Zusammenfassung

  • IANA berücksichtigte örtliche Anträge, die Unterstützung Großbritanniens, den Widerspruch des Managers und die Pläne des Nachfolgers.
  • Die Petition belegte die örtliche Meinung, änderte das DNS aber nicht. IANA empfahl den Wechsel; die US-Regierung vollzog die Root-Zonen-Änderung.
  • Belegt ist ein Verwaltungswechsel, keine Entscheidung über Pitcairns Souveränität und keine Umsetzung aller angekündigten Projekte.

Wem sollte die Domain dienen?

Am 10. Juli 1997 genehmigte IANA die erste Delegation von .pn, dem Pitcairn zugeordneten Code. Tom Christian war administrativer Kontakt, Nigel Roberts technischer Kontakt, Pitcairn Names (Orichalk Ltd) die eingetragene Organisation. Der spätere Bericht sagt, die Registrierungen hätten überwiegend Einrichtungen ohne Bezug zu Pitcairn betroffen; Orichalk habe dafür Gebühren erhoben. IANA erklärte sie nicht für ungültig, sondern fragte nach dem Nutzen für die Gemeinschaft.

Die Kommunikationslage machte den Streit greifbar: IANA beschrieb eine gemeinsame Telefonleitung, eingeschränkte internationale Verbindungen und die damalige Unmöglichkeit, E-Mail von der Insel zu senden. Im September 1997 verlangte Commissioner Leon Salt, die Delegation zu entziehen und dem Gouverneursbüro zu übertragen. Der Inselrat stellte am 24. Oktober einen eigenen Antrag, damit .pn Pitcairn und seinen Einwohnern diene.

IANA bat Salt, mit Roberts eine Einigung zu suchen. Roberts widersprach, während die britische Regierung den Antrag des Inselrats unterstützte. Im September 1999 leitete Salt eine Petition weiter. Nach seiner von IANA wiedergegebenen Aussage hatten alle erwachsenen Einwohner außer Christian und seiner Frau unterschrieben. Am 27. Oktober unterstützte Christian, der ursprüngliche administrative Kontakt, die Übertragung separat. Roberts blieb dagegen: Die Petition belegte starken örtlichen Rückhalt, aber keine Einigung aller Beteiligten.

RFC 1591 und ICP-1 (Mai 1999) machten Dienst, Fairness und Betriebsfähigkeit zu Pflichten des Managers. Üblicherweise sollten alter und neuer Manager ihre Einigung und das Verständnis der neuen Pflichten bestätigen. Da Konsens fehlte, erklärte IANA, ohne einstimmige Zustimmung entscheiden zu müssen. Im Bericht vom 11. Februar 2000 nannte sie sechs Faktoren: Petition, Christians Unterstützung, Antrag des Inselrats, Unterstützung Großbritanniens, die Einschätzung fehlender verlässlicher Anbindung oder eines anderen Gemeinschaftsnutzens sowie die Fähigkeiten und Pläne des Nachfolgers. Vorgesehen waren E-Mail, eine offizielle Website und .gov.pn; der Bericht belegt keine Umsetzung.

IANA durfte laut Vertrag mit der US-Regierung Anträge entgegennehmen, untersuchen und berichten, aber keine Root-Zone-Änderung genehmigen. Ein zeitgenössisches ICANN-Archiv sagt, die US-Regierung habe die Neudelegierung umgesetzt, nennt jedoch weder Datum noch technisches Protokoll. Anliegen der Betroffenen, IANA-Empfehlung und Root-Zonen-Schritt waren getrennte Handlungen. Die Quellen belegen einen Verwaltungswechsel, keine Gebietsübertragung oder Souveränitätsentscheidung. RFC 1591 sagt, IANA entscheide nicht, was ein Staat ist.

Quellen