Summary
- Eine Regionalstelle des Indian Health Service berichtete von mehr als 80 Stunden, in denen sie einen Stamm bei Beantragung und Überwachung eines Zuschusses von 8.000 Dollar unterstützte. Nach dessen Bewilligung kamen weitere Verwaltungsstunden hinzu. Der GAO bezifferte deren Lohnkosten nicht.
- In einem anderen Projekt in Utah waren zwei Häuser, die Nichtmitgliedern gehörten und an Stammesmitglieder vermietet waren, nach IHS-Auslegung ausgeschlossen. Ein Regionalbeamter erwartete für die Beschaffung anderer Bundesmittel höhere Verwaltungskosten als Baukosten für diese Anschlüsse.
- Der Kongress kann den gesetzlichen Kreis förderfähiger Häuser definieren und eine begrenzte Ausnahme erlauben, wenn der Verwaltungsumweg voraussichtlich teurer wird als der ausgeschlossene Anschluss.
Das Formular endet nicht dort, wo das Rohr weiterläuft
Der Bericht des Government Accountability Office vom September 2026 enthält eine Zahl, die keine Bauleistung misst: mehr als 80 Stunden Hilfe für einen Zuschuss von 8.000 Dollar. Mitarbeiter einer IHS-Regionalstelle halfen einem Stamm beim Antrag und bei der Überwachung. Nach der Auszahlung unterstützten sie auch die Abrechnung. Einen Dollarwert dieser Arbeitszeit nennt der Bericht nicht; aus einem einzelnen Fall entsteht auch kein landesweiter Durchschnitt. Er zeigt dennoch, wie viel Fachzeit ein kleiner Finanzierungsspalt binden kann.
Das Indian Sanitation Facilities Act erlaubt dem IHS, grundlegende Versorgung für „Indian homes, communities, and lands“ zu bauen, definiert den Ausdruck jedoch nicht. Das Amt hat ihn so ausgelegt, dass nur Kosten für berechtigte indigene Personen aus regulären Mitteln gedeckt werden. Ein Stammesmitglied kann in einem Haus wohnen, das einem Ehepartner oder Großelternteil ohne Stammesmitgliedschaft gehört; dessen Anschluss kann ausgeschlossen sein. Auch einige stammesgeführte Mietobjekte und bestehende Gemeinschaftsbauten fallen unter Beschränkungen. Technisch ist es ein zusammenhängendes Wasserprojekt.
Haushaltsrechtlich wird jeder Abschnitt erneut geprüft.
Der Fall in Utah ist vom 8.000-Dollar-Zuschuss zu trennen. Dort wohnten Stammesmitglieder in zwei Häusern, die Nichtmitgliedern gehörten. Ein IHS-Regionalbeamter hielt es für wahrscheinlich, dass die Beschaffung und Verwaltung eines anderen Bundesbeitrags mehr kosten würden als der bauliche Anschluss. Die Stelle hatte schon Beiträge von lediglich 800 Dollar beschaffen müssen. Bei anderen Projekten kann die Rechnung umgekehrt ausfallen, etwa wenn viele Häuser ausgeschlossen sind oder abgelegene Bauarbeiten sehr teuer werden. Ein Vergleich muss an der jeweiligen Baustelle geführt werden.
Die Obergrenze stammt noch aus dem Jahr 1985
Für bestehende Gemeinschaftsgebäude wie Versammlungshäuser oder Head-Start-Schulen sind reguläre IHS-Mittel meist nicht zugänglich. Ein Sondertopf kann unter engen Voraussetzungen einen zusätzlichen Anschluss bis 10.000 Dollar bezahlen. Diese Grenze blieb seit 1985 unverändert. Inflationsbereinigt wären damalige 10.000 Dollar laut GAO im Haushaltsjahr 2025 ungefähr 30.000 Dollar wert. Von etwa 800 IHS-finanzierten Wasserprojekten in den Haushaltsjahren 2023 und 2024 nutzten nur zwei diesen Sonderweg für bestehende Gemeinschaftsbauten.
Stammesvertreter erklärten, das Limit reiche unter ihren Bedingungen nicht einmal für grundlegende Infrastruktur.
Die Umweltbehörde EPA und das Landwirtschaftsministerium können zum Teil Grundstückskosten übernehmen, die das IHS nicht deckt. Ihre Anträge, Vereinbarungen und Abrechnungen sind allerdings verschieden. Ein Stammesgesundheitsverbund in Alaska schätzte für seine Projekte fast 100.000 Dollar zusätzliche Verwaltungskosten pro Vorhaben, wenn Mittel ohne standardisiertes Behördenabkommen mit dem IHS eingesetzt wurden; bei EPA-Mitteln mit solchem Abkommen waren es etwa 15.000 Dollar. Das sind Schätzungen des Verbunds, kein bundesweiter Mittelwert. Sie geben dem oft beschworenen Begriff „Zusammenarbeit“ einen überprüfbaren Preis.
Im November 2025 bezifferte das IHS den noch nötigen Aufwand für sicheren Wasserzugang aller Stammesgemeinschaften auf 6 Milliarden Dollar. Diese Gesamtschätzung ist nicht mit dem Zuschussfall zu addieren. Sie macht vielmehr die Frage dringlicher, was qualifizierte Fachkräfte leisten könnten, wenn sie weniger Zeit auf der Suche nach kleinen ergänzenden Förderungen verbrächten.
Der GAO schlägt dem Kongress vor, die im Gesetz genannten Häuser und Gemeinschaftsbauten näher zu bestimmen. Zudem soll er das IHS nach Beratung mit den Stämmen ermächtigen, ausgeschlossene Anschlüsse in engen Fällen selbst zu finanzieren, wenn der Verwaltungsaufwand für andere Mittel voraussichtlich höher wäre als der Bau. Auch das Sonderlimit für Gemeinschaftsbauten soll neu bewertet werden. Für eine dauerhafte Ausweitung braucht das Amt eine klare gesetzliche Grundlage.
Der Bericht behandelt außerdem eine andere gesetzliche Sperre: IHS-Wassermittel dürfen bestimmte neue Häuser nicht bedienen, die mit Zuschüssen des Wohnungsbauministeriums gebaut wurden. Das Ministerium hatte die Stämme dazu konsultiert, ihnen aber nicht mitgeteilt, wie ihre Eingaben berücksichtigt wurden oder was aus ihnen folgte. Das IHS veröffentlichte einen eigenen Bericht; das Wohnungsbauministerium hatte nach eigenen Angaben noch keine politische Entscheidung getroffen. Ein Gespräch ohne Rückmeldung ersetzt keine rechenschaftspflichtige Entscheidung.
Sources
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