokolliert ein Treffen vom Januar 1982. Wenn ein Empfänger für einen Teil der Nachricht kein Darstellungsgerät hatte, etwa keinen LPC-Vocoder für Sprache, sollte er dem Benutzer nach überwiegender Ansicht mitteilen, dass die Daten vorhanden sind, und ihren Typ nennen.
- Für Schwarzweiß-Bitmaps einigten sich die Gruppen auf CCITT T.4. Im ersten Versuch sollte ein vollständiges RFC-759-Dokument als Datei reisen, der Text im Absatzformat von RFC 767. Zeiger auf Nachrichtenteile, selektives Nachfordern und das Verhalten bei Weiterleitung blieben Forschungsfragen.
In einer Nachricht stehen ein Absatz, ein Bild und eine Stimme. Absatz und Bild sind da; die Stimme ist als Daten angekommen, doch am anderen Ende fehlt das Gerät zum Abspielen. Was soll der Rechner dem Leser sagen? Am 12. Januar 1982 trafen sich Forscher am Information Sciences Institute, um multimediale Computerpost zu erproben. Jon Postel hielt in RFC 807 ihre nüchterne Antwort fest: Der Benutzer sollte erfahren, dass ein Datentyp vorhanden ist, den sein System nicht darstellen kann. Die eingangs beschriebene Nachricht ist ein Beispiel; die Entscheidung steht im Sitzungsbericht.
Die beteiligten Labore teilten kein einheitliches Gerätehaus. CMU arbeitete mit PERQ, Fax und LPC-Vocoder. ISI setzte TOPS20 ein, begann mit PERQ und hatte ein Rapicom-450-Faxgerät. MIT wartete für Apollo noch auf eine Netzschnittstelle. COMSAT entwickelte Fax-Kodierer, BBN plante einen Prototyp zu Verteilung und Privatsphäre, UCL bearbeitete Bitmaps, SRI untersuchte Sicherheit sowie Text und Grafik auf Arbeitsstationen. Eine gemeinsame Dateistruktur konnte diese Unterschiede beschreiben, aber keine fehlende Hardware herbeizaubern.
Der Abschnitt über Geräteunterschiede trifft den Alltag des Empfängers. Ohne LPC-Vocoder kann sein System die Sprachdaten möglicherweise speichern und erkennen, aber nicht vorführen. Das Treffen bevorzugte eine ausdrückliche Meldung über das Vorhandensein und den Typ solcher Daten. Die Zahl erlaubter Standardformen sowie Kosten in Speicher, Rechenzeit und Wiedergabezeit blieben offen. Die Grenze lag zwischen dem Empfang eines Datenstroms und einer Erfahrung, die ein Mensch tatsächlich machen konnte.
Bei Bildern einigten sich die Gruppen auf einen gemeinsamen Schritt. Schwarzweiße Bitmaps sollten in der CCITT-T.4-Kodierung ausgetauscht werden. Das geplante Experiment sah ein überarbeitetes COMSAT-Bildformat vor, das rohe Bitmaps oder CCITT-kodierte Bilder aufnehmen konnte. Damit konnten verschiedene Standorte die Daten auf gleiche Weise interpretieren. Ob ein bestimmter Rechner das Ergebnis zeigen konnte, entschied weiterhin seine Ausstattung.
Es gab auch einen reizvollen Plan für sparsamere Übertragung. Zunächst könnte der Absender nur Zeiger auf die einzelnen Teile schicken; der Empfänger forderte dann an, was er darstellen konnte. Die Fragen folgten sofort: Wie funktioniert das über einen Weiterleiter? Wie schneidet man einen Text, in dem Medien eng ineinander verschachtelt sind? Anhänge, Zeiger und Querverweise erschienen für eine Entscheidung in diesem Treffen zu komplex. Für den ersten Versuch schickten sie daher das gesamte Dokument. Der Schritt klingt unglamourös, konnte aber von sieben ungleichen Werkstätten überhaupt ausgeführt werden.
Die Versuchsanordnung war konkret. Eine vollständige RFC-759-Datei sollte mit einem verfügbaren Dateiübertragungsverfahren zwischen Rechnern wandern. Text folgte dem Absatzformat von RFC 767. Bitmap-Daten lagen im überarbeiteten COMSAT-Format, roh oder CCITT-kodiert. Alle Standorte erhielten die Aufgabe, für den 19. und 20. April 1982 einen Fax-Text-Austausch zu demonstrieren. Das Protokoll aus Februar nennt eine Frist, kein Ergebnis. Ebenso stand der Vergleich mit dem Mailformat des National Bureau of Standards auf der Aufgabenliste.
Auch die Bearbeitung multimedialer Objekte blieb zunächst Sache der einzelnen Gruppen; später wollte man Erfahrungen vergleichen. Rotation, Skalierung und Zuschnitt von Bitmaps, Kennungen von Postfächern, Speicher- und Übertragungslast sowie Anschlüsse an reine Textpost warteten auf Arbeit. Gerade deshalb war die kleine Einigung wertvoll. Sie verlangte von niemandem, eine fertige Welt vorzutäuschen.
Der klügste Satz des Treffens galt dem Benutzer. Eine Maschine sollte benennen können, was angekommen ist, selbst wenn sie es nicht vorführen kann. Das schützt den Unterschied zwischen vorhandenen Daten und wahrnehmbarem Inhalt. Die Stimme im Brief musste 1982 vielleicht schweigen; der Rechner konnte wenigstens sagen, dass sie da war.
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