Summary
- Owen DeLong wollte 2005 einer Endstelle mit Anspruch auf eine ASN auch ein vom Provider unabhängiges IPv6-Präfix ermöglichen. Kritiker fürchteten zusätzliche ASN-Anträge und mehr Einträge in der globalen Routingtabelle.
- Die 2006 verabschiedete Fassung verlangte stattdessen die Berechtigung für eine IPv4-Zuweisung oder -Zuteilung. Sie setzte /48 als Mindestgröße und reservierte mindestens /44 für späteres Wachstum.
Der Provider geht. Die Adressen sollen bleiben.
DeLongs erster Entwurf verband zwei Dinge, die bis dahin getrennt behandelt wurden. Wer als Endstelle die Kriterien für eine autonome Systemnummer erfüllte, sollte unmittelbar ein eigenes IPv6-Präfix erhalten. Brauchte die Organisation später mehr Platz, sollte sie einen größeren Block bekommen und den alten innerhalb von 24 Monaten zurückgeben. Der praktische Antrieb war die Angst vor einer Neunummerierung beim Providerwechsel. DeLongs Zahlen zur möglichen Routenentwicklung waren Prognosen seines Vorschlags, keine gemessene Wirkung.
Die ASN konnte aber zur Eintrittskarte werden, die man sich vor allem wegen des Präfixes besorgt. Die Überarbeitung vom September 2005 trägt auch Kevin Lochs Namen und hält die Einwände gegen die erste Fassung fest: ein Ansturm auf AS-Nummern und eine wachsende IPv6-Routingtabelle. Als Gegenmittel verlangte diese Zwischenfassung bereits bestehendes IPv6-Multihoming über zwei LIRs und die Fähigkeit, binnen eines Jahres 100.000 Geräte zu adressieren. Vorgesehen war /44. So stand es nie in der später umgesetzten Regel.
Bei ARIN XVII lagen DeLongs und Lochs 2005-1 sowie Andrew Duls eigenständiger Entwurf 2006-4 auf dem Tisch. Für 2005-1 gab es Konsens zum Weitermachen. Das verabschiedete Dokument nennt schließlich alle drei Autoren. Die Endstelle durfte kein IPv6-LIR sein und musste nach den damaligen ARIN-Regeln für eine IPv4-Zuweisung oder -Zuteilung qualifiziert sein. Eine direkte IPv6-Zuweisung begann bei /48; mindestens /44 wurde als Wachstumsraum freigehalten. Die ASN allein reichte nicht mehr.
ARINs Vorstand vertagte die Entscheidung sogar kurz, um Beteiligungszahlen anzufordern. Das Protokoll vom 9. Mai 2006 nennt 55 Befürworter und 12 Gegner im Raum sowie Zahlen für Listenbeiträge und die Schlussrunde. Der Beschluss fiel mit einer Enthaltung, die Umsetzung folgte am 30. August. DeLongs erste Formel verschwand; eine direkte Adresse, die eine berechtigte Organisation bei einem Providerwechsel behalten konnte, wurde möglich.
ARIN-Originalquellen
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