Zusammenfassung

  • Ofgem nennt ElectraLinks EMPRIS in seiner Konsultation vom 12. Oktober als derzeit bevorzugte Grundlage für ein zentrales Register verteilter Energieanlagen.
  • Bei Governance und Vertrauen erhält der Vorschlag amber. Die Lizenzpflichten für Bereitstellung, Leistung und Berichte sollen bei den Verteilnetzbetreibern (DNOs) liegen; ElectraLink würde den Dienst betreiben.
  • Das Register ist noch nicht eingerichtet und die Auswahl nicht endgültig. Stellungnahmen sind bis zum 7. Dezember möglich; Ofgem erwartet die Entscheidung im Frühjahr 2027.

Ein zentrales Anlagenregister schafft erst dann einen verlässlichen Überblick, wenn feststeht, wer jeden Datensatz pflegt, Fehler berichtigt und dafür einsteht. Genau diese Frage begleitet Ofgems Vorschlag für ein Central Asset Register (CAR) im britischen Energiesystem.

Informationen über kleine Solaranlagen, Heimspeicher und weitere dezentrale Energieressourcen liegen heute in unterschiedlichen Verfahren und Systemen. Ofgem zufolge erschwert diese Fragmentierung bessere Planungs-, Betriebs- und Politikentscheidungen. Das Register soll Anlagen unter 1 MW erfassen; besonderes Gewicht liegt auf Einheiten unter 50 kW, deren Sichtbarkeit derzeit am geringsten ist.

Die Konsultation vergleicht zwei vorhandene Plattformen. Elexon würde auf FMAR aufbauen, einer noch in Entwicklung befindlichen Registrierung für Flexibilitätsmärkte. ElectraLink würde EMPRIS erweitern, eine bereits betriebene Plattform für Datenmanagement und Analyse. Ofgem hält EMPRIS für lieferbereiter und vertraut den Annahmen zu Umsetzung und Kosten stärker. Das ist eine vorläufige Präferenz, keine endgültige Vergabe.

Die frühere Konsultation hatte eine breite Zustimmung zu zentraler Koordination gezeigt, aber keine Betreiberwahl entschieden. Von 31 Antwortenden zur Frage nach dem Handlungsbedarf stimmten 25 zu und sechs teilweise. 23 der 29 Antwortenden mit einer Lieferpräferenz favorisierten einen zentralen Ansatz; elf nannten Elexon, sieben ElectraLink und einer beide.

ElectraLink ist ein gewinnorientiertes Unternehmen, das vollständig den DNOs gehört. Den Data Transfer Service betreibt es seit mehr als 25 Jahren. Ein CAR wäre dennoch eine neue Aufgabe. Ofgem bewertet den Vorschlag bei Lieferung, Technik, Wirtschaftlichkeit und Stakeholder-Koordination mit grün, bei Interoperabilität mit amber/green und bei Governance und Vertrauen mit amber.

Eine vorgeschlagene Lizenzbedingung würde den DNOs Pflichten zu Bereitstellung, Leistung, Finanzierung und Berichterstattung auferlegen. ElectraLink soll den Dienst über eine Vereinbarung mehrerer Parteien erbringen. Da der Betreiber selbst nach diesem Modell nicht direkt reguliert würde, bliebe die Rechenschaft laut Ofgem indirekt an die Lizenzen der Netzbetreiber gebunden. Die Behörde sieht kein klares Hindernis, bittet aber um Rückmeldungen zu Aufsicht und Absicherung.

Die Anfangsschätzungen der Anbieter liegen bei 7,2 Millionen Pfund für Elexon und 11,5 Millionen für ElectraLink. In Ofgems zentralem illustrativem Sensitivitätsszenario steigen die Summen auf 21,6 beziehungsweise 17,2 Millionen. Diese Werte testen die Belastbarkeit des Vergleichs; sie sind keine Prognosen tatsächlicher Mehrkosten.

Die Konsultation endet am 7. Dezember. Bis zur erwarteten Entscheidung im Frühjahr 2027 sollte klarer werden, ob Ofgem einen Datensatz vom Eingang beim DNO über Abgleich und Berichtigung bis zur Nutzung nachverfolgen kann.

Quellen