Zusammenfassung

  • In der frühen Clickworkers-Auswertung von 2001 stammten 37 Prozent der Arbeit von Menschen, die nur einmal vorbeischauten.
  • Vier Punkte am Kraterrand lieferten eine Messung. Übungen, unabhängige Wiederholungen und ein vorhandener Kraterkatalog halfen dem Team, die Eingaben zu prüfen.

Viermal am Rand eines Kraters klicken, das Ergebnis abschicken und den Browser schließen: So klein konnte die Hilfe für NASA ausfallen. Clickworkers hatte eine Aufgabe mit einem erreichbaren Ende gebaut. Wer danach nie wiederkam, ließ trotzdem eine Beobachtung zurück. Eine Mitgliederversammlung auf Lebenszeit war für diesen Ausflug zum Mars entbehrlich.

Die einmaligen Besucher erledigten 37 Prozent der Arbeit im frühen Versuch. Das berichten B. Kanefsky, N. G. Barlow und V. C. Gulick in ihrem Beitrag zur Lunar and Planetary Science Conference 2001. Andere Freiwillige machten über Wochen mit. Die Zahlen zur Entwicklung im Papier reichen von Dezember 2000 bis Januar 2001 und beschreiben die Anfangsphase des Experiments.

Der Browser übernahm einen Teil der handwerklichen Arbeit. Aus vier Punkten am Kraterrand passte er einen Kreis an, glich kleinere Ungenauigkeiten aus und wies Eingaben zurück, die zu stark von einer Kreisform abwichen. Beim Absenden wurden Breite, Länge und Durchmesser übermittelt. Damit ließ sich ein überschaubares Stück Arbeit erledigen, bevor die Frage aufkam, wie viel Freizeit noch zur Verfügung stand.

Ein brauchbarer Einstieg musste vorbereitet werden. Das Übungsbild enthielt sieben bekannte Krater; Rückmeldungen zur Genauigkeit, Hinweise und Vorführungen halfen beim Lernen. Eine weitere Aufgabe verlangte die Einordnung des Zustands von Kratern. Dafür gab es Definitionen, Beispiele und auf Wunsch eine Animation zur Erosion. Die Forscher machten ihre Erwartungen sichtbar, statt dem Neuling nur ein fremdes Gelände vor die Maus zu legen.

Auch die Kontrolle war Bestandteil des Entwurfs. Mehrere Menschen betrachteten dasselbe Gebiet, ihre unabhängigen Markierungen wurden zusammengeführt und verglichen. Die zunächst verwendeten Viking-Karten waren im bestehenden Katalog von Barlow mit 42.284 Kratern erfasst. So konnte das Team prüfen, was die Teilnehmer erkannten und übersahen. Schwach sichtbare Krater waren schwieriger; gerade dort waren zusätzliche Blicke und die Untersuchung von Lücken wichtig.

Die Hauszeitung von NASA Ames vom 26. März 2001 schilderte, wie Beiträge von jeweils fünf Minuten zusammenkommen konnten. Auch sie schrieb mehr als ein Drittel der Arbeit Menschen zu, die einmal teilnahmen und nicht zurückkehrten. Zur Verfügung standen Viking-Mosaike oder höher aufgelöste Bilder von Mars Global Surveyor. Die abgeschickte Beobachtung konnte weiterverarbeitet werden, während ihr Urheber längst etwas anderes tat.

Das war eine nützliche Arbeitsteilung. Das Forschungsteam wählte die Aufgabe, stellte Lernmaterial bereit und organisierte die Prüfung. Der Besucher entschied über seine Zeit. Der offizielle NASA-Nachweis des Konferenzbeitrags dokumentiert diesen frühen Versuch öffentlicher Beteiligung an der Erfassung und Klassifizierung von Kratern. Ein kurzer Einsatz hatte ein eigenes Ergebnis, das sich in das gemeinsame Vorhaben einfügen ließ.

Ganz ohne dauerhafte Dienstbereitschaft ging es allerdings im Hintergrund kaum. Laut dem März-Bericht lief das Experiment auf einem alten Webserver-Rechner, den man aus dem Regal geholt hatte. Der Projektleiter erwartete, dass Rechenressourcen eher knapp werden würden als verfügbare Daten. Viele kleine Beiträge verlangten gemeinsam eine beträchtliche Verarbeitung.

Clickworkers machte aus einem kurzen Besuch etwas, das nach dem Abschied weiterverwendet werden konnte. Die Aufgabe war klein; Übung und Prüfung verliehen ihr Gewicht. Die Besucher durften gehen. Der alte Rechner aus dem Regal hatte die Spätschicht.