Zusammenfassung

  • RFC 1401 druckt den IAB-Brief vom 30. März 1992, die DISA-Antwort vom 16. April und die IAB-Nachricht vom 19. Mai. Das IAB bat bis zum 20. April um eine Stellungnahme und wollte DNS-Umstellungsfristen von den zuständigen Stellen.
  • DISA versprach eine Prüfung der technischen und wirtschaftlichen Folgen für Systeme des US-Verteidigungsministeriums und spätere Mitteilung ihrer Entscheidungen. Ein DNS-Beschluss steht nicht in der veröffentlichten Korrespondenz.

Zwei Namensverzeichnisse können gleichzeitig antworten und einander widersprechen. Das IAB sah darin 1992 kein akademisches Problem. Sein dem RFC-1401-Eintrag beigefügtes Memorandum hielt die zentral gepflegte Datei hosts.txt für zu klein und zu träge für das gewachsene Internet. Teile von MILNET verwendeten sie weiter. Nach Darstellung des IAB führten unterschiedliche Zuordnungen von Namen zu Adressen zu fehlgeschlagenen Verbindungen für Anwender.

Bei E-Mail war der Unterschied noch größer als eine veraltete Adresse. Ein MX-Eintrag nennt alternative Mail-Relays und ihre Reihenfolge. Die schlichte Host-Tabelle enthält diese Fähigkeit nicht. Für Organisationen, die auf statische Tabellen angewiesen blieben, schlug das IAB vor, DNS-Daten in die NIC-Bestände zu übernehmen, beides zu synchronisieren und wenigstens MX-Informationen einzubauen. Das war eine Brücke. Sein eigentliches Ziel war eine gemeinsame DNS-Nutzung mit verbindlichen Fristen.

Der Blick zurück erklärt den Druck. RFC 1031 hatte 1987 für MILNET eine mögliche Abfolge von Tabellenbetrieb über Mischbetrieb bis zum reinen DNS-Betrieb beschrieben, mit einem Zeitplan bis Oktober 1989. Schon der erste Absatz warnte, dass noch keine offizielle Politik veröffentlicht worden sei. Der IAB-Brief von 1992 berichtete weiterhin von Abhängigkeit von Tabellen. Er lieferte eine institutionelle Einschätzung, keine vollständige Zählung aller betroffenen Rechner.

Am 30. März schrieb Lyman Chapin an die zuständige DISA-Gruppe und bat um Ansichten bis zum 20. April. Kenneth Thomas antwortete am 16. April. Er nannte Leistung und Interoperabilität wichtige Fragen, sagte eine technische und wirtschaftliche Untersuchung zu und stellte die Mitteilung späterer Entscheidungen in Aussicht. Chapin bedankte sich am 19. Mai und erwähnte ein mögliches Treffen. Mehr Entscheidung enthält die dreiteilige Akte nicht. Ein Treffen oder eine spätere Einführung lässt sich daraus ebenfalls nicht belegen.

Hier liegt der politische Mechanismus der Geschichte. Das IAB konnte Fehlfunktionen erklären und Fristen fordern; DISA verfügte über die Systeme, deren Betrieb und Kosten auf dem Spiel standen. Die Antwort verwandelte den Appell in einen Prüfauftrag. Der Briefverkehr wurde öffentlich, ein neuer Resolver wurde dadurch noch nicht eingerichtet.