Zusammenfassung

  • Der Non-Membership Report aus RFC 1075 erklärte, dass der sendende Router für eine angegebene Multicast-Gruppe keine nachgeordneten Mitglieder hatte; sein Upstream-Nachbar konnte die Übertragung dorthin für die genannte Dauer unterlassen.
  • Die Meldung war weder der Austritt eines Hosts noch ein Beweis, dass die Gruppe im gesamten Internet leer war: lokale Mitgliedschaft, Reverse-Path-Baum, Astreichweite und tatsächliche Zustellung blieben getrennte Tatsachen.
  • Ein NMR Cancel nahm eine passende frühere Negativmeldung zurück; Verfall und Widerruf bestimmten die Aussagekraft.

Ein negatives Signal mit Adresse und Ablaufdatum

RFC 1075 bezeichnete DVMRP 1988 als experimentell und empfahl seine Implementierung damals nicht. Der Entwurf baute Multicast-Weiterleitung aus Rückwegen zur Quelle auf. Sein Problem war nicht, eine Gruppe weltweit für leer zu erklären, sondern überflüssige Kopien zu vermeiden, wenn ein nachgelagerter Weg keine bekannten Empfänger für eine Gruppe hatte.

Der NMR transportierte genau diese begrenzte Information. Für jede angegebene Multicast-Adresse enthielt er eine Hold-Down-Zeit. Der Sender sagte, er habe keine descendant group members; der Empfänger konnte die Datagramme dieser Gruppe während des Intervalls nicht mehr an den Sender weitergeben. „Nachgeordnet“ verortet die Aussage in einer Baumbeziehung. Der Empfänger der Meldung, nicht das gesamte Netz, erhält die mögliche Weiterleitungsfolge. Die Dauer macht die negative Aussage vergänglich.

Ein Ast mit „niemand darunter“ beweist daher nicht, dass kein Host anderswo Mitglied ist, dass keine andere Route Empfänger versorgt, dass die Quelle weiter sendet, dass der Rückweg unverändert blieb oder dass eine Anwendung Daten nutzen konnte. Die Meldung authentisiert keinen Router, erteilt keine Sendebefugnis und bestätigt keine Zustellung. Sie fasst zeitweise zusammen, was ein Router über seine eigene nachgelagerte Seite weiß.

Host-Mitgliedschaft sprach nicht für den ganzen Baum

RFC 1112 markiert die Grenze. Er legt Host-Erweiterungen für IP-Multicast sowie das Beitreten und Verlassen von Host-Gruppen fest, erklärt jedoch die Algorithmen in und zwischen Multicast-Routern zum Gegenstand anderer Dokumente. Eine lokale Mitgliedschaft ist daher nicht automatisch eine Upstream-Anweisung.

Der NMR war kein bloß übersetzter Host-Austritt. Ein Router fasste für seinen vorgelagerten Nachbarn die fehlenden nachgeordneten Mitglieder zusammen. Dieser konnte den Ast bis zum Ablauf unterdrücken. Traf danach ein NMR Cancel ein, widerrief er die entsprechende frühere Meldung; ohne entsprechende Meldung sollte der Cancel für diese Adresse ignoriert werden. Die negative Zustandsbehauptung blieb mit dem Zustand verbunden, den sie zurücknahm.

Die Frist hielt die Einsparung korrigierbar

Die Hold-Down-Zeit versprach nicht, dass später kein Zuhörer auftauchen könne, und fror weder Topologie noch Route ein. Sie begrenzte nur die Zeit, in der der Nachbar aufgrund der Angabe handeln durfte. Eine spätere Aussage „auf diesem Ast kein Verkehr“ braucht weiterhin Quelle, Gruppe, meldenden Router, Interface oder Nachbarn, Baum-/Routing-Epoche, Zeit, Dauer sowie Cancel- oder Ablaufzustand.

Der spätere, nicht identische RFC 4601 trennt bei PIM-SM lokale Mitgliedschaft, Interface-Join/Prune, Nachbarlebendigkeit und Reverse-Path-Zustand. Er macht DVMRP nicht zu PIM. Er ist ein Vergleich dafür, warum Abwesenheitsmeldung, Pfadwahl, Nachbarbeziehung und Zustellergebnis nicht zu einer Tatsache werden, nur weil sie dieselbe Gruppe nennen.

Quellen und Grenzen

RFC 1075 belegt den experimentellen Status, NMR, Frist und Widerruf. RFC 1112 belegt die Host/Router-Grenze; RFC 4601 dient nur als spätere Umfangsvergleich. Die Quellen belegen keine aktuelle Verbreitung, kein benanntes Produkt, keinen Vorfall, keine globale Empfängerabwesenheit, keine Authentisierung, Autorisierung oder Anwendungswirkung.