Zusammenfassung
- Bereits zugelassene Geräte bleiben bis zum 31. Dezember 2031 erfasst; ab dem 1. Januar 2032 ist ihre Nutzung nicht mehr zugelassen.
- Ofcom verlängerte die letzte Frist nach Einwänden zweier Verbände um ein Jahr, hielt aber am Stopp neuer Zulassungen zum 31. Januar 2027 fest.
Ein Jahr Aufschub, dann läuft die Frist ab
Ein Mann-über-Bord-Sender ist klein und hat eine große Aufgabe: den Standort eines Menschen zu melden, wenn Sekunden zählen. Ofcom lässt das alte AIS-Modell auf britischen Schiffsfunklizenzen ein weiteres Jahr zu. Die bisherige Frist endete am 31. Dezember 2030. Nun gilt der 31. Dezember 2031. Ab dem 1. Januar 2032 ist die Nutzung nicht mehr zugelassen.
Der Zeitplan hat zwei Stichtage; nur einer hat sich bewegt. Ab dem 31. Januar 2027 genehmigt Ofcom keine neue Nutzung alter MOB-AIS-Geräte. Bereits zugelassene Geräte dürfen bis Ende 2031 auf den Lizenzen stehen. Danach sollen Lizenznehmer moderne Class-M-Geräte mit digitalem Selektivruf (DSC) einsetzen.
Der Vorschlag vom März hätte bestehende Zulassungen zum 31. Dezember 2030 beendet. Die Cruising Association forderte eine fünfjährige Auslaufphase bis 2032 und verwies darauf, dass Geräte von Freizeitbooten bis zu zehn Jahre halten können. Die UK Chamber of Shipping nannte den ursprünglichen Zeitplan wirtschaftlich zu aggressiv und verlangte für Phase zwei den 31. Dezember 2031. Flotten kauften und ersetzten Ausrüstung nach eigenen Wartungszyklen, argumentierte sie. Ofcom übernahm dieses Datum. Die Stellungnahmen verschoben das Ende der bestehenden Nutzung; der Stopp neuer Zulassungen blieb unverändert.
Das ist relevant, weil die alten AIS-Sender Kanäle nutzen, die der Sicherheit und Navigation dienen. Ofcom zufolge senden sie auf AIS1 und AIS2 ohne DSC, erfüllen den Class-M-Standard nicht und sind keine geeigneten Nutzer von AIS-Kanälen für die Navigationssicherheit. Der Ausstieg soll das Risiko von Störungen sicherheitsrelevanter Übertragungen senken. Die Regel entscheidet, wer diese Kanäle belegen darf; sie bewertet nicht den früheren Nutzen eines einzelnen Geräts.
Ofcom rechnet mit 200 bis 400 Pfund für ein Class-M-konformes Gerät. Alte Geräte würden üblicherweise nach rund fünf Jahren, nach einem Notfalleinsatz oder bei fehlendem Selbsttest ersetzt. Die Kammer beschreibt einen anderen Beschaffungsrhythmus: Flotten kaufen Sicherheitsausrüstung in Mengen und tauschen sie zu Inspektionen sowie Batterie- oder hydrostatischen Wartungsterminen. Für die eine Seite ist das ein normaler Ersatzzyklus, für die andere eine Frist, die ein noch funktionierendes Gerät vorzeitig zum gebundenen Kapital macht.
Die öffentliche Entscheidung nennt weder die Zahl alter Geräte noch die Zahl betroffener Lizenznehmer. Ofcom erwartet Auswirkungen auf nur einen kleinen Teil der Ship-Radio- und Ship-Portable-Radio-Lizenznehmer. Die genannten 521 AIS-Lizenzen und 64 Suppliers-and-Demonstration-Lizenzen betreffen andere Lizenzänderungen; sie zählen keine MOB-AIS-Geräte. Erst dieser Nenner würde zeigen, ob „kleiner Teil“ einige Sonderfälle oder eine breite Austauschwelle bedeutet.
Der nächste Kontrollpunkt liegt in der Verwaltung. Ofcom plant eine General Notice im November 2026, danach acht Wochen für Stellungnahmen und endgültige Lizenzänderungen spätestens im Februar 2027. Jede betroffene Ship-Radio-Lizenz soll ein Ablaufdatum für die Gerätegenehmigung erhalten. Der Kalender steht; die Lizenzänderung macht ihn wirksam.
Für Eigner, Flottenmanager und Lieferanten zählt jetzt, ob ein bestimmtes Gerät zugelassen ist, wann die Zulassung endet und ob ein Class-M-Ersatz zum Einsatz des Schiffs passt. Ein Datum ist schnell gedruckt. Geräte einzeln auszutauschen ist die Arbeit danach.
Offizielle Quellen
- Ofcom: Review of UK Maritime Spectrum Licences — statement
- Ofcom: Final statement, 23 October 2026 (PDF)
- Ofcom: March 2026 consultation (PDF)
- Ofcom: The Cruising Association response (PDF)
- Ofcom: UK Chamber of Shipping response (PDF)
- Ofcom: Draft Ship Radio and Ship Portable Radio licence updates (PDF)
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