Zusammenfassung

  • Im August 2005 verlangte Flickr von neuen Mitgliedern eine Yahoo ID. Bestehende Mitglieder konnten vorerst ihre Flickr-Anmeldung behalten; der sichtbare Name blieb erhalten. Programme mit Zugriff auf die API mussten nach einer Kontoverknüpfung möglicherweise ihre Authentifizierung ändern.
  • 2006 führte der Hauptweg zur Anmeldung bereits zu Yahoo; die mobile Website akzeptierte nur Yahoo IDs. Die alte E-Mail-Anmeldung sollte im März 2007 enden. 2019 begann Flickr, Mitglieder schrittweise auf eine eigene Anmeldung umzustellen.

Das Schild am Album blieb hängen

Flickr musste erklären, warum ein öffentlich sichtbarer Name etwas anderes war als der private Nachweis, mit dem sich dessen Besitzer anmeldete. Die Mitteilung vom 16. August 2005 schrieb Yahoo IDs für neue Nutzer vor. Wer schon Mitglied war, konnte das Konto verbinden oder zunächst E-Mail und Passwort von Flickr weiterverwenden. Der sichtbare Flickr-Name sollte bleiben. Neun Tage später versprach das Unternehmen auch, die öffentlichen Adressen der Fotos zu erhalten.

Das war ein wichtiger Schutz für Links, die längst in Blogs, Nachrichten und Lesezeichen standen. Der Fotograf musste seine Sammlung nicht unter einer neuen Adresse vorstellen. Seine Möglichkeit, Bilder hinzuzufügen oder ein vergessenes Passwort zurückzusetzen, hing künftig jedoch von der Anmeldung eines anderen Unternehmens ab. Hinter der unveränderten Adresse flickr.com/photos/ verschob sich die Entscheidung, welcher Person das Konto geöffnet wurde. Die öffentliche Identität und das Recht, sie zu pflegen, bekamen verschiedene Verwalter.

Schon die erste Ankündigung benannte einen möglichen Bruch. Wer fremde Programme mit Flickrs API nutzte, sollte vor der Verknüpfung warten: Manche Anwendungen könnten ausfallen, bis ihre Entwickler die Authentifizierung aktualisiert hätten. Die Mitteilung nennt keine Zahl betroffener Programme. Sie beschreibt den Mechanismus. Im Browser konnte das Konto erreichbar sein, während ein Werkzeug zum Hochladen keine gültige Berechtigung mehr erhielt. Die Vordertür und der Lieferanteneingang wurden auf unterschiedlichen Wegen umgebaut.

Die Erläuterung vom 25. August bot für Schwierigkeiten während der Umstellung sogar ein zeitweiliges Lösen der Verbindung an. Zugleich kündigte Flickr an, dass die Verbindung eines Tages Pflicht würde. Neue Mitglieder kannten nur die Yahoo-Tür; ältere konnten noch eine andere nehmen. Ein Besucher sah dieselben Fotoseiten, obwohl dahinter zwei verschiedene Anmelderegeln galten.

Erst wanderte der Haupteingang

Im September 2006 leitete der zentrale Anmeldelink direkt zur Yahoo-Seite. Die alte Flickr-Anmeldung blieb über einen weiteren Link zugänglich. Flickr bezeichnete die frühere geteilte Auswahl als verwirrend. Die neue Oberfläche setzte zugleich eine Reihenfolge durch: Yahoo war der Normalfall, Flickr die schwerer zu findende Ausnahme. Die alte Tür war noch offen, aber nicht mehr am Haupteingang.

Die mobile Version vom November 2006 ging weiter. Sie ließ nur Yahoo IDs hinein. Mitglieder mit alter Flickr-Anmeldung mussten erst ihre Konten verbinden. So wurde die spätere allgemeine Pflicht bereits für einen Teil des Produkts wirksam. Derselbe Mensch konnte seine Fotos am Rechner bearbeiten und auf dem Telefon vor einer verschlossenen Tür stehen.

Ein anderer Domainname stellte eine Sicherheitsfrage. Im Hinweis vom Januar 2007 erklärte Flickr, Yahoo-Mitglieder sollten sich bei login.yahoo.com anmelden, und warnte vor gefälschten Login-Seiten. Nachdem das echte Passwortfeld auf eine fremde Domain gewandert war, mussten Mitglieder diese Domain als vertrauenswürdig erkennen. Die neue Kontostruktur verlagerte eine Entscheidung in die Adresszeile jedes Nutzers.

Die Mitteilung vom 30. Januar kündigte an, die alte E-Mail-Anmeldung im März 2007 zu beenden. Die eigenen Termine widersprechen sich: Derselbe Text nennt den 20. März und ein Wechseln „bis zum 15.“; der frühere Sicherheitshinweis nennt den 15. März. Sicher ist die allgemeine Umstellung im März. Für einen einzigen verbindlichen Abschalttag wären Betriebsaufzeichnungen nötig, die diese Angaben zusammenführen.

Flickr musste außerdem falsche Kontoverbindungen korrigieren können. Am 15. März 2007 stellte es ein Werkzeug vor, mit dem ein Flickr-Konto von einer Yahoo ID auf eine andere übertragen werden konnte. Alte Flickr-Konten sollten weiterhin verbunden werden. Weder das Foto noch dessen öffentliche Adresse standen bei dieser Reparatur zur Debatte. Korrigiert wurde die private Zuordnung zwischen einer Sammlung und der Kennung, die ihre Bearbeitung erlaubte.

Auch die Rückgabe des Schlüssels brauchte eine Warteschlange

Nach dem Verkauf an SmugMug wollte Flickr die Bindung an Yahoo lösen. In der Ankündigung von 2018 berichtete das Unternehmen von verwechslten E-Mail-Adressen, verpassten Benachrichtigungen und Schwierigkeiten beim Zugang. Sogar der Geschäftsführer sei wegen verwechselter Zugangsdaten ausgesperrt gewesen. Das ist Flickrs eigener Bericht, keine Zählung aller betroffenen Konten. Er zeigt das Problem genau: Das öffentliche Album blieb sichtbar, während sein Besitzer die passende Tür suchen musste.

Am 4. März 2019 kündigte Flickr den Beginn einer gestaffelten Umstellung auf die eigene Anmeldung an. Bis ein Konto an der Reihe war, brauchte sein Besitzer weiterhin Yahoo-Zugangsdaten. Als erste neue Anmeldeadresse kamen die bisherige Yahoo-Adresse oder die im Flickr-Konto eingetragene primäre Kontaktadresse infrage; anschließend wurde ein neues Passwort gesetzt. Die Unabhängigkeit ließ sich nur herstellen, indem für jedes Konto der berechtigte Empfänger eines neuen Schlüssels bestimmt wurde.

Die Fotos behielten ihren Platz. Der schwerere Teil der Geschichte war die Verbindung zwischen dem Menschen, seinem Album und der Instanz, die ihm Zutritt gewährte. Yahoo übernahm diese Rolle schrittweise; Flickr begann 2019, sie ebenso schrittweise zurückzuholen. Ein Album kann zwei Verwalter seiner Tür erleben, ohne seine Adresse zu ändern.