Summary

  • Remco van Mook und Marco Hogewoning verfassten RIPE 2010-06. Ein LIR konnte IPv6-Zuweisungen an Endnutzer einzeln registrieren oder in einem inet6num-Objekt mit AGGREGATED-BY-LIR und assignment-size zusammenfassen. Zuweisungen größer als /48 mussten separat erscheinen.
  • Für eine Prüfung oder den Antrag auf weitere Adressen musste das LIR die tatsächliche Zahl der Zuweisungen belegen, damit RIPE NCC die HD-Ratio verifizieren konnte. Die Gemeinschaft nahm den Vorschlag am 3. Februar 2011 an; bis zum 15. Februar meldete RIPE NCC die Umsetzung in Datenbank und Abläufen.

Eine öffentliche Karte, ein internes Zählwerk

Die vorherige IPv6-Regel verlangte Angaben zu Endnutzer-Zuweisungen in einer Datenbank, die für regionale Registries erreichbar war. Welche Datenbank? Welche Angaben? Darauf gab der Wortlaut keine saubere Antwort. Für ein LIR mit vielen Breitbandanschlüssen konnte aus einer Registrierpflicht eine Sammlung widersprüchlicher Erwartungen werden. Die angenommene Fassung von 2010-06 ersetzte diese Unschärfe durch konkrete Felder und eine konkrete Nachweispflicht.

RIPE-513 zeigt ein Rechenbeispiel: 1.000 Endnutzer erhalten jeweils /56; ein /46-Pool wird mit status: AGGREGATED-BY-LIR und assignment-size: 56 eingetragen. Im öffentlichen Register sind Bereich und Stückgröße sichtbar. Das LIR zählt in seinen eigenen Systemen, wie viele Stücke tatsächlich vergeben wurden. Die tausend Anschlüsse illustrieren die Methode. Die betriebliche Zahl, die später eine Prüfung tragen soll, entsteht im Netz des jeweiligen Anbieters.

Die veröffentlichte Regel in RIPE-512 erlaubt weiterhin einzelne Einträge. Wer zusammenfasst, muss bei Audit oder zusätzlichem Zuteilungsantrag Statistiken vorlegen, anhand derer RIPE NCC die HD-Ratio berechnen und überprüfen kann. Eine Zuweisung an eine Organisation, die größer als /48 ist, braucht ein eigenes Objekt mit ASSIGNED. Das Register spart Zeilen; seine Funktion als Nachweis für eine knappe Entscheidung bleibt erhalten.

Auch die Sammelkarte verrät etwas. Das Feld assignment-size legt die Größenordnung von Kundenanschlüssen offen. Die Autoren des Vorschlags nannten ausdrücklich Sicherheits- und Geschäftsrisiken dieser Veröffentlichung. Ein Aggregat schützt vor der öffentlichen Liste jedes einzelnen Anschlusses, lässt aber den Zuschnitt des Pools erkennen. Die Frage lautet also, welcher Detailgrad für die Aufgabe des Registers nötig ist. Das ist eine wesentlich praktischere Frage als ein allgemeiner Ruf nach Transparenz.

Der RIPE-Vorschlag wurde am 3. Februar 2011 angenommen. RIPE-513 erschien am 7. Februar; eine Mitteilung von RIPE NCC bestätigte am 15. Februar die Umsetzung in Datenbank und nötigen Verfahren. Zwei unscheinbare Feldnamen entschieden, wie viel vom Kundenkreis eines Netzes öffentlich wird und welche Zahlen der Netzbetreiber auf Nachfrage liefern muss.

RIPE-Originale