Summary

  • Die IPv6 Task Force nennt in ihren ARIN-58-Folien die teure Bekämpfung von IPv4-Betrug als Argument für ARINs IPv6-Arbeit.
  • ARIN erläutert Registermanipulation und Sperren in einer amtlichen FAQ. Auf der Folie fehlen Fallzahl, Kosten und eine Abgrenzung der angeblich besonders schwierigen „letzten 5 %“.

Auf Lee Howards Folie steht eine ungewohnte Begründung für IPv6-Förderung: Wertvolle IPv4-Adressen lockten Betrüger an, Gegenmaßnahmen seien teuer und bei den letzten fünf Prozent der Adressen sei die Herkunft besonders schwer zu klären. Der Protokollwechsel bekommt damit einen Platz in der Abrechnung der Registerermittler.

Was sie ermitteln, beschreibt ARIN in seiner FAQ für Strafverfolgungsbehörden. Dort geht es um versuchte Übernahmen von Whois-Einträgen, gefälschte Registrierungsdaten, unberechtigte Routenankündigungen und fingierte Vollmachten. Bei Verdacht sperrt ARIN nach eigenen Angaben meist zunächst den betroffenen Datensatz, untersucht den Fall und hält das Ergebnis schriftlich fest. Das ist konkrete Arbeit.

Die Folien beziffern diese Arbeit jedoch nicht. Weder die Zahl der Fälle noch Stunden, Ausgaben oder der Zeitraum werden genannt. Auch die Gruppe der „letzten 5 %“ bleibt unbestimmt. Vor allem fehlt die Rechnung, welcher Teil der Ermittlungsarbeit durch ein IPv6-Programm entfallen soll. Eine plausible Ursache ersetzt keine Kostenaufstellung.

Für weiterhin genutzte IPv4-Adressen bleibt eine belastbare Registrierung nötig. ARIN könnte die Ermittlungskosten neben die Ausgaben für IPv6-Einführung stellen und für jede Position Zahlungspflichtige und erwartete Entlastung nennen. So bekäme die Folie eine Begründung, die über ihre Überschrift hinaus trägt.