Zusammenfassung

  • ANACOM erfasste 2025 insgesamt 87 erhebliche Sicherheits- oder Integritätsvorfälle in der Telekommunikation, fünf mehr als 2024. Die gesamten Auswirkungsstunden sanken von 2.570 auf 2.412.
  • Die Zahl betroffener Teilnehmer oder Anschlüsse stieg von 1,9 auf 14,6 Millionen, hauptsächlich wegen des Stromausfalls am 28. April. In 21 der 87 Fälle wurden öffentliche Informationen bereitgestellt.

87 passt in eine Schlagzeile. 14,6 Millionen brauchen mehr Platz.

Portugals Telekom-Vorfallbilanz für 2025 wirkt ruhig, bis eine Spalte das ganze Bild einnimmt. ANACOM zählte 87 erhebliche Sicherheits- oder Integritätsvorfälle, nach 82 im Jahr 2024. Die gesamten Auswirkungsstunden gingen von 2.570 auf 2.412 zurück. Dann sprang die Zahl betroffener Teilnehmer oder Anschlüsse von 1,9 auf 14,6 Millionen.

ANACOM lässt den Grund für diesen Sprung nicht offen: Haupttreiber war der landesweite Stromausfall am 28. April. Ein Ereignis erledigte den Großteil der Zählung.

Wer einen Störungsbericht als Resilienzmaß liest, muss diese Größen trennen. Die Vorfallzahl fragt, wie oft ein meldepflichtiges Ereignis in der Statistik auftauchte. Die Auswirkungsstunden messen die aufsummierte Dauer. Die Zahl betroffener Teilnehmer oder Anschlüsse beschreibt die Reichweite. Diese Kennzahlen können sich in verschiedene Richtungen bewegen, ohne einander zu widersprechen. 2025 gab es fünf Vorfälle mehr, weniger Auswirkungsstunden und erheblich mehr betroffene Anschlüsse.

ANACOMs Statistik umfasst erhebliche Sicherheitsverletzungen oder Integritätsverluste, die Anbieter öffentlicher Netze und öffentlich zugänglicher elektronischer Kommunikationsdienste melden. Sie führt die Fälle, die eine regulatorische Meldeschwelle überschreiten; Kundenbeschwerden und kurze Unterbrechungen laufen über andere Meldewege. Der Router mit spontanem Feierabend bleibt außerhalb dieser Statistik.

Auch der Nenner braucht einen Platz

Fünf der 87 Vorfälle hatten landesweite Reichweite. Festnetztelefonie und Festnetz-Internet waren jeweils bei 59 Prozent der Vorfälle betroffen, Bezahlfernsehen bei 46 Prozent. Die Anteile überschneiden sich, weil ein Vorfall mehrere Dienste treffen kann. Vier Ursachengruppen – Ausfälle bei Drittanbietern, Naturereignisse, böswillige Angriffe sowie Wartung oder Hardware-/Softwarefehler – machten 98 Prozent der Meldungen aus.

ANACOM bezeichnet die Kennzahl als betroffene Teilnehmer oder Anschlüsse: Erfasst werden betroffene Verträge oder Zugangspunkte. Der April-Ausfall prägt diese Summe, steht in der Jahreszahl der Vorfälle aber als ein Fall. Wer die beiden Werte ohne Einheiten auf eine Vorstandfolie packt, verwechselt Reichweite mit Häufigkeit oder Häufigkeit mit Reichweite. Die Folie sieht ordentlich aus; die Entscheidung kann trotzdem gründlich schiefgehen.

Die Spalte zur öffentlichen Information wirft eine andere Frage auf. ANACOM meldet öffentliche Informationen in 21 Fällen. Artikel 23 der Sicherheitsverordnung Nr. 303/2019 knüpft die öffentliche Information an Dauer und Schwellenwerte für betroffene Teilnehmer oder Anschlüsse; die betroffene Fläche kann herangezogen werden, wenn Anschlusszahlen nicht anwendbar oder nicht belastbar schätzbar sind. Artikel 23 Absatz 3 erlaubt ANACOM außerdem, in weiteren Fällen des öffentlichen Interesses eine öffentliche Information anzuordnen. Artikel 24 verlangt klare, zugängliche und möglichst genaue Angaben zu betroffenen Diensten und Gebieten.

Die 21 Fälle zählen Vorfälle mit öffentlicher Information. ANACOMs Mitteilung nennt sie nicht einzeln und verknüpft die Hinweise nicht mit Dauer, Dienstumfang und Berechnung der betroffenen Anschlüsse. Hinter die Jahresüberschrift gehört ein operatives Register, das diese Verbindungen sichtbar macht.

Die Verknüpfung mitveröffentlichen

Ein brauchbares öffentliches Register würde jedem Vorfall eine dauerhafte Kennung geben und sechs Felder verbinden: betroffene Dienste, Beginn und Ende der Auswirkung, Gebiet, betroffene Teilnehmer oder Anschlüsse, Entscheidung zur öffentlichen Information und den veröffentlichten Hinweis. Lassen sich Anschlusszahlen nicht schätzen, gehören Gebiet und Grund für diesen Ersatzmaßstab in denselben Datensatz. Dann muss eine Jahreszahl nicht gleichzeitig einen landesweiten Ausfall und eine Reihe lokaler Störungen erklären.

Auch Anbieter hätten etwas davon. Wer eigene Vorfälle mit der landesweiten Reihe vergleicht, muss wissen, ob Häufigkeit, Dauer, Reichweite oder öffentliche Information verglichen wird. Der Regulierer braucht dieselbe Trennung, um Resilienz und Kommunikation zu beurteilen. Ein hübscher Jahresvergleich ersetzt keine stabile Einheit.

Portugals Zahlen für 2025 beschreiben verschiedene Dimensionen: 87 meldepflichtige Vorfälle, weniger Auswirkungsstunden, ein Stromausfall als Haupttreiber der Zahl betroffener Anschlüsse und 21 Fälle mit öffentlicher Information. Die Herausforderung ist, diese Fakten auch nach der Schlagzeile zusammenzuhalten. Ein nachvollziehbares Register macht den nächsten Jahresbericht schwerer falsch zu lesen – und schwerer hinter einem bequemen Nenner zu verstecken.

Quellen: ANACOM-Bericht zu Vorfällen 2025; ANACOM-Zusammenfassung; Sicherheitsverordnung Nr. 303/2019; Telekommunikationsgesetz Nr. 16/2022.