Zusammenfassung
- TEAMS ersetzte EASSy nicht. Das Projekt ergänzte eine eigene Verbindung zwischen Mombasa und Fujairah, während die regionalen Verhandlungen weiterliefen.
- Im späteren Modell entsprach der Anteil eines Konsortiumsmitglieds dem Anteil an Kapazität, den es vermarkten durfte. Die Quellen belegen weder gleichberechtigten Zugang für Nichtinvestoren noch einen gemessenen Rückgang der Endkundenpreise.
TEAMS’ Geschichte beginnt nicht mit dem Kabel, das in Mombasa an Land kam, sondern mit einer offenen Verteilungsfrage: Wer sollte Ostafrika mit internationaler Bandbreite versorgen, und wer bestimmte die Bedingungen dafür? EASSy war 2002 als regionales System von ungefähr 9.900 Kilometern vorgeschlagen worden; ein früher Zeitplan zielte auf die Fertigstellung 2005. Ein Diskussionspapier der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) beschrieb 2007 langwierige Gespräche zwischen etablierten Netzbetreibern, Entwicklungsfinanzierern und Regierungen. Strittig waren Governance, Finanzierung, Zugang und Preise. Dahinter stand die praktische Frage, ob Anbieter ohne Investorenstatus Kapazität zu ähnlichen Bedingungen wie Konsortiumsmitglieder beziehen könnten. Das ITU-Papier von 2007 ordnet den Zugangsstreit als Teil der Verzögerung ein.
TEAMS bot einen zweiten Weg an: ein Kabel von Mombasa nach Fujairah, ohne die Einigung über sämtliche Regeln von EASSy abzuwarten. Die Weltbank nannte als Ziele, Bandbreite früher verfügbar zu machen, die Abhängigkeit von teurer Satellitenanbindung zu verringern und später Routenvielfalt, Wettbewerb und Ausfallsicherheit zu schaffen. Das waren erwartete Wirkungswege, keine bereits gemessenen Resultate. Ein Weltbankbericht von 2008 hielt fest, dass der Fertigungsvertrag mit Alcatel-Lucent 2007 geschlossen worden sei und die Inbetriebnahme damals für Ende 2009 erwartet wurde; auch EASSy war für 2009 vorgesehen. Weltbankbericht zu Kenia
Am 16. April 2009 meldete Capital FM den Beginn der Verlegearbeiten in Fujairah und erwartete, dass das Kabelschiff im Juni Mombasa erreichen würde. Der Bericht erwähnte auch den geplanten Anschluss an Kenias nationales Glasfaser-Backbone NOFBI. Eine Prognose ist jedoch kein Ankunftsdatum, und die Landung ist nicht dasselbe wie die Betriebsbereitschaft. Kenias Vision 2030 verzeichnet die Landung in Mombasa im Jahr 2009. Ein späteres ITU-Papier nennt September 2009 als Fertigstellung; TeleGeography führt Oktober als „ready for service“. Auch bei der Länge unterscheiden sich die Angaben: etwa 4.500 oder 5.000 Kilometer. Sinnvoll ist daher die Näherung von rund 5.000 Kilometern, nicht eine scheinbar exakte Zahl. Bericht zum Verlegestart · Kenya Vision 2030 · ITU · TeleGeography
Die tiefgreifendere Änderung betraf die Eigentumsstruktur. Eine Weltbank-Fallstudie beschreibt ein zweistufiges Modell: Zunächst hielten die kenianische Regierung 85 Prozent und Etisalat 15 Prozent. Anschließend verkaufte die Regierung einen Teil ihrer Beteiligung an lokale und regionale Telekommunikationsanbieter. Der Anteil eines Mitglieds am Konsortium entsprach dessen Anteil an der Kapazität, die es verkaufen konnte. Eine spätere ITU-Darstellung sagt, die Regierung habe 20 Prozent an TEAMS Ltd behalten, während Etisalat 15 Prozent des Gesamtsystems hielt. Die Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Ebenen und dürfen nicht als Teile derselben Eigentumstabelle gelesen werden. Weltbank-Fallstudie zu Breitbandstrategien · ITU, 2013
Auch die frühen Eigentumspläne passen nicht vollständig zusammen. Das ITU-Papier von 2007 nannte eine erwartete Regierungsbeteiligung von 40 Prozent; spätere Berichte beschreiben die anfängliche Aufteilung 85 zu 15 und den anschließenden Verkauf eines Teils des Staatsanteils. Das können aufeinanderfolgende Entwürfe oder Momentaufnahmen sein, doch die öffentlich verfügbaren Quellen rekonstruieren den Übergang nicht. Eine Prozentzahl als unveränderlich darzustellen, wäre daher irreführend. TEAMS war zudem nicht Kenias erste kommerzielle Unterseekabelverbindung: Ein Bericht von Juli 2009 sagte, SEACOM sei zuerst in Betrieb gegangen. TEAMS war eine parallele Route, nicht der Beginn der Kabelanbindung. Capital Business zu den neuen Eigentümern
Kapazität, die an der Küste ankommt, wird nicht automatisch zu einem Internetangebot. Dafür braucht es Landestationen, internationale Übergänge, terrestrischen Transport und Käufer, die die Kapazität tatsächlich erreichen können. Safaricoms Geschäftsbericht 2009 prognostizierte, die Zugangskosten könnten innerhalb von fünf Jahren um bis zu 33 Prozent sinken. Das war eine Unternehmensprognose, keine nachträgliche Preisreihe. Belegt sind die zusätzliche Route und eine Eigentumsordnung, die Anteile mit Verkaufsrechten an Kapazität verband. Welche Preise Nichtinvestoren zahlten und ob Haushalte tatsächlich weniger zahlten, geht aus den hier verfügbaren öffentlichen Unterlagen nicht hervor. Safaricom-Geschäftsbericht 2009
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