Zusammenfassung
- Oranges Plan sieht die letzte Festland-Welle am 20. Oktober vor; für regulierte weiße Flecken gilt eine Ausnahme vom 1. bis 15. Dezember. Arcep fasst den Zeitraum weiter, von Ende September bis Ende Dezember.
- Ende Juni 2026 zählte Arcep bei vier Anbietern 2,01 Millionen M2M-SIMs in Geräten, die nur 2G/3G unterstützen. Der nationale Gesamtwert kombiniert Generationen und ist nicht Oranges verbleibender 2G-Kundenbestand.
Für Mobilfunkkunden kann eine Netzabschaltung wie ein Datum im Kalender wirken. Für eine Alarmanlage, ein Aufzug-Notruftelefon, ein Zahlungsterminal oder einen jahrelang installierten Sensor ist sie eine verborgene Geräteabhängigkeit. Oranges letzte 2G-Welle auf dem französischen Festland zeigt den Unterschied: Das Funksignal kann einen Abschalttermin haben, während die Liste der darauf angewiesenen Dienste noch lückenhaft ist.
Oranges veröffentlichter Zeitplan nennt drei Etappen: Nizza am 22. September 2026, 44 Départements am 6. Oktober und die übrigen 43 am 20. Oktober. Danach soll 2G auf dem Festland abgeschaltet sein; für regulierte weiße Flecken verlieren Orange-Kunden den Zugang zwischen dem 1. und 15. Dezember. Arceps am 10. September aktualisierter Leitfaden fasst die landesweite Ausweitung von Ende September bis Ende Dezember zusammen und weist darauf hin, dass Termine sich ändern können. Der lokale Betreiberplan und die regulierte Ausnahme sind getrennte Angaben und sollten gemeinsam geprüft werden.
Arceps jüngste Beobachtung zeigt die mögliche Größenordnung, sofern man den Umfang der Daten einhält. Ende Juni hatten Kunden von Bouygues Telecom, Free Mobile, Orange und SFR 2,01 Millionen SIM-Karten in M2M-Geräten, die nur 2G oder 3G unterstützen; das waren 7,7 Prozent der aktiven SIMs in dieser Gerätekategorie. SIMs, die Autohersteller in Fahrzeuge einbauen, sind nicht enthalten. Weitere 1,91 Millionen SIMs steckten in 2G/3G-only Geräten für Sprache, SMS oder mobiles Internet. Die Zahlen gelten für das französische Festland und vier Betreiber, bündeln 2G und 3G und weisen Oranges Anteil nicht aus.
Sie zeigen, warum die Zahl alter Handys nicht genügt; sie sagen nicht, wie viele Orange-Geräte ausfallen werden.
Arcep nennt Alarm- und Fernüberwachungssysteme, persönliche Teleassistenz, Heizungssteuerungen, vernetzte Gegensprechanlagen und einige medizinische Geräte als mögliche 2G/3G-Nutzer. Orange ergänzt Zahlungsterminals, Aufzüge, Zähler, Sensoren, Fahrzeugortung und Industrieanlagen. Eigentümer wissen möglicherweise nicht, dass eine SIM im Gerät sitzt. Installateur oder Dienstleister betreuen das Gerät, während ein anderes Unternehmen den Kundenvertrag hält. Die Abschaltung prüft daher eine installierte Dienstkette und nicht nur den Austausch alter Telefone.
Die passende Ersatztechnik hängt vom Anwendungsfall ab. Orange empfiehlt Unternehmen für Sprache 4G mit VoLTE und nennt 4G LTE-M für IoT-Daten und SMS. Ein Aufdruck ‘4G’ allein belegt nicht, dass Anruf, Alarm oder Statusmeldung über den neuen Weg funktioniert. Arcep sagt, 4G erreiche mehr als 99,9 Prozent der Bevölkerung auf dem Festland und über 99,8 Prozent der 2G/3G-Funkstandorte seien mit 4G ausgestattet. Das bestätigt weder ein bestimmtes Modul noch SIM-Profil, Innenrauminstallation oder Serviceablauf.
Nutzt ein Einzelhandelsanbieter das Netz eines Host-Betreibers, braucht die Benachrichtigung eine weitere Übergabe. Orange Wholesale erklärt den Einzelhandelsanbieter dafür verantwortlich, seine Kunden über die 2G/3G-Abschaltung des Host-Netzes und deren Folgen zu informieren. Die Zuständigkeit für einen Hinweis ist aber kein Geräteverzeichnis und kein bestandener Test. Dienstleister, Hersteller, Installateur, Kunde und Host können jeweils einen Teil des Nachweises besitzen.
Der Bereitschaftsnachweis sollte deshalb konkreter sein als ‘Kunde informiert’. Er ordnet jede betroffene SIM einem Gerätemodell und Standort zu, trennt Sprache von Daten, hält die Ersatztechnik fest und dokumentiert einen echten Servicetest nach der Migration. Bei Teleassistenz muss ein Alarm ankommen; bei Zahlung oder Aufzug-Notruf muss der konkrete Vorgang funktionieren. Öffentliche Quellen zeigen weder Oranges Geräteverzeichnis noch seine Migrationstests. Arceps nationale Zahl und das Abschaltdatum ersetzen diesen Nachweis nicht.
Quellen
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