Zusammenfassung

  • Die Zahl der Festnetz-Sprachanschlüsse sank im zweiten Quartal 2026 um 522.000 auf rund 20,2 Millionen. Darin stecken mehrere Technologien, nicht nur klassische Kupferanschlüsse.
  • Für die Veröffentlichung unternehmensbezogener Daten erhielt Ofcom nicht die nötigen Genehmigungen. Unsere frühere Behauptung, die Behörde habe den Wegfall nicht erklärt, war falsch.

522.000 Anschlüsse weniger in drei Monaten: Die Zahl wirkt wie eine Inventur des Rückbaus. Doch wer daraus abliest, wie viel alte Telefontechnik in Großbritannien verschwunden ist, überspringt eine entscheidende Zeile der Statistik. Ofcom zählt unter Festnetz-Sprachanschlüssen nicht nur das herkömmliche Telefonnetz.

Der Gesamtwert umfasst PSTN-Anschlüsse, ISDN-Kanäle und verwaltete VoIP-Verbindungen, also Sprachdienste über das Internetprotokoll. In der Veröffentlichung zum zweiten Quartal 2026 sank dieser Mischwert gegenüber dem Vorquartal um 2,5% auf rund 20,2 Millionen. Das ist ein Rückgang der gezählten Sprachanschlüsse, keine Bestandsaufnahme der Kupferleitungen.

Ein Dienst könnte von einer erfassten Technik auf eine andere erfasste Technik wechseln und trotzdem im Gesamtwert bleiben. Dieses Beispiel erklärt die Zählweise; es behauptet keinen tatsächlich gemessenen Kundenwechsel im Berichtsquartal. Wer den Bedarf an Ersatzgeräten oder den Rückbau einer bestimmten Technik beurteilen will, braucht eine Aufschlüsselung nach Technologien.

Warum bei den Anbietern eine Lücke bleibt

Eine zweite Grenze begegnet Lesern, die den Rückgang einzelnen Unternehmen zuordnen wollen. Seit dem ersten Quartal 2025 fehlen in den vierteljährlichen Festnetztabellen die unternehmensbezogenen Angaben und der Marktanteil von BT.

Die Begründung steht in Ofcoms Änderungsmitteilung vom Juli 2025. Nach Gesprächen mit mehreren großen britischen Telekommunikationsanbietern habe die Behörde die nötigen Genehmigungen zur Aufnahme unternehmensbezogener Daten nicht erhalten. Deshalb entfiel dieser Teil der Veröffentlichung.

Unsere frühere Fassung erklärte, die Mitteilung nenne keinen Grund. Das war falsch. Die veröffentlichte Erklärung reicht allerdings nicht so weit, einen bestimmten Anbieter als Verweigerer zu benennen oder ihm ein Motiv zuzuschreiben. Auch ein Ende der behördeninternen Datenerhebung belegt sie nicht. Sicher ist die Grenze dessen, was diese öffentliche Reihe zuletzt zum Vergleich der Unternehmen bereitstellt.

Beide Lücken haben unterschiedliche Folgen. Neue Anbieterzahlen könnten den Unternehmensvergleich verbessern, würden aber noch keine genaue Kupferstatistik liefern. Eine bessere Technikaufteilung wiederum würde allein nicht zeigen, welche Firma wie viel Geschäft verloren hat.

Drei Messgrößen, keine fertige Kundengeschichte

Der Umsatz mit Festnetztelefonie betrug im Quartal 874,2 Millionen Pfund und lag damit 16,1% unter dem Vorjahreswert. Die von Festnetzen ausgehenden Gesprächsminuten fielen im Jahresvergleich um 16,3% auf rund 3,02 Milliarden. Feste Breitbandanschlüsse entwickelten sich anders: Ihr Bestand erreichte zum Quartalsende etwa 29,5 Millionen, 1,0% mehr als ein Jahr zuvor.

Weniger Telefonie, mehr Breitband — daraus lässt sich leicht eine Geschichte vom Wechsel der Kunden erzählen. Die Statistik verfolgt diesen Wechsel jedoch nicht. Sie misst Geld und Minuten über ein Quartal sowie einen Anschlussbestand am Ende dieses Zeitraums. Das Nebeneinander der Trends ersetzt keinen Nachweis, wohin einzelne Nutzer gegangen sind.

Selbst eine einfache Division braucht eine Warnung. Laut Berichtsnotizen sind die Erlöse aus Netzzugang und Gesprächen ohne Mehrwertsteuer angegeben. Internet-Abonnementerlöse sollen nicht enthalten sein, könnten aber teilweise noch darin stecken. Quartalsumsatz geteilt durch den Anschlussbestand am letzten Tag ergibt deshalb keine gemessene Haushaltsrechnung und auch keine Betriebskosten je Leitung.

Der Bericht bleibt ein brauchbares Bild der Marktrichtung. Für die zitierten Vergleiche zeigt er weniger Sprachumsatz und weniger Gesprächsminuten. Erst die Zuordnung verlangt zusätzliche Belege: zu einer Technik, einem Kundenverhalten oder einem Unternehmen. Eine sinkende Zahl wird nicht unbrauchbar, nur weil sie weniger beantwortet, als ihre Leser gern wüssten. Man muss ihr lediglich die passende Frage stellen.

Aktualisiert am 25. Oktober 2026: Wir korrigieren die Aussage, Ofcom habe den Wegfall der Unternehmensdaten nicht begründet. Die Mitteilung vom Juli 2025 nennt die nicht erhaltenen Veröffentlichungsgenehmigungen. Ursprüngliches Veröffentlichungsdatum und Artikeladresse bleiben erhalten.