Zusammenfassung

  • Ulrich Speidel trennt Erzeugungsleistung, gespeicherte Energie und unterbrechungsfreie Versorgung bei der Umschaltung.
  • Sein netzgekoppeltes, inselbetriebsfähiges Solarsystem benötigt für empfindliche Netzgeräte weiterhin eine USV, wenn es sich vom öffentlichen Netz löst und später wieder ankoppelt.

Für eine Solaranlage lässt sich eine eindrucksvolle Kilowattzahl anbieten. Für einen abgelegenen Netzstandort zählt außerdem, ob der Router im falschen Augenblick neu startet. Ulrich Speidels Beitrag bei APNIC vom 4. November führt genau an diese Übergabestelle. Die Anlage kann genug Energie besitzen und sie doch für einen kurzen Moment nicht ohne Unterbrechung an die Last liefern.

Speidel lehrt Informatik an der University of Auckland. Sein Entwurf beginnt mit der Lastliste: Server, Switches, Router, Funktechnik, Kühlung, Licht, USV und weitere Verbraucher auf demselben Stromkreis. Die Spitzenlast bestimmt, was gleichzeitig versorgt werden muss; der durchschnittliche Bedarf prägt die nötige Speicherdauer. Die Nennleistung eines Moduls gilt unter Spitzenbedingungen. Sie ist kein Ersatz für die Rechnung mit Schatten, Standort und tatsächlichem Verbrauch.

Danach beschreibt er zwei Systeme. Eine reine Inselanlage hat kein öffentliches Netz als zweite Quelle. Eine gekoppelte Anlage kann bei dessen Ausfall abtrennen und selbst versorgen. Letztere kann Überschüsse im Normalbetrieb nutzbar machen, muss aber den Wechsel beherrschen. Im Netzbetrieb synchronisiert sie sich mit der Wechselstromfrequenz des Netzes. Wenn das Netz wegfällt und später zurückkehrt, beschreibt Speidel ein kurzes Abschalten des Wechselrichters. Geräte ohne Toleranz für Stromverlust brauchen dafür die USV.

Diese Sekunden passen in keine einfache Batterie-Werbung. Ein Speicher kann ausreichend Energie für die Nacht bereithalten, ohne die Umschaltung allein lückenlos zu machen. Speidel berichtet über Planung, nicht über einen vermessenen Ausfall an einem bestimmten Standort. Ein belastbarer Nachweis wäre ein Test unter echter Last, der Netzausfall, Netzwiederkehr, Wechselrichter, USV und Gerätebetriebszeit gemeinsam protokolliert.

Sein Einwand gegen Solarstrom nur als selten genutzte Reserve betrifft die Wirtschaftlichkeit: Im Alltag bliebe die Investition ungenutzt. Ob Einspeisung sinnvoll ist, hängt von den örtlichen Regeln ab. Für die technische Abnahme bleibt die eigentliche Frage gleich: Hat jemand die Umschaltung mit den Netzgeräten wirklich geprüft?