Zusammenfassung

  • Alexandre Vogel und Cristel Pelsser fanden für Januar 2026 insgesamt 17.435 Antennen, die allen vier historischen französischen Mobilfunknetzen zugeordnet waren: 4,45 Prozent des untersuchten Bestands.
  • Für vernetzte Fahrzeuge und andere kritische M2M-Systeme zählt, ob zwei Anbieter hinter der SIM tatsächlich getrennte Funktechnik einsetzen.

Zwei SIM-Profile können auf dieselbe Antenne zeigen. Alexandre Vogel, Doktorand für Netzwerke und eingebettete Systeme an der UCLouvain mit Forschungsschwerpunkt Fahrzeugkommunikation, und seine Mitautorin Cristel Pelsser machen diese Überschneidung im Beitrag „Shared Antennas, Shared Risks“ zählbar. Die Arbeit wurde auf der TMA 2026 vorgestellt.

Die Autoren unterscheiden gemeinsam genutzte Standorte von gemeinsam genutzten Antennen. Ein gemeinsamer Standort ist etwa ein Mast, den mehrere Anbieter mit eigener Ausrüstung nutzen. Eine gemeinsame Antenne liegt nach der Definition der Studie vor, wenn dieselbe Kennung in den Datensätzen der französischen Frequenzagentur ANFR mehreren Anbietern zugeordnet ist. Der Mast kann gemeinsam sein, während die Antennen getrennt bleiben. Dieselbe Antenne bringt unterschiedliche Netze näher an denselben Funk-Ausfallpunkt.

Der französische Datensatz umfasst GSM-, UMTS-, LTE- und 5G-Anlagen von Orange, SFR, Free und Bouygues Telecom. Im Januar 2026 waren 50,71 Prozent der Funkstandorte mit mindestens einem weiteren Anbieter geteilt; 2018 lag der Vergleichswert bei 47 Prozent. Gemeinsam genutzte Antennen stellten 20 Prozent des Gesamtbestands. 17.435 davon waren allen vier Anbietern zugeordnet, entsprechend 4,45 Prozent aller erfassten Antennen.

Der Nenner umfasst die vier historischen Anbieter im französischen Mutterland; Überseegebiete, Rundfunkanlagen und andere Anlagenbetreiber sind ausgeschlossen.

Die Verteilung hängt vom Siedlungsraum ab. Gemeinsam genutzte Antennen häufen sich in Gebieten mittlerer Bevölkerungsdichte, ungefähr bei 100 Einwohnern je Quadratkilometer. Oberhalb von 10.000 Einwohnern je Quadratkilometer werden sie selten; in dichten Städten stützen sich die Netze stärker auf anbieterbezogene Antennen. Für Fahrzeuge und Maschinen außerhalb der Stadt kann ein Wechsel zwischen zwei Anbietern daher weniger räumliche Vielfalt bringen als erwartet.

Die Studie wertet öffentliche Verwaltungsdaten aus. Sie misst keine Ausfälle und testet keinen Netzwechsel. Die Autoren haben die Mobilfunknetze nicht aktiv sondiert; das Papier enthält weder Ausfallraten noch Paketverlust- oder Umschaltergebnisse. Es zeigt gemeinsame Infrastruktur, keinen beobachteten gemeinsamen Ausfall.

Die französische Zeitreihe reicht bis Februar 2026. Die ANFR-Datenseite nennt als letzte Aktualisierung den 6. Oktober 2026. Erst ein neuer Abgleich der Kennungen zeigt, ob 20 Prozent und 17.435 Antennen noch dem aktuellen Bestand entsprechen.

Vogels Arbeit verschiebt die Redundanzfrage unter die SIM-Karte: Multipath-Verfahren können Daten zwischen Anbietern verteilen. Teilen beide Wege dieselbe Antenne, entsteht dadurch kein zweites Funkgerät.

Quellen