Zusammenfassung
- Die CRTC setzte am 31. Oktober 2025 den für den 4. November geplanten Beginn ihrer neuen Regeln für große Telekomausfälle aus. Die bisherigen vorläufigen Meldepflichten blieben bestehen.
- Sieben Betreiber fechten die Schwelle für meldepflichtige Störungen an. Im Oktober 2026 fragt die Behörde noch immer nach einer künftigen REST/JSON-Schnittstelle.
Bei einem Netzausfall brauchen Notrufstellen und Behörden schnell verlässliche Informationen. Kanada wollte die Meldungen mit einer neuen Regel vereinheitlichen; vier Tage vor dem Start strich die Aufsicht den Termin. Statt der geplanten neuen Schwelle liefen die Übergangsmeldungen weiter. Entscheidung 2025-225 hatte neue Meldungen und Nachberichte für große Ausfälle ab 4. November 2025 vorgesehen. Das Schreiben vom 31. Oktober setzte die Frist wegen eines Überprüfungsantrags aus; vorläufige Meldepflichten galten weiter. Das technische Schreiben von Oktober 2026 fragt nun erst, wie der automatisierte Einreichungsweg gebaut werden soll.
Die Antragsgegner sind benennbar: Bell Canada, Bragg Communications mit Eastlink, Cogeco, Québecor, Rogers, Saskatchewan Telecommunications und TELUS reichten gemeinsam ein. Telesat stellte später einen eigenen Antrag; die CRTC führte die Verfahren zusammen. In einer Nachfrage vom März hält die Behörde die Schätzung der sieben fest: Mehr als 1000 ihrer Störungen würden unter die neue Schwelle fallen. Das ist ihre Prognose, keine amtliche Zählung eingegangener Berichte.
Die geplante Regel erfasst einen vollständigen Ausfall eines Hauptdienstes von mehr als 30 Minuten mit 600.000 Nutzerminuten oder die Isolation einer Gemeinde. Nach ihrer eigenen Prognose würde die 600.000er-Grenze mehr als 1000 Fälle auslösen; genau darin sehen die sieben die Verwaltungslast. Sie wollen stattdessen erst bei 50.000 betroffenen Nutzern über eine Stunde oder bei 1,8 Millionen Nutzerminuten melden. Die CRTC verlangte firmenspezifische Daten für 2024 und 2025. Die Menge künftiger Berichte ist also strittig, während ihr digitales Postfach noch entworfen wird.
Für dieses Postfach plant die Behörde eine REST-Web-API mit JSON-Daten. Sie fragt mögliche Nutzer nach technischer Eignung, Hindernissen, Dauer von Planung, Entwicklung, Tests und Inbetriebnahme sowie nach Interesse an einer Arbeitsgruppe. Antworten waren bis 23. Oktober fällig. Weder Schema noch Starttag der API stehen in dem Schreiben.
Bis zur neuen Entscheidung laufen die vorläufigen Meldungen. Entscheidend ist nun die Kombination aus Meldeschwelle und verlässlichem Übertragungsweg: Welche Störung muss gemeldet werden, und erreicht die Nachricht ihre Empfänger, wenn das Netz selbst gestört ist?
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