Zusammenfassung

  • RFC 6298 aktualisiert RTTVAR mit dem alten SRTT, bevor dieselbe RTT-Messung in SRTT eingeht.
  • Das RTO verbindet geglätteten Mittelwert, Taktgranularität und die vierfache Streuung; anschließend gilt eine Untergrenze von einer Sekunde.

Zwei Gedächtnisse aus einer Messung

Die erste Messung R setzt SRTT auf R und RTTVAR auf R/2. Daraus entsteht RTO = SRTT + max(G, 4*RTTVAR), wobei G die Granularität der Uhr bezeichnet.

Ein späteres R' überschreibt die Vergangenheit nicht. Ein Viertel der neuen Abweichung fließt in RTTVAR ein, aber nur ein Achtel der Messung in SRTT. Die Streuung kann daher schneller reagieren als der Mittelwert.

Erst die Abweichung, dann die neue Normalität

Zunächst muss |SRTT-R'| mit dem noch unveränderten SRTT berechnet werden. Erst nachdem RTTVAR diesen Abstand aufgenommen hat, wird SRTT in Richtung R' verschoben.

Bei umgekehrter Reihenfolge läge der Mittelwert schon näher an der Beobachtung, bevor ihr Abstand gemessen wird. Die Stichprobe würde ihre eigene Überraschung abschwächen. Damit ist die Reihenfolge keine Stilfrage des Codes, sondern Bestandteil des standardisierten Schätzers.

Grenzen des Werts und der Aussage

Fällt das berechnete RTO unter eine Sekunde, sollte es auf eine Sekunde angehoben werden. Eine Obergrenze ist zulässig, muss jedoch mindestens 60 Sekunden betragen. Beide Klammern ersetzen die Schätzung nicht.

RFC 6298 zählt keine heutigen Implementierungen und verspricht keine optimale Konstante für jeden Pfad. Auch Karns Regel bleibt getrennt: Sie entscheidet, ob eine RTT-Messung verwendet werden darf; hier geht es um die Wirkung einer bereits zugelassenen Messung.

Quellen