Zusammenfassung

  • Ofcom will ein einziges 25-MHz-Los in einer Runde mit verdeckten Geboten vergeben; der Mindestpreis beträgt 5 Millionen Pfund.
  • Normalerweise zahlt der Gewinner das zweithöchste gültige Gebot. Bei Gleichstand an der Spitze zahlt der ausgeloste Gewinner den gemeinsamen Höchstbetrag.

Drei Gebote, drei mögliche Rechnungen.

Nehmen wir hypothetische gültige Gebote über 8, 6 und 5 Millionen Pfund. Das 8-Millionen-Gebot gewinnt, gezahlt werden aber 6 Millionen. Gibt es nur ein gültiges Gebot über 8 Millionen, greift der Mindestpreis von 5 Millionen. Teilen sich zwei Gebote über 8 Millionen die Spitze, lost Ofcom den Gewinner aus und verlangt 8 Millionen. „Zweitpreisauktion“ beschreibt den ersten Fall und verschweigt den dritten.

Diese Abzweigung steht im Zentrum der am 30. Oktober 2026 veröffentlichten Ofcom-Unterlagen. Die Frequenzen 1492–1517 MHz werden als ein 25-MHz-Los in einer einzigen verdeckten Runde vergeben. Der Mindestpreis liegt bei 5 Millionen Pfund. Bei einem eindeutigen Höchstgebot zahlt der Gewinner das zweithöchste gültige Gebot; ohne ein weiteres gültiges Gebot gilt der Mindestpreis. Gleiche gültige Höchstgebote führen zur Auslosung, und der Preis entspricht dem gemeinsamen Höchstwert.

Ein Gleichstand erzeugt keinen niedrigeren Preis. Das höchste verlorene Gebot entspricht bereits dem höchsten gewinnenden Gebot. Der finale Verordnungsentwurf von Ofcom sieht deshalb vor, dass der ausgeloste Gewinner diesen Betrag zahlt. Die Auslosung entscheidet, wer die Lizenz erhält, nicht welche Preisstufe gilt.

„Zweitpreis“ ist somit eine bedingte Regel und kein allgemeines Rabattversprechen. Investitionsausschüsse müssen den eindeutigen Sieg und den Gleichstand an der Spitze getrennt kalkulieren. Erreichen zwei Betreiber dieselbe genehmigte Obergrenze, kann der Gewinner genau diese Obergrenze zahlen.

Die Auktion hat noch nicht stattgefunden. Ofcom veröffentlichte den finalen Entwurf der Auktionsverordnung am 30. Oktober und wollte ihn im November erlassen. Bei einem Widerspruch hat die Verordnung Vorrang vor dem Informationsmemorandum. Bewerbungen wurden ab Mitte Januar 2027 erwartet, frühestens ab dem 14. Januar; die Vergabe sollte vor Ende Februar abgeschlossen sein. Das sind Planungen.

Nach der Vergabe will Ofcom Gewinner, Preis, Verlierer und Gebote veröffentlichen. Damit lässt sich nachvollziehen, welcher Preiszweig den Zuschlag bestimmte. Bewerberzahl und tatsächliche Gebote sind noch unbekannt; Nachfrage und Gleichstandswahrscheinlichkeit lassen sich nicht beziffern.

Quellen: Ofcom-Auktionsseite; Informationsmemorandum; Stellungnahme zum finalen Entwurf der Auktionsverordnung.