Zusammenfassung

  • Terry Mandersons prop-038 stellte zwei Fragen an einen delegierten Reverse-DNS-Server: Liefert er einen gültigen SOA-Eintrag für die Zone, und ist seine Antwort mit dem AA-Bit als autoritativ gekennzeichnet?
  • APNIC 22 bezeichnete die Änderung als redaktionell und nahm sie im Konsens an. Sie trat am 1. Januar 2007 in Kraft; eine Entfernung setzt anhaltenden Fehler und Kontaktversuche voraus.

Der Inhaber eines Adressblocks stellt die Nameserver für seine Reverse-Zone bereit. APNIC delegiert dorthin, betreibt aber weder die Server noch die Zonendatei des Inhabers. Ein kaputter Server kann deshalb Nachfragen weit über das eigene Netz hinaus verzögern. APNIC hatte schon eine Regel zur Entfernung fehlerhafter Delegationen. Terry Manderson legte in prop-038 vom 7. August 2006 fest, was vor diesem Schritt zu prüfen ist: eine UDP-Abfrage nach dem SOA der Zone, eine gültige Antwort und das AA-Bit als Nachweis der Autorität.

Der Vorschlag schloss den Vergleich der SOA-Seriennummern zwischen Nameservern ausdrücklich aus. Zwei Kopien der Zone können auseinanderlaufen und diesen engen Test dennoch bestehen. Für eine Entfernung aus der übergeordneten Zone verlangte der Text die Bestätigung des Fehlers und angemessene Versuche, die zuständigen Kontakte zu erreichen. Wieder freischalten durfte die Delegation nur ein berechtigter Ressourceninhaber. Ein ausgebliebenes Paket allein löste keine Streichung aus.

Im Protokoll des APNIC-22-Policy-SIG heißt die Änderung „redaktionell“. Fragen sind nicht verzeichnet; der Vorsitzende stellte Konsens fest. Das Entfernungsrecht bestand bereits. Die neue Formulierung bestimmte jedoch, welcher technische Befund den Weg zu seiner Anwendung öffnet. Die offizielle Chronik nennt den Final Call, die Zustimmung des Executive Council am 15. Dezember 2006 und die Umsetzung am 1. Januar 2007.

Laut APNICs veröffentlichter Testbeschreibung werden erfolglose Prüfungen über 15 Tage wiederholt, bevor der Server als fehlerhaft gilt. Das heute veröffentlichte Verfahren sieht E-Mail- und Telefonversuche sowie mindestens 45 Tage anhaltenden Fehler ab der ersten Feststellung vor. Danach entzieht eine administrative Sperrmarkierung die Delegation; der Inhaber kann die Markierung im normalen Whois-Verfahren entfernen. Diese Fristen beschreiben die aktuelle Betriebspraxis. prop-038 änderte den Fehlerbegriff.

Wie viele Delegationen wegen prop-038 historisch entfernt wurden, steht in diesen Quellen nicht. Ein datiertes APNIC-Maßnahmenprotokoll würde die Häufigkeit klären. Die geteilte Zuständigkeit ist dokumentiert: Der Inhaber hält den Server am Laufen, APNIC entscheidet über den Zeiger in der Elternzone.

Identitätsgrundlage des Porträts: namentlich zugeordnetes IETF-Foto von Terry Manderson.