Zusammenfassung

  • BookCrossing startete im April 2001. Eine Nummer im Buch verbindet jedes einzelne gedruckte Exemplar mit seinem Tagebuch im Web.
  • Die offizielle FAQ erinnert an Neulinge, die bereits registrierte Bücher erneut registrierten. Den überarbeiteten Merksatz datiert sie auf Januar 2010.

Das Buch hatte seine Nummer schon. Sein neuer Leser war gründlich und besorgte ihm noch eine.

So lässt sich eine Panne zusammenfassen, die BookCrossing in seiner eigenen FAQ schildert. Die frühe Anleitung bestand sinngemäß aus Lesen, Registrieren und Freilassen. Manche Neulinge hielten sich daran, nachdem sie ein bereits registriertes Buch gefunden hatten. Das Exemplar bekam eine zweite Identität im Netz. Sein Eselsohr blieb das alte.

Es folgten Korrekturen und Erklärungen. Schließlich änderte sich das Verb. An die Stelle des Registrierens trat das Vorbereiten. Laut FAQ wurde die neue Formel im Januar 2010 offiziell eingeführt. Vorbereitung konnte nun bedeuten, ein neues Exemplar anzumelden oder im vorhandenen Tagebuch weiterzuschreiben. Auch das Etikett sollte geprüft werden. Ein einziges Wort ließ endlich Platz für beide Fälle.

Eine Adresse unter dem Buchdeckel

Der Dienst war im April 2001 gestartet. Seine offizielle Geschichte nennt Ron Hornbaker als Ideengeber sowie Kaori Hornbaker, Bruce Pedersen und Heather Pedersen als Helfer beim Start. Wer ein Buch weitergab, konnte damit eine kleine Geschichte im Web beginnen und später wieder nachsehen.

Die BookCrossing-Kennung, kurz BCID, gehört jeweils zu einem konkreten gedruckten Exemplar. Sie wird ins Buch geschrieben oder auf einem Etikett angebracht. Die Nummer reist mit; das Tagebuch bleibt im Netz. Weitere Leser können dort ihre Begegnung mit genau diesem Buch festhalten.

Schon die ursprüngliche Pressemappe von 2010 beschreibt das Zusammenspiel aus eigener Identität, Onlinearchiv, Tagebüchern und Leseeindrücken. Ein Buch verließ das Regal und behielt einen Platz in der Neugier seines früheren Besitzers.

Die offizielle Anleitung kommt mit bescheidenem Werkzeug aus: Stift oder Etikett genügen für die Kennzeichnung. Ein Finder verwendet die vorhandene Nummer für seinen Eintrag. Nach einer vermerkten Weitergabe können spätere Tagebucheinträge E-Mails an frühere Beteiligte auslösen. Jemand muss den Deckel öffnen, den Hinweis sehen und sich zum Schreiben entschließen. Der schmale Streifen Papier bittet den nächsten Leser darum, die Verbindung weiterzuführen.

Die Anmeldung war schon erledigt

Für die gemeinsame Geschichte musste die Nummer am Exemplar bleiben. Ein weiterer Leser war ein neues Kapitel auf demselben Weg. Eine erneute Registrierung schuf dagegen einen neuen Anfang und ließ den bisherigen Weg unter einer anderen Kennung zurück.

Der alte Merksatz verlieh diesem Fehler eine gewisse amtliche Würde. Registrieren klingt auf einer Website nach einer vernünftigen Pflicht. Wer neu dazukam und die knappe Anleitung ernst nahm, konnte genau damit zusätzliche Reparaturarbeit erzeugen.

Vorbereiten verlangte einen Blick auf das Buch. Kam das Exemplar erstmals ins System oder bloß erstmals in diese Hände? Das Etikett half bei der Entscheidung. So konnte der nächste Eintrag dort landen, wo die bisherigen Erlebnisse bereits warteten.

An dieser frühen Webgeschichte hängen Papier, abgenutzte Kanten und fremde Büchertaschen. Die Teilnehmer übernahmen Transport, Lektüre und Berichte. Die Website musste daraus eine fortlaufende Geschichte machen. Gelegentlich begann die Pflege ihres Gedächtnisses mit einer kleinen sprachlichen Reparatur.

Quellen