Summary
- Im Entwurf des US-Gesamtabschlusses 2025 fehlte laut GAO die Art der rechtlichen Eventualverbindlichkeiten, obwohl die Obergrenze vernünftigerweise möglicher Verluste mit 1,5 Billionen Dollar angegeben war. Zwei EPA-Fälle entfielen auf zusammen 1,4 Billionen. Im endgültigen Abschluss wurde die Erläuterung ergänzt.
- Weitere Anhangangaben waren im Entwurf falsch oder unvollständig. Ein Anstieg von Verpflichtungen stand dort mit 14,9 Milliarden Dollar, während die Belege 47,8 Milliarden auswiesen. Das Ministerium korrigierte die entdeckten Fehler; der GAO verlangte bessere Verfahren.
- Bei der jährlichen Bestätigung von Zugriffsrechten auf Planning Analytics sahen Vorgesetzte nur USER und ADMIN. Das System bietet 62 konkrete Rollen. Zum Berichtsabschluss waren neun Empfehlungen für die Erstellung des Gesamtabschlusses offen, sechs ältere und drei neue.
Die Zahl hatte keinen Gegenstand
Der GAO-Bericht vom September 2026 legt einen Fehler offen, der sich in einem Finanzbericht kaum verstecken lässt. Zum 30. September 2025 setzte das Finanzministerium die obere Grenze einer geschätzten Spanne vernünftigerweise möglicher Rechtsverluste auf 1,5 Billionen Dollar. Der Entwurf erläuterte nicht, worum es bei den Eventualfällen ging. Zwei Fälle der EPA trugen je 700 Milliarden zu dieser Spanne bei. Nach dem Hinweis der Prüfer ergänzte das Ministerium den endgültigen Anhang.
Die Spanne beschreibt mögliche Verluste, keine bereits geleisteten Zahlungen. Gerade bei einer Eventualposition ist die Erklärung Teil der Zahl: Sie verrät, welcher Vorgang hinter einer Größenordnung steht. Bundesrechtliche Rechnungslegungsstandards verlangen bei einschlägigen Fällen Angaben zu Art und möglichem Betrag beziehungsweise zur Spanne oder zur fehlenden Schätzbarkeit. Ein Leser braucht beides, um einen Betrag einzuordnen.
Für die Schätzung der Verlustspanne hatte das Ministerium detaillierte Arbeitsanweisungen. Bei der Auswahl der offenzulegenden Art der Fälle fehlten dagegen konkrete Schritte. So bleibt das Kriterium für den nächsten Abschluss schwer überprüfbar. Der GAO empfahl, die Anweisung zu verbessern und tatsächlich anzuwenden. Das Finanzministerium stimmte zu.
Vierzig Anweisungen, doch kein verlässlicher Anhang
Im vollständigen Originalbericht finden sich weitere Beispiele. Bei Forderungen aus Darlehen fehlte die Erklärung für einen Anstieg von 52,7 Milliarden Dollar in „allen übrigen Programmen“. Eine Anhangangabe zu Verpflichtungen nannte 14,9 Milliarden Dollar als Zuwachs; der Beleg wies 47,8 Milliarden aus. Auch unvollständige Informationen und irrtümlich übernommene Vorjahresangaben traten auf. Die endgültige Fassung enthielt die Korrekturen der vom GAO gefundenen Fehler.
Mehr als vierzig Standardverfahren regelten laut Bericht die Erstellung des Gesamtabschlusses. Sie reichten dennoch nicht aus, um den Anhang durchgehend richtig und vollständig zu erstellen. Das ist der Unterschied zwischen einer erfolgreichen externen Prüfung und einer funktionierenden internen Kontrolle. Die Prüfer retteten den endgültigen Text. Das Finanzministerium muss seine Zahlen, Veränderungen und Erläuterungen schon vor der Freigabe des Entwurfs gegen die Belege halten. Sonst wird der Auditor zum unbezahlten Schlussredakteur der staatlichen Bilanz.
Der GAO-Prüfbericht zu den Abschlüssen 2025 und 2024 zeigt die größere Dimension. Für die periodengerechten Bundesabschlüsse konnte der Rechnungshof kein Prüfungsurteil abgeben. Hauptgründe waren Probleme im Finanzmanagement des Verteidigungsministeriums, die Verrechnung zwischen Bundesstellen und Schwächen bei der Erstellung des Gesamtabschlusses. Die aktuellen Befunde betreffen den letzten dieser Bereiche. Seit der ersten Prüfung für das Jahr 1997 besteht die Hürde für ein Prüfungsurteil fort.
Ein Schlüsselbund mit 62 Zähnen, ein Schild mit zwei Wörtern
Bundesstellen übermitteln angepasste Salden an GTAS. Das Finanzministerium lädt sie für die Konsolidierung in Planning Analytics; Buchhalter des Fiscal Service tragen dort zusätzlich Buchungen und Daten ein, die nicht über GTAS kamen. Wer welche Rechte in diesem System hat, berührt den Kern der Abschlussproduktion.
Zur jährlichen Bestätigung der Zugriffe erhielten Vorgesetzte Berichte, die Nutzer lediglich als USER oder ADMIN kennzeichneten. Im System konnten jedoch 62 einzelne Rollen nach Aufgaben vergeben werden. Ohne diese Detailansicht konnte ein Vorgesetzter den tatsächlichen Umfang eines Zugangs nicht prüfen. Der GAO forderte, die konkreten Rollen im Bestätigungsprozess anzugeben. Der formale Prüfschritt war vorhanden; die Information, die ihn sinnvoll macht, fehlte.
Drei der zuvor neun offenen Empfehlungen wurden nach Maßnahmen des Ministeriums geschlossen. Sechs ältere blieben offen, drei neue kamen hinzu. Die Summe von neun offenen Punkten ist das Arbeitsprogramm hinter der bereits ausgebesserten Fußnote.
Sources
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