Summary
- Das W3C verabschiedete RDF Model and Syntax am 22. Februar 1999 als Recommendation und kündigte sie am 24. Februar an. Eine RDF-Aussage verbindet Subjekt, Prädikat und Objekt.
- Eine URI benennt die beschriebene Ressource. Ein Namensraum ordnet jede Eigenschaft dem Vokabular ihrer Definition zu; XML dient dem Austausch der Aussagen.
Zwei Archive erhalten dieselbe Karteikarte mit dem Feld „Urheber“. Das erste denkt an den Text der Webseite, das zweite an das Foto darauf. Beide haben ordentlich sortiert; nur sortieren sie verschiedene Dinge. Das junge Web konnte Informationen für Menschen gut anzeigen. Wer Beschreibungen zwischen Programmen austauschen wollte, brauchte mehr als ein Feld, dessen Bedeutung im Büro nebenan als selbstverständlich galt.
Die RDF-Recommendation vom 22. Februar 1999 erläuterte Metadaten mit dem Bibliothekskatalog: Daten beschreiben eine andere Ressource. Eine solche Ressource konnte eine Webseite, ein Teil davon, eine ganze Site oder ein gedrucktes Buch sein. RDF gab ihr eine URI, gegebenenfalls mit Fragmentkennung. Auf die Karte musste zuerst, welcher Gegenstand gemeint war. Ein perfekt ausgefülltes Formular über das falsche Buch rettet keinen Katalog.
Die eigentliche Aussage besteht aus drei Teilen. Das Subjekt bezeichnet die Ressource, das Prädikat eine Eigenschaft und das Objekt deren Wert. Der Wert kann Text oder wiederum eine Ressource sein. In einem Beispiel der Spezifikation ist Ora Lassila Creator einer bestimmten W3C-Seite. Die Seitenadresse, die Eigenschaft und der Personenname bilden eine nachvollziehbare Verbindung. Ein empfangendes Programm muss den Zusammenhang nicht aus dem Layout der Webseite erraten.
Zum Verschicken bekam dieses Modell eine XML-Schreibweise. rdf:Description konnte die Ressource einmal nennen und mehrere Aussagen über sie bündeln. Die Spezifikation beschrieb eine ausführliche und eine abgekürzte Form. Unterschiedlich geschriebene XML-Dateien konnten dasselbe Datenmodell ausdrücken. Die Karte durfte anders gefaltet sein, solange ihre Behauptung erkennbar blieb.
Dann kommt die Frage des pedantischen Archivars: Was heißt hier Creator? RDF verwies jede Eigenschaft auf genau einen Namensraum, über den das gemeinte Vokabular zu finden war. Die Spezifikation verglich ein Schema mit einem Wörterbuch; eine Beschreibung durfte Eigenschaften aus mehreren solchen Wörterbüchern enthalten. Der bloße Aufdruck auf der Schublade reichte im Versand nicht. Der Absender musste auch angeben, nach welchem Katalog er die Schublade beschriftet hatte.
Das W3C meldete die neue Recommendation am 24. Februar und nannte Suche, digitale Bibliotheken, Inhaltsbewertungen und Datenschutzeinstellungen als Einsatzfelder. Für all diese Arbeiten zählt dieselbe Handbewegung: Gegenstand benennen, Aussage formulieren, Vokabular mitgeben. Das Web hatte eine Karteikarte, die ein anderes Haus tatsächlich einordnen konnte.
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