Zusammenfassung

  • Ofcom diskutiert einen Maßstab, nach dem 90 Prozent der Nutzungssituationen einen festgelegten Qualitätswert erreichen; jede britische Nation liegt derzeit bei 70 bis 80 Prozent.
  • Der Wert zeigt die Qualität dort, wo eine Messung möglich ist. Funklöcher müssen auf derselben öffentlichen Übersicht erscheinen, damit sie nicht schon vor dem Test verschwinden.

Ein Funkloch erhält in der Messreihe oft keine schlechte Note. Es taucht gar nicht auf. Ofcoms 90-Prozent-Ziel muss deshalb mit der Frage beginnen, wer überhaupt auf dem Testbogen steht.

In seinem Diskussionspapier vom Juni setzt die Regulierungsbehörde einen Maßstab für „gute Leistung“ an: mindestens 5 Mbit/s im Download, mindestens 1,5 Mbit/s im Upload und höchstens 50 Millisekunden Latenz. Im Alltag heißt das: Neun von zehn Verbindungen sollen gewöhnliche digitale Aufgaben schaffen – ein Gespräch halten, eine Seite laden, eine Karte öffnen, ohne den Nutzer an der Kreuzung allein zu lassen.

Ofcoms erste Übersicht ordnet jede Nation des Vereinigten Königreichs zwischen 70 und 80 Prozent ein, wenn die Daten der Mobilfunknetze zusammengeführt werden. Das Messfenster umfasst die zwölf Monate bis zum 30. April 2026. Bis zum 90-Prozent-Ziel fehlen mindestens zehn Punkte; ein klarer Test macht den Fortschritt messbar.

Der Maßstab zählt reale Nutzungssituationen. Crowdsourcing-Messungen spiegeln Orte wider, an denen Menschen ihre Geräte nutzen: zu Hause, bei der Arbeit und unterwegs. Ofcom veröffentlicht neben dem nationalen Wert Aufschlüsselungen nach Postleitzahlbezirken und Regionen. Hat irgendein Netz in einem Postleitzahlbezirk weniger als 100 Leistungsmessungen, zeigt Ofcom für alle Netze dort den Wert des größeren Postleitzahlgebiets. Kleine Stichproben führen damit zu einem größeren Maßstab; Funklöcher bleiben eine eigene Messlücke. Die Kernfrage bleibt einfach: Hat die Verbindung funktioniert, als jemand sie brauchte?

Dann tritt die Stichprobengrenze auf. Ofcom erklärt, dass Crowdsourcing-Daten Orte ohne Abdeckung nicht erfassen, an denen kein Verbindungsversuch möglich ist. Eine schwache Verbindung kann einen schlechten Messwert liefern. Ein Funkloch liefert womöglich gar keinen. Qualität und Abdeckung gehören beide in dieselbe öffentliche Debatte.

Der Unterschied beeinflusst die Mittelverteilung. Ein Betreiber kann den nationalen Erfahrungswert anheben, indem er stark genutzte Orte verbessert, an denen viele Tests stattfinden. Ein Dorf ohne Dienst erzeugt möglicherweise keinen Test und damit kein Gewicht in diesem Wert. Die Postleitzahlkarten machen Unterschiede sichtbar, doch zu jedem Score gehören Messzahl, geografische Verteilung und die Orte, an denen der Test nicht beginnen konnte.

Ofcom bezeichnet das Papier auf seiner Statusseite als Diskussionspapier und kündigt eine Aktualisierung für Anfang 2027 an. Damit bleibt Zeit, aus einer einprägsamen Ambition ein brauchbares Steuerungsinstrument zu machen. Die Behörde kann vier Werte nebeneinander veröffentlichen: den Anteil bestandener Nutzungssituationen, die Zahl der Messungen, den Anteil der Orte ohne mögliche Messung und die Entwicklung aller Werte über die Zeit.

Das wäre ein besseres Zeugnis als ein heroisch gedrucktes „90 Prozent“. Der Wert belohnt weiterhin Verbesserungen; die Begleitdaten zeigen, ob sie Menschen mit viel Netznutzung und Orte erreichen, die in Messverläufen kaum vorkommen. Das Netz wird in einer Landschaft gebaut und in einzelnen Sitzungen erlebt. Die Bewertung muss beides sehen.

Quellen