Zusammenfassung

  • AFPUB-2026-GEN-005 v4 sieht vier Wochen für die Folgenabschätzung, mindestens acht Wochen RPD-Debatte, höchstens zwei Wochen für die Entscheidung der Vorsitzenden und einen eigenen zweiwöchigen Last Call vor.
  • Die Fristen beginnen bei unterschiedlichen Ereignissen; wie Entscheidungsfenster und Last Call zusammenpassen, bleibt offen.

AFRINICs Richtlinienprozess hat inzwischen mehr Uhren als ein Bahnhof. Die neue Fassung von „Update of PDP“ versieht Folgenabschätzung, Mailinglisten-Debatte, Sitzungsbeschlüsse, Last Call, Einsprüche und das Ablaufdatum von Vorschlägen mit Fristen. Eine Frist macht Verspätung sichtbar. Ein Bündel von Fristen lässt alle zuerst fragen, welche Uhr gerade gilt.

Laut offizieller Vorschlagsseite wurde AFPUB-2026-GEN-005-DRAFT01 am 14. Oktober 2026 als Version 4.0 eingereicht und steht weiterhin auf „Under Discussion“. Der Entwurf würde vier Abschnitte des Consolidated Policy Manual ändern.

Bei der Folgenabschätzung ist der Start klar: AFRINIC soll sie spätestens vier Wochen nach Einreichung veröffentlichen und mindestens eine Woche vor dem nächsten Public Policy Meeting. Reicht die Zeit für eine vollständige Analyse nicht, muss die RPD-Liste eine Begründung und mindestens einen Entwurf erhalten. Der Auslöser ist die Einreichung.

Die Debatte hat mehr als einen Zeiger. Eine Version soll mindestens zwei Wochen vor dem PPM verfügbar sein. Zusätzlich braucht jede Version mindestens acht Wochen Diskussion auf der RPD-Liste. Das sind getrennte Anforderungen. Eine zahlenmäßige Höchstgrenze für die Mailinglistenphase nennt der Entwurf nicht; er verknüpft sie mit der für die Präsentation beim PPM erforderlichen Zeit. Damit muss der Kalender eine Präzisierung liefern, die der Text selbst geben sollte.

Nach acht Wochen Listendebatte und der Präsentation beim PPM hätten die Vorsitzenden höchstens zwei Wochen, um rough consensus festzustellen. Auch das Protokoll muss binnen zwei Wochen erscheinen. Der Last Call dauert weitere zwei Wochen; binnen einer Woche danach sollen die Vorsitzenden bestätigen, ob der Konsens hält. Der Entwurf sagt nicht, ob der Last Call in das Entscheidungsfenster fällt, danach kommt oder dieses beendet. Fristen gibt es genug. Ihre Reihenfolge fehlt.

Version 3 desselben Vorschlags verlangte mindestens vier Wochen Prüfung vor dem PPM, ein Ablaufdatum nach einem Jahr und drei Wochen für die Veröffentlichung der Protokolle. Version 4 schlägt acht Wochen Listendebatte, sechs Monate Laufzeit pro Vorschlagsversion und zwei Wochen für Protokolle vor. Ein Einspruch stoppt die sechsmonatige Uhr; eine abgelaufene Version darf unter ihrer alten Kennung wieder aufgenommen werden. Jede Version wird zu einem Prozessgegenstand mit eigenem Zeitkonto.

Die nächste sinnvolle Überarbeitung sollte die Ereignisse zeichnen: Einreichung, Veröffentlichung der Analyse, Beginn und Ende der Listendebatte, Festlegung der Tagesordnung, PPM, Last Call, Entscheidung, Einspruch und Ablauf. Sie muss zeigen, welche Fristen parallel laufen und welches Ereignis die nächste startet. Ohne Fahrplan ist „zwei Wochen“ nur eine Zahl im Anzug.

Primärquellen: GEN-005 v4 · archivierte Version 3 von 2021 · aktuelle Vorschlagsliste · AFRINICs PDP-Übersicht.