Zusammenfassung

  • Seit dem Start der öffentlichen Betaversion am 22. Juni 2015 waren mehr als 170 Millionen digitale Registereinträge kostenlos über Web und API erreichbar.
  • Die Abschaffung bestimmter Abfragegebühren erleichterte weitere Recherchen; Namenssuche und Nutzungsstudien sollten den Weg zum benötigten Dokument verbessern.

8,7 Millionen Pfund sind eine erstaunliche Jahresbilanz für eine Sammlung kleiner Nachfragen. So viel hatten Nutzer 2013/14 ausgegeben, um Unternehmensinformationen auf der Website von Companies House abzurufen. Wer einen Vorgang verstehen will, braucht häufig mehr als eine Auskunft. Auf den aktuellen Geschäftsführer folgt sein Vorgänger, auf den letzten Abschluss der vorletzte. Die Neugier hat leider keine Einkaufsabteilung.

Die Regierungsmitteilung vom Juli 2014 bezifferte bestimmte Abfragen auf bis zu ein Pfund: etwa zu Bestellungen von Funktionsträgern, Sicherheiten und Dokumentabbildungen einschließlich Jahresabschlüssen. Zugleich kündigte sie an, öffentliche Informationen aus digitalen Kanälen im zweiten Quartal 2015 kostenlos bereitzustellen. Leistungen mit manuellem Aufwand sollten weiterhin eine kostendeckende Gebühr haben.

Damit erhielt ein einfacher Vorgang eine neue Behandlung: eine gespeicherte digitale Information abzurufen. Die einzelne Nachfrage musste sich künftig seltener vor dem Portemonnaie rechtfertigen.

Ein Register wird anschlussfähig

Die öffentliche Betaversion startete am 22. Juni 2015. Sie umfasste mehr als 170 Millionen digitale Einträge, darunter Abschlüsse, eingereichte Unterlagen und Angaben zu Direktoren und Gesellschaftssekretären über die Lebensdauer eines Unternehmens. Eine Gesellschaft produziert viele Aktenstücke. Gerade ihre Folge macht aus einer Namensliste eine brauchbare Recherchequelle.

Zum Webzugang kam eine API, also eine Schnittstelle für Software. Tim Moss beschrieb am selben Tag beide Wege zu den aktualisierten Unternehmensdaten. Entwickler konnten den Zugriff damit in eigene Werkzeuge einbauen. Ein Mensch musste die Website nicht für jeden Arbeitsschritt persönlich aufsuchen und Informationen von Hand weitertragen.

Mike Bracken schilderte im GDS-Beitrag zum Start die Suche nach einem Unternehmensnamen, die zu eingereichten Dokumenten sowie gegenwärtigen und früheren Funktionsträgern führte. Die Informationen waren seit Jahren öffentlich. Die Veränderung lag im praktischen Zugriff: suchen, öffnen, zurückgehen, weiterfragen. Das Register wurde leichter zu einem Bestandteil fremder Arbeitsabläufe.

Das Amt schaut beim Suchen zu

Companies House hatte 2012 ein eigenes Labor für Gebrauchstauglichkeit eingerichtet. Ein Bericht vom März 2015 nennt eine einseitig durchsichtige Scheibe und Platz für 15 Beobachter. Rund 800 Kunden hatten sich zur Teilnahme an Nutzungsstudien bereit erklärt; 60 Kunden aus der Umgebung konnten ins Labor eingeladen werden. Wer die Schaltflächen angeordnet hatte, konnte nun sehen, was andere davon hielten.

Denn auch eine kostenlose Auskunft kann teuer an Zeit werden. Nutzer wählen die falsche Gesellschaft, übersehen ein Dokument oder scheitern beim Abruf. Das Forschungsteam wollte deshalb häufiger Kunden an ihren eigenen Arbeitsplätzen beobachten. Dort traf die Suche auf Unterbrechungen, andere Programme und echte Termine.

Die Reform verband eine Preisentscheidung mit dieser Kleinarbeit. Kostenloser Zugriff erleichterte die nächste Frage. Website und API gaben verschiedenen Nutzern passende Zugänge. Beobachtung half, die verbleibenden Hindernisse zu finden. Die Kasse war geschlossen; der Aktenschrank sollte dafür umso besser aufgehen.