Zusammenfassung

  • Die technische Arbeitsgruppe entschied sich im Februar 2013 zunächst für Freitext und vertagte die Überarbeitung eines wenig auffälligen Einstiegslinks.
  • Im April konnten Besucher ohne Konto Hinweise geben. Einige Leser meldeten daraufhin ein weiteres Problem: den schwer auffindbaren Knopf.

Der Knopf war unten rechts. Er fiel kaum auf. Und die Leute, die darüber entschieden, wussten das.

Im Protokoll der technischen Arbeitsgruppe von OpenStreetMap vom 11. Februar 2013 steht die Frage nach einem besseren Platz ausdrücklich auf der Tagesordnung. Man sprach über Alternativen, einigte sich aber darauf, den Einstieg vorerst zu belassen und nach der Einführung erneut anzusehen. Eine größere Überarbeitung der Oberfläche hätte die neue Funktion aufhalten können.

So erhielt die Einladung zur Mitarbeit zunächst einen Sitzplatz am Rand.

Ein Satz mit erstaunlich langer Sitzung

Die neue Funktion hieß Notes. Wer einen Fehler kannte, sollte ihn beschreiben können, ohne zuvor das Bearbeiten der Karte zu lernen. Für die Erklärung dieses einfachen Vorgangs nahm sich die Gruppe erstaunlich viel Zeit: Das Thema beginnt im Gespräch gegen 18.45 Uhr, die Einigung folgt um 19.17 Uhr.

Der Hinweis sollte erklären, dass andere Kartierende die Angaben sehen und damit die Karte verbessern würden. Dazu gehörten ein genau gesetzter Marker und eine brauchbare Beschreibung. Eine Weltkarte lässt sich offenbar auch an einem einzelnen Satz weiterbauen.

Hinter der Formulierung stand eine handfeste Arbeitsteilung. Jemand kannte den Ort. Jemand anderes musste aus dessen Nachricht herauslesen, was dort zu prüfen war. Der Punkt auf der Karte beantwortete die Frage nach dem Wo. Für das Was brauchte es Wörter.

Leicht absenden, aufwendig bearbeiten

Bereits in einer Mail an die Entwicklungsliste vom November 2012 hatte ein Teilnehmer mehr Pflichtangaben verlangt. Seiner Ansicht nach waren diejenigen knapp, die eingehende Hinweise tatsächlich abarbeiteten. Er betrachtete das Formular vom anderen Ende der Leitung.

In der Februarsitzung wog die Gruppe diese Belastung gegen die Hürden für Neulinge ab. Zunächst sollte Freitext genügen; nach der Einführung wollte man erneut darüber sprechen. Außerdem bestand Einigkeit, dass anonyme Nutzer Hinweise nicht schließen können sollten. Ein Problem melden und dessen Bearbeitung für beendet erklären bekamen unterschiedliche Bedingungen.

Dann suchten die Leser den Eingang

Die Ankündigung vom 29. April 2013 nannte praktische Anlässe: ein umbenanntes Geschäft, einen fehlenden Weg, veränderte Straßen. Zum Anlegen eines Hinweises oder Kommentieren brauchte man kein Konto. Angemeldete Nutzer konnten eigene Beiträge verfolgen und E-Mails bei Statusänderungen erhalten.

Ortskundige Kartierende konnten den Angaben nachgehen und anschließend die Karte ändern. Die Ankündigung verwies auf das bereits vorhandene OpenStreetBugs. Mit Notes kam eine solche Meldemöglichkeit auf die Hauptseite, dorthin, wo Menschen die Karte ohnehin ansahen.

Ein Leser schrieb unter dem Beitrag, bisher keine Zeit zum Erlernen des Editors gefunden zu haben, aber mehrere Probleme zu kennen. Für genau solche Kenntnisse entstand der kurze Weg. Andere Kommentare vom 30. April und 1. Mai berichteten jedoch von Schwierigkeiten, den Zugang überhaupt zu finden. Ein Vorschlag lautete, ihn neben der Bearbeitungsfunktion unterzubringen.

Die im Februar vertagte Frage war wieder da, diesmal mit Publikum. Notes machte aus Ortswissen eine Nachricht samt Kartenpunkt. An deren anderem Ende mussten Menschen lesen, nachfragen, nachsehen und ändern. Der kleine Knopf konnte Arbeit hereinlassen. Er brauchte dafür zunächst etwas mehr Aufmerksamkeit.