Zusammenfassung
- Simbabwes Vernetzung der 1990er-Jahre bestand aus Systemen für verschiedene Nutzer: ZimNets X.25-Datennetz, E-Mail für Hochschulen und Fachbereiche über Südafrika sowie frühes kommerzielles TCP/IP.
- Ein Netzwerkname oder ein internationales Gateway bedeutete keinen dauerhaften Zugang für alle. 1992 konnte Hochschul-E-Mail etwa einen Tag unterwegs sein, weil Datenanrufe nur außerhalb der Bürozeiten möglich waren; 1995 beschrieb ein kommerzieller Betreiber seine PPP-Verbindung nach Johannesburg weiterhin als Einwahl ohne Dauerbetrieb.
Der Anruf musste bis nach Büroschluss warten
Im August 1992 beschrieb ein Netzbetreiber der Rhodes University zwei Wege, über die E-Mail die University of Zimbabwe erreichte: Fidonet und eine UUCP-Einwahl zu einem Rechner im Computerzentrum der Universität. Die Telefonleitung gehörte zu einem Büro und stand für Datenanrufe nur außerhalb der üblichen Arbeitszeit zur Verfügung. Die Laufzeit der Nachrichten betrug etwa 24 Stunden. Eine Nachricht konnte die Grenze überqueren, ohne dass ihr Absender dauerhaft mit dem Internet verbunden war. Der Austausch ist im NSRC-Archiv zeitgenössischer Netzkorrespondenz erhalten.
Ein einzelnes Jahr als Zeitpunkt des „ersten Internetzugangs“ würde diese Unterschiede verdecken. E-Mail, ein nationales Datennetz, ein Gateway im Ausland und ein kommerzieller IP-Dienst konnten zu verschiedenen Zeiten und für verschiedene Nutzer bestehen.
Nationales X.25 neben Hochschul-E-Mail
Ein Bericht von 1996 mit Beiträgen der University of Zimbabwe zufolge führte die Posts and Telecommunications Corporation 1990 ZimNet als X.25-Paketvermittlungsnetz ein. Banken, Bau- und Wohnungsfinanzierer sowie andere Finanzunternehmen nutzten es landesweit. Der Bericht bezeichnet ZimNet jedoch nicht als Internet-Backbone. 1991 erhielt die Universität über das UNINET-Gateway in Grahamstown in Südafrika eine Internetverbindung; 1992 kam mit MANGO über ESANet, das ost- und südafrikanische Netz, ein weiterer Host hinzu. Der Bericht der National Academies behandelt diese Dienste als getrennte Systeme.
Eine Nachricht vom Oktober 1990 zeigt, dass die Hochschulverbindung damals noch geplant wurde. F. F. Jacot Guillarmod von Rhodes schrieb, John Sheppard von der Universität sei nach Grahamstown gekommen, um eine E-Mail-Verbindung vorzubereiten. Vorgesehen war ein 386-Rechner mit Xenix. Das belegt die Planung, nicht den laufenden Betrieb. Im folgenden Jahr nannte der .zw-Domainantrag die Universität als Verwalterin; Sheppards Mailadresse führte zunächst noch über einen Rhodes-Rechner und sollte später zu zimbix.uz.zw wechseln. Namensverwaltung und Mailerreichbarkeit entwickelten sich parallel zum Netzzugang.
Getrennte Nutzergruppen, gemeinsamer Mailtransport
MANGO war nicht einfach ein anderer Name für den Internetanschluss der Universität. Jim Holland beschrieb den Dienst im Mai 1995 als freiwillige E-Mail-Organisation für Einzelpersonen und Gruppen, nicht für geschäftliche Kommunikation. HealthNet für Fachkräfte des öffentlichen Gesundheitswesens und ESAnet für Wissenschaftler waren getrennte Fidonet-Systeme an der Universität; ihre Nachrichten liefen über Mango. Eine Netzliste vom Oktober 1995 hielt fest, dass diese Knoten auf ihre jeweiligen Bereiche beschränkt waren, während Data Control kommerzielles TCP/IP über PPP anbot.
Hier bestanden Trennung und Zusammenarbeit zugleich: Die Gruppen hatten eigene Aufgaben und Zugangsregeln, teilten aber teilweise den Transport ihrer Nachrichten. Belegt sind Mailrouten zwischen Systemen, nicht ein gemeinsamer Vertrag oder eine interaktive Interneterfahrung für alle.
Auch der kommerzielle Weg war noch eine Einwahl
Im Februar 1995 schrieb ein Betreiber von Data Control, die PPP-Verbindung nach Johannesburg sei eine Einwahl und nicht dauerhaft aktiv; die meisten E-Mails und News kämen weiterhin über UUCP. Eine zweidrähtige Mietleitung mit 9.600 bit/s war für später im Monat vorgesehen. Die Nachricht bestätigt nicht, dass sie planmäßig installiert wurde. Der Webzugang blieb durch die Bandbreite begrenzt und experimentell. Ein zeitgenössischer Artikel über Netze und Forschung in Simbabwe weist ebenfalls auf die hohen Gebühren für ZimNets X.25-Daten hin.
Der Hochschulbericht von 1996 sagt, dass es zwar ein kommerzielles Internet-Gateway gab, dieses für die meisten Wissenschaftler aber zu teuer war. Die Universität hoffte weiterhin, bis Ende 1995 ein eigenes Gateway zu erhalten. „Im Land verfügbar“ und „für ein Hochschuldepartement bezahlbar“ waren verschiedene Bedingungen.
Die praktische Grenze bestimmte mehr als das Protokoll: Wer bezahlte den internationalen Abschnitt? Wann durfte das Telefon für Datenanrufe genutzt werden? Speicherten Systeme Nachrichten zwischen oder boten sie interaktives IP? Wer durfte einem Fachnetz beitreten, und wer konnte hohe Datentarife tragen? Simbabwes frühe Vernetzung war ein Flickenteppich, weil unterschiedliche Wege auf verschiedene Bedürfnisse und Kosten reagierten. Die Quellen nennen weder den Zeitpunkt, an dem diese Beschränkungen verschwanden, noch ein Datum, an dem daraus ein breit zugängliches Netz wurde.
Quellen
- Netzwerkgeschichte der University of Zimbabwe, National Academies Press (1996)
- Planung der UUCP-Verbindung, Oktober 1990, NSRC-Archiv
- Zwei Hochschul-Mailwege und etwa 24 Stunden Laufzeit, August 1992, NSRC-Archiv
- MANGO, HealthNet und ESAnet, Mai 1995, NSRC-Archiv
- MANGO und kommerzielles TCP/IP, Oktober 1995, NSRC-Archiv
- Data Controls PPP-Einwahl, Februar 1995, NSRC-Archiv
- Netze und CD-ROM in Simbabwe, Januar 1995
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