Zusammenfassung
- EIP behielt den IPv4-Grundkopf bei und tarnte seine Erweiterung gegenüber Altsystemen als unbekannte IP-Option.
- Die 32-Bit-Felder wurden zu lokalen Hostnummern; Netzwerknummern wanderten in eine variable Erweiterung, während Grenzrouter die Übergangsarbeit übernahmen.
RFC 1385 erschien im November 1992 ausdrücklich als Ideenpapier, das mit EIP eine Richtung vorschlug, nicht als bereits eingesetzte Architektur oder angenommener Internetstandard.
Das Versionsfeld blieb nur aus Kompatibilitätsgründen wie bei IPv4 und wurde von EIP-Hosts nicht geprüft. Auch IHL diente der alten Lesart. Die wirkliche Kopflänge ergab sich aus einer eigenen Erweiterungslänge plus 20 Bytes. Dadurch waren bis zu 276 statt der über IHL darstellbaren 60 Bytes möglich.
Quell- und Zieladresse wurden als Hostnummern interpretiert, jeweils nur im eigenen Netz eindeutig. Quell- und Zielnetznummer standen in der variablen Erweiterung. Deren Aufbau ließ RFC 1385 bewusst offen, damit unterschiedliche Adressierungs- und Routingentwürfe Platz fanden.
Die vorgeschlagene feste Kennung lautete 0x8A. EIP-Systeme erkannten sie an ihrer Position. Alte Systeme sollten sie als unbekannte Option übergehen. Im selben Netz konnte die Erweiterung ganz fehlen; unveränderte Subnetzrouter behandelten die Hostnummer während der Übergangszeit weiter wie eine IPv4-Adresse.
Der Aufwand sammelte sich an den Grenzen. Dort ergänzten Router anhand einer Zuordnungstabelle Netzwerknummern zu ausgehenden IPv4-Paketen. Eine Rückübersetzung hielt der Entwurf nicht für nötig, weil ein alter Zielhost die Erweiterung ignorieren sollte. DNS brauchte jedoch einen neuen Datensatztyp für Netzwerknummern.
Der Plan aktualisierte zuerst Backbone, Grenzrouter und DNS, startete die Übersetzung und migrierte danach wichtige Server und übrige Hosts. Subnetzrouter folgten zuletzt. Sobald die wiederverwendeten 32-Bit-Hostnummern nicht mehr weltweit eindeutig waren, musste die Übersetzungsbrücke enden.
Die im RFC beschriebenen Versuche mit 35 Hosts in 30 Ländern zeigten unter den Testbedingungen keinen sichtbaren Leistungsunterschied. Sie bewiesen weder universelle Durchlässigkeit noch Einsatzbreite. RFC 1752 empfahl 1995 128-Bit-SIPP als Basis für IPng. RFC 6814 stufte EIP 2012 formell zurück, bezeichnete es als durch IPv6 abgelöst und setzte RFC 1385 auf Historic.
Quellen
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