Zusammenfassung

  • Am 31. August verglich das Board Governance Committee Themen des Board Self-Evaluation Survey mit der Arbeit des Board Efficiency Work Team, um Punkte ohne Bedarf für eine gesonderte Prüfung zu erkennen.
  • „Delegation of Authority“ soll weiter beim Governance Committee behandelt werden; die Diskussion geht weiter. Das Protokoll hält weder eine Regeländerung noch einen Beschluss des Boards fest.

Schon die Zuweisung einer Frage kann die Governance prägen, bevor sich eine Regel ändert. Das Protokoll der ICANN-Sitzung vom 31. August hält fest, dass das Board Governance Committee (BGC) die Punkte des Board Self-Evaluation Survey mit Themen verglich, die das Board Efficiency Work Team (EWT) bearbeitet. Die Mitarbeitenden stellten außerdem einen Vergleich mit früheren Selbstevaluationen vor. Ziel war laut Protokoll, Themen zu finden, die keine gesonderte BGC-Befassung erfordern.

Das Committee erörterte, wie die übrigen Survey-Themen zu Themenfeldern gebündelt und mögliche Verbesserungspläne erkannt werden könnten. Bei „Delegation of Authority“ vereinbarte es, den Punkt im BGC zu belassen, statt ihn der Arbeit des EWT zuzuordnen. Der protokollierte Auftrag bleibt begrenzt: Das BGC setzt die Diskussion bei seiner nächsten Sitzung fort. Der Vorsitzende wollte die Survey-Ergebnisse außerdem bei einer künftigen Sitzung erneut zur Beratung vorlegen.

Das ist eine Zuständigkeitsverteilung für die Prüfung, keine Änderung der ICANN-Regeln zur Delegation von Befugnissen. Das öffentliche Protokoll enthält weder Survey-Werte noch Kommentare einzelner Board-Mitglieder oder den Inhalt eines möglichen Verbesserungsplans. Es nennt auch keinen konkreten Zuständigkeitskonflikt, keine zu ändernde Delegation und keinen Board-Beschluss. Die Diskussion als neue Policy-Entscheidung zu bezeichnen, würde über den Beleg hinausgehen.

Der Prozess begann früher. Im März genehmigte das BGC Satzung und Zusammensetzung des EWT. Im Juli bat das Committee nach einer Präsentation der Effizienzempfehlungen den Vorsitzenden und die Mitarbeitenden, Themen oder Ausreißer aus der Selbstevaluation zu identifizieren, die nicht zur EWT-Arbeit gehörten. Der August-Vergleich setzte diese Aufteilung um: Bereits vom EWT behandelte Punkte sollten keine zweite Prüfung auslösen, während „Delegation of Authority“ auf der Governance-Agenda blieb.

Die Trennung ist eine Gestaltungsentscheidung. Ein Effizienzteam kann doppelte Prüfung verringern, doch Fragen aus einer Selbstevaluation brauchen weiterhin eine erkennbare Zuständigkeit. Der Verbleib beim BGC hält einen Ort für Governance-Prüfung offen; er garantiert weder eine Änderungs-Empfehlung noch eine Handlung des gesamten Boards. Das nächste Protokoll wird zeigen müssen, ob der Punkt weiter beraten, weitergeleitet oder abgeschlossen wird. Eine interne Selbstevaluation ist bis dahin kein öffentlicher Beleg für ihre Ergebnisse.

Quellen