Zusammenfassung

  • Eine öffentliche Nachricht vom 28. Februar 2017 meldete die Einigung von Vertretern für Chrome, Edge, Firefox und WebKit auf das erste Binärformat und die JavaScript-API. Nach Ende der Browser Preview durfte standardmäßig ausgeliefert werden; künftige Erweiterungen sollten kompatibel bleiben.
  • Mozilla meldete im November 2017 Unterstützung in vier großen Browserfamilien. Die W3C-Veröffentlichungsgeschichte datiert den ersten öffentlichen Core-Entwurf auf den 15. Februar 2018 und die Empfehlung auf den 5. Dezember 2019.

Der Beschluss brauchte laufende Programme

Die Unterzeichner der Nachricht erklärten nicht, das W3C-Verfahren sei abgeschlossen. Ihr Urteil war technischer: Für weitere Entwurfsarbeit fehlten nun Implementierungserfahrung und erhebliche Nutzung. Die Anfangsversion war hinreichend festgelegt, um sie in Browsern standardmäßig einzuschalten. Vier getrennte Hersteller konnten denselben Codepfad bereitstellen. Damit entstand eine Grundlage für Entwickler, die nicht erst auf den letzten Normstempel warten mussten.

Die Einigung setzte zugleich eine Grenze für spätere Wünsche. Neue Funktionen sollten mit dem Anfangsformat rückwärtskompatibel bleiben. Sobald Websites Module gegen diese Binärform auslieferten, wäre ein beliebiger Bruch keine interne Designänderung mehr, sondern ein Schaden für Anwendungen anderer Leute. Die Community Group traf eine Entscheidung über die Zukunft des Formats, die in ausgelieferter Software wirksam werden sollte.

Die im W3C-Archiv erhaltene Nachricht nennt bereits eine JavaScript-API, die Binärform und einen Referenzinterpreter. Vor dem ersten formalen Arbeitsentwurf gab es also technische Texte und ausführbare Hilfsmittel. Die Gründung einer W3C Working Group und die Spezifikation der Anfangsversion sollten danach folgen. Ein einsatzfähiges MVP und eine fertig verabschiedete Empfehlung waren zwei verschiedene Zustände.

Die Installationen waren schneller als der Plan

Mozilla berichtete am 13. November 2017, Safari und Edge hätten sich zu Firefox und Chrome gesellt. Das ist eine Aussage über vier ausgelieferte Browserprodukte, keine gemessene Reichweite auf jedem Gerät. Für Entwickler machte sie dennoch einen Unterschied: Sie konnten das gleiche Modul auf mehreren vorhandenen Browsern ausprobieren, während die W3C-Dokumente weiter bearbeitet wurden.

Die Working-Group-Charta von 2017 erwartete den ersten öffentlichen Entwurf im vierten Quartal 2017 und die Empfehlung für Version 1 im zweiten Quartal 2018. Die tatsächlichen Publikationsdaten lauten Februar 2018 für den Entwurf, Juli 2019 für einen Candidate-Recommendation-Stand und Dezember 2019 für die Empfehlung. Der Plan wurde verfehlt. Eine einzelne Ursache dafür geben diese Quellen nicht her. Die Daten zeigen aber sauber, dass der Zeitplan des Gremiums den Auslieferungen nicht vorgab, wann sie beginnen durften.

Drei Dokumente für drei Grenzen

Die W3C-Meldung vom Dezember 2019 nennt Core, JavaScript Interface und Web API als drei Empfehlungen. Core beschreibt Maschine und Codeformat, das JavaScript-Dokument die Aufrufe und Werte, die Web API das Laden und Ausführen auf der Plattform. Ein Browser kann Bytes verstehen und trotzdem an den Schnittstellen zur Seite abweichen. Die formalen Texte machten diese Trennlinien prüfbar.

Auch Tests, Implementierungsberichte, öffentliche Diskussion und Zusammenarbeit mit anderen Gruppen standen in der Charta. Die Normungsarbeit war keine reine Zeremonie nach dem Start. Ebenso wenig war die Empfehlung von 2019 der Auslöser für den Start von 2017. Das erste Abkommen machte ein gemeinsames Ziel ausführbar; das spätere Verfahren machte seinen Umfang dauerhaft beschreibbar. Wer beides auf einen einzigen „Standardtag“ zusammendrückt, verliert die technische Geschichte.