Zusammenfassung

  • RFC 1393 verband IPv4-Option 82 mit einer eigenen ICMP-Nachricht, sodass jeder Router Hop, Ausgangsrate und MTU melden konnte.
  • Weniger Sonden am Ursprung bedeuteten Sonderarbeit an jedem Hop; die nie breit eingesetzte Option wurde Historic und soll heute gefiltert werden.

Ein Pfad, der sich selbst protokolliert

Klassisches traceroute nutzt vorhandenes Verhalten: Läuft die TTL ab, sendet ein Router ICMP Time Exceeded. Der Absender wiederholt die Sonde mit TTL 1, 2 und 3. RFC 1393 sah darin ungefähr 2n Pakete, wiederholte Arbeit auf nahen Teilstrecken, mögliche Pfadwechsel zwischen den Sonden und keine direkte Sicht auf den Rückweg.

Typ 82 enthielt eine vom Ursprung gewählte Kennung, Zähler für Hin- und Rückweg sowie dessen IPv4-Adresse. Die Kennung war ausdrücklich nicht das Identification-Feld des IPv4-Headers. Der Hinzähler begann bei null; 0xFFFF im Rückzähler markierte ein ausgehendes Paket.

Jeder unterstützende Router sollte beim Weiterleiten den passenden Zähler erhöhen und eine ICMP-Traceroute-Nachricht an die gespeicherte Adresse senden. Sie enthielt Geschwindigkeit und MTU des Ausgangslinks; ließ sich ein Wert nicht bestimmen, wurde null eingesetzt. Der markierte Datenverkehr selbst sollte denselben Pfad wählen wie ohne Option.

Übernahm das Ziel die Option in seine Antwort und setzte den Rückzähler auf null, konnte auch der Rückweg Berichte erzeugen. Daraus entstand das Versprechen von n+1 statt 2n Paketen. Die Zähler waren jedoch keine TTL: Sie wuchsen nur bei tatsächlich versandtem Bericht. Eine Lücke sagte deshalb nichts Sicheres über die Pfadlänge aus.

Der Preis lag in der Infrastruktur

RFC 1393 nannte die nötige neue Routerfunktion als Nachteil und erörterte Sicherheitsfragen nicht. RFC 7126 beschrieb später die Folge: Sonderverarbeitung und ICMP-Erzeugung an jedem Hop konnten zur CPU-Erschöpfung missbraucht werden.

RFC 6814 hielt fest, dass die experimentelle Option im öffentlichen Internet nie weit verbreitet war, erklärte RFC 1393 für überholt und setzte ihn auf Historic. RFC 7126 sah beim Blockieren keinen betrieblichen oder interoperablen Schaden und empfahl Routern, Sicherheitsgateways und Firewalls, Typ 82 zu verwerfen.

Nicht die Pfadmessung verschwand. Erfolgreich blieb die Methode, die auf bereits vorhandenem Fehlerverhalten aufbaute; die neue, durchgehend erforderliche Berichtsfunktion erreichte keine tragfähige Einführung.

Quellen