Zusammenfassung

  • Ofcom zählte im zweiten Quartal 2026 20,155 Millionen Festnetzanschlüsse, 3,018 Milliarden Minuten abgehender Festnetzgespräche und 874,2 Millionen Pfund Festnetzumsatz.
  • Die Anschlusszahl umfasst PSTN-Leitungen, ISDN-Kanäle und gemanagte VoIP-Verbindungen. Die aktuellen Tabellen enthalten nicht mehr die Anbieteraufteilung, die für 2024 veröffentlicht wurde.

Die Zahl von 20,2 Millionen Festnetzanschlüssen ist keine Zählung der verbliebenen Kupferleitungen. Ofcom sagt ausdrücklich, dass darin Anschlüsse des öffentlichen Telefonfestnetzes (PSTN), ISDN-Kanäle und gemanagte Voice-over-IP-Verbindungen zusammenlaufen. Im Quartal sank die Zahl um 522.000 beziehungsweise 2,5%. Das belegt einen Rückgang innerhalb der veröffentlichten Definition. Es zeigt weder, wie viele PSTN-Anschlüsse abgeschaltet wurden, noch wie viele Haushalte ihren Sprachdienst verloren haben.

Weitere Kennzahlen weisen ebenfalls nach unten, messen aber andere Größen. Der Umsatz mit Festnetz-Sprachdiensten betrug 874,2 Millionen Pfund, 2,0% weniger als im Vorquartal und 16,1% weniger als ein Jahr zuvor. Die von Festnetzen ausgehenden Gespräche beliefen sich auf 3,018 Milliarden Minuten, ein Minus von 16,3% im Jahresvergleich. Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse stieg dagegen um 1,0% auf 29,474 Millionen. Quartalsumsatz, Anschlussbestand am Quartalsende, Gesprächsminuten und Breitbandanschlüsse haben unterschiedliche Einheiten und Zeitbezüge.

Gemeinsam beweisen sie keine Ablösung der Festnetztelefonie durch Mobilfunk oder Breitband.

Auch die Darstellung hat sich verändert. Für 2024 weist der Bericht Festnetzumsätze, Anschlüsse und Gesprächsminuten nach allen Anbietern, BT, Virgin Media und sonstigen Anbietern aus; außerdem nennt er den BT-Anteil. Ab dem ersten Quartal 2025 stehen in den Tabellen nur noch Gesamtwerte. Ofcoms Änderungsmitteilung erklärt, dass Anbieterdaten und BT-Marktanteil für Festnetzquartale ab Q1 2025 entfernt wurden. Der aktuelle öffentliche Bericht erlaubt daher keine Zuordnung des Rückgangs zu einem bestimmten Unternehmen.

Das belegt nicht, dass Ofcom intern über keine Anbieterdaten verfügt; die Mitteilung nennt auch keinen Grund für die Änderung. Es begrenzt aber, was Außenstehende anhand dieser Veröffentlichung prüfen können. Ob der Rückgang bei einem Betreiber konzentriert ist oder sich über den Markt verteilt, bleibt offen. Ebenso lässt sich nicht trennen, wie sich PSTN, ISDN und gemanagte VoIP-Anschlüsse entwickeln. Ein über IP bereitgestellter Sprachdienst kann im Festnetzbestand weiter auftauchen, obwohl die Kupferleitung entfällt.

Der Umsatzwert hat eine weitere Definitionsgrenze. Die Tabelle erfasst Erlöse aus Netzzugang und Gesprächen, ohne Mehrwertsteuer. Internetzugangs-Abonnements sollen nicht enthalten sein, können aber teilweise verbleiben, so Ofcom. Den Quartalsumsatz durch den Anschlussbestand am Periodenende zu teilen, ergibt daher keinen Preis je Anschluss. Der Zähler kann Netzzugang und einen verbleibenden Internetanteil enthalten; der Nenner bündelt unterschiedliche Technologien als Bestand zu einem Stichtag. Daraus lassen sich weder Haushaltsrechnungen noch Betreiber-Margen oder die Kosten eines einzelnen Anschlusses ableiten.

Für Anbieter, Investoren und Politik bleibt die belastbare Aussage eng: Die veröffentlichten Gesamtwerte für Umsatz, Anschlüsse und Minuten schrumpfen, die Zusammensetzung bleibt unbekannt. Das Material bestimmt weder das Tempo der PSTN-Abschaltung noch VoIP-Migration, Servicequalität oder Anbieteranteile. Eine verständliche Marktbeobachtung müsste Technologie, Anbieterabdeckung, Stichtag, quartalsbezogene Flüsse, Umsatzdefinition und Datenrevision gemeinsam ausweisen. Ohne diese Verbindung ist die Summe ein Schrumpfungssignal, aber keine Karte der Technik, die verschwindet.

Heng Lus Note 36 beschreibt BTW als Medium, das Realität anhand von Belegen statt als Kampagne darstellt. Das ist hier ein redaktioneller Kompass, keine Quelle für Ofcoms Daten.

Quellen