Zusammenfassung
- Ofcom ordnete am 28. September den Rückzug eines landesweiten Openreach-Angebots an, das neue Glasfaserkunden über einen Großhandelsrabatt gewinnen sollte.
- Andere Angebote, darunter ein kleinerer regionaler Nachlass, durften bleiben. Der Prüfstein war die Marge eines effizienten Konkurrenznetzes nach Zahlung für Rohre und Masten.
In einer Straße können zwei Glasfasernetze liegen. Den nächsten Anschluss verkauft nur eines. Ofcom hat in seiner Entscheidung vom September genau diesen Wettbewerb um neue Kunden betrachtet. Openreach musste das landesweite „Incremental New to Openreach Customer Offer“ zurückziehen. Andere gemeldete FTTP- und Ethernet-Angebote blieben. Die Behörde verglich den Großhandelspreis der Glasfaser mit den Kosten, die ein Wettbewerber für den Zugang zu Openreachs physischer Infrastruktur tragen muss.
Das förmliche Dokument beschreibt die Rechnung eines neuen Netzes: zuerst bauen, danach genug Kunden gewinnen, um die Investition zu tragen. Openreach besitzt weiterhin beträchtliche Marktmacht. Es kann den Preis für die Kunden senken, die Konkurrenznetze besonders dringend brauchen, ohne die übrigen Preise anzutasten. Nach Einschätzung von Ofcom hätte ein angemessen effizientes Netz bei einer Gegenofferte seine Kosten möglicherweise nicht mehr decken können. Die landesweiten Gebühren waren deshalb nicht fair und angemessen; der Rabatt wurde untersagt.
Ein regionales Angebot für Gebiete mit einem weiteren großen Netz erhielt dagegen grünes Licht. Der Nachlass war geringer, und Ofcom hielt den langfristigen Wettbewerbsnachteil unter den konkreten Bedingungen für nicht ausreichend plausibel. Auch andere Glasfaseranreize, Ethernet-Angebote und die Equinox-Erweiterung wurden nicht gestoppt. Der Zugangsrahmen 2026–2031 verlangt bei mengenabhängigen Bedingungen 120 Tage Vorlauf; geografische Nachlässe können eine Genehmigung benötigen. Die Regulierungsbehörde zieht die Grenze anhand von Zielgruppe, Höhe und Kostenabstand.
Für ein alternatives Netz ist die offene Rohrtrasse nur der Anfang. Ohne genügend Haushalte fließen die Baukosten nicht zurück. Ein dominanter Großhändler kann den gefährdeten Teil des Kundenstroms mit einem präzisen Rabatt treffen. Ofcom hat hier eine solche Preisliste gestoppt und gleichzeitig Raum für kleinere Preiswettbewerbe gelassen.
Wie viele Anschlüsse nach der Entscheidung tatsächlich wechselten, steht in den veröffentlichten Unterlagen noch nicht. Effektive Preise, Neuaufträge und die Kundenzahlen alternativer Netze werden zeigen, ob die geschützte Marge im Markt ankommt. Eine offene Rohrleitung trägt nur dann Wettbewerb, wenn dessen Rechnung aufgeht.
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