Zusammenfassung

  • Ofcoms endgültige Entscheidung vom 27. Oktober beendet KCOMs Pflicht, neue regulierte Dark-Fibre-Leitungen in Hull bereitzustellen. Für berechtigte Bestandsleitungen gilt eine Übergangsfrist von drei statt der zunächst vorgeschlagenen fünf Jahre.
  • Die Preise dieser Leitungen bleiben während der gesamten Frist an einen Vergleichsmaßstab gebunden. Automatische jährliche Preisberichte entfallen; Ofcom kann Daten bei Bedarf anfordern.

Dark Fibre ist eine Glasfaserleitung, die der Kunde mit eigener Technik in Betrieb nimmt. Für den nächsten Käufer in Hull entfällt nun der Anspruch, dass KCOM ein solches Produkt reguliert anbieten muss. Leitungen, die zwischen dem 1. November 2021 und dem 31. Oktober 2026 gekauft wurden, fallen hingegen drei Jahre unter eine Übergangspflicht. Im Konsultationsentwurf standen fünf Jahre. Die vorhandenen Anschlüsse werden durch den Beschluss nicht sofort abgeschaltet; der gesetzliche Anspruch für neue Bestellungen endet.

Ofcom begründet den Schritt mit äußerst geringer Nutzung des regulierten Produkts. Wie viele KCOM-Leitungen es im März 2026 genau waren, ist in der öffentlichen Fassung geschwärzt. KCOM hielt fünf Jahre für zu lang. MS3 wollte ebenfalls drei Jahre, jedoch Preisvergleiche nur für die ersten zwei. Ofcom übernahm die dreijährige Frist und behielt den Preismaßstab bis zu ihrem Ende. Ein Bestandskunde erhält damit Zeit und eine Preisregel; ein Neukunde muss anders verhandeln.

Als Ersatz nennt die Behörde regulierte aktive Mietleitungen, die KCOM weiter anbieten muss, sowie den neuen Zugang zu Rohren und Masten für konkurrierende Netzbetreiber. KCOM darf Dark Fibre weiterhin kommerziell verkaufen. Ofcom erklärt aber, künftige Anträge auf ein reguliertes Dark-Fibre-Produkt wegen dieser Alternativen nicht für angemessen zu halten. Eine freiwillige Offerte ist keine Lieferpflicht.

Mehr Gebäude können inzwischen ein anderes Netz erreichen. Im Januar 2026 hatten 80 bis 89 Prozent der Gebäude in Hull mindestens eine alternative Glasfaser-Vollversorgung. Im März hielt KCOM dennoch rund 71 bis 80 Prozent der Anschlüsse im Vorleistungsmarkt für lokalen Zugang. Erreichbarkeit und tatsächlich genutzter Anschluss haben verschiedene Nenner. Wer eine Leitung zwischen zwei bestimmten Standorten braucht, kann sie nicht allein anhand einer Flächenquote ersetzen.

Auch die regelmäßige Beobachtung ändert sich. KCOM muss Ofcom nicht mehr jährlich automatisch Preisberichte über Mietleitungen schicken. Die Behörde verweist auf ihre Befugnis nach Abschnitt 135 des Gesetzes, dieselben Angaben gezielt anzufordern. Aus einem festen Datenrhythmus wird eine behördlich ausgelöste Nachfrage. Ob das genügt, zeigen tatsächliche Ersatzangebote, Preise und Migrationen.

Amtliche Quellen