Zusammenfassung

  • Christopher Munz-Michielin schlug 2024 vor, APNICs kleinste IPv6-Zuteilung von /32 auf /36 zu ändern. Für einen neuen kleinen LIR mit /23 IPv4 stieg der modellierte Beitrag durch das kleinste /32-IPv6-Paket von 1.546 auf 2.025 australische Dollar.
  • APNIC zählte damals 650 Konten ohne IPv6-Zuteilung unter 2.776 Empfängern von /23 IPv4 seit 2019. Prop-159 erreichte bei APNIC 58 keinen Konsens und wurde im September 2024 aufgegeben.

IPv6 hat Platz im Überfluss. Die Beitragsordnung kann trotzdem knapp kalkulieren. Munz-Michielins Vorschlag stellte 2024 eine einfache Rechnung auf: Ein nach 2019 gegründeter kleiner LIR mit der maximalen /23-IPv4-Zuteilung käme im damaligen APNIC-Tarif auf 1.546 australische Dollar. Für IPv6 musste er mindestens ein /32 nehmen. Damit stieg der berechnete Betrag auf 2.025 Dollar. Die 479 Dollar Unterschied waren der Preis einer Regelkombination in diesem Beispiel.

Der Autor wollte das Minimum auf /36 senken. Ein solcher Block ist sechzehnmal kleiner als ein /32 und für viele kleine Netze noch immer riesig. Entscheidend war die Gebührenstufe: Das kleinere Startpaket hätte den Beispiel-LIR darunter gehalten. Prop-159 änderte deshalb sowohl die allgemeine Mindestgröße als auch die Bestimmung, nach der Inhaber einer IPv4-Zuteilung IPv6 erhalten können. Die Präfixlänge war hier zugleich eine kaufmännische Entscheidung.

APNICs Folgenabschätzung zählte die Konten statt nur die Adressen. Von 2.776 Inhabern, die seit 2019 ein /23 IPv4 erhalten hatten, bekamen 1.321 zusätzlich ein /48 IPv6 und 805 ein /32; 650 hatten keine IPv6-Zuteilung. Die Statistik erfasst keine Beweggründe der 650. Sie beschreibt aber die Gruppe, für die sich die Frage nach einer Hürde beim ersten IPv6-Antrag lohnt. APNIC rechnete bei einer Annahme des Vorschlags mit Systemänderungen und bis zu drei Monaten für die Umsetzung.

Die offizielle Chronik verzeichnet am 6. September 2024 bei APNIC 58 keinen Konsens. Die Vorsitzenden gaben diese Fassung auf und baten Munz-Michielin, für einen neuen Anlauf die Rückmeldungen der Gemeinschaft einzuarbeiten. Prop-164 späterer Autoren nahm kleinere IPv6-Blöcke wieder auf, nun mit Nibble-Grenzen und sparsamer Reservierung. Das war eine neue Konstruktion, keine nachträgliche Annahme von prop-159.

Die Pointe der 479-Dollar-Rechnung liegt im Übergang zwischen zwei Dokumenten. Eine Richtlinie legt das kleinste Paket fest, eine andere seinen Beitrag. Erst zusammen zeigen sie, was der kleine Betreiber am Eingang zu IPv6 bezahlt.