Summary

  • NIHERST meldete eine Einwahlverbindung per UUCP zu UPR2 in Puerto Rico für E-Mail und FTP-Dateien; die Abteilungen und das Institute of Marine Affairs (IMA) nutzten den Knoten in der Zentrale.
  • Die Telefonkosten des IMA wurden laut NIHERST ohne Aufschlag nach dem Mailvolumen umgelegt; der Bericht nennt weder Gesamtrechnung noch Geschwindigkeit oder Nachrichtenzahl.

Eine Verbindung kann an einem Ende international sein und am anderen auf einer sehr lokalen Anordnung beruhen. In einer vom Network Startup Resource Center (NSRC) archivierten Aktualisierung vom 31. Dezember 1996 beschrieb das National Institute of Higher Education, Research, Science and Technology in Trinidad und Tobago (NIHERST) eine UUCP-Einwahlverbindung zu UPR2 in Puerto Rico. Sie diente dem E-Mail-Austausch und dem Herunterladen von Dateien per FTP.

Die institutionelle Grenze der Route endete nicht am Modem für den Auslandsruf: NIHERST-Abteilungen und ein weiteres Forschungsinstitut erreichten den Dienst über einen Knoten in der Zentrale. [S1]

Das Institute of Marine Affairs (IMA) hatte an seinem Standort anfangs keine internationale Direktwahl. Deshalb, so NIHERST, griff das IMA über NIHERST und UPR2 auf das Internet zu. Die internen Abteilungen — darunter Chemie, Dokumentationszentrum und das Büro des Vizepräsidenten — wählten sich beim Knoten der Zentrale ein, um E-Mails zu senden und abzuholen. Der Bericht erklärt weder das Kürzel SOL noch den genauen lokalen Wählplan. Er belegt ein gemeinsam genutztes Gateway, aber keine vollständige Karte aller Telefonverbindungen. [S1]

Die Abrechnungsregel ist ungewöhnlich konkret. NIHERST erklärte, die Kosten beim IMA „ohne Gewinn“ und ausschließlich nach dem Volumen der über den Knoten gesendeten und empfangenen E-Mails einzuziehen. Damit sollten lokale Telefonkosten für das Hoch- und Herunterladen der Nachrichten zu UPR2 gedeckt werden. Das ist eine volumenbasierte Umlage von Telefonkosten. Es ist kein Beleg für einen Internetpreis pro Byte und kein vollständiges Kostenmodell: Der Bericht nennt weder die Zahl der Nachrichten noch Gesprächsdauer, lokale Tarife oder Monatsbetrag. [S1]

Die Geräteliste deutet auf ein verteiltes System mit bescheidener Ausstattung, sagt aber nichts über den tatsächlichen Durchsatz. Für die Zentrale nannte NIHERST einen Rechner der 486-Klasse mit 14,4-Modem, für die Chemieabteilung einen 386 mit 14,4-Modem, für das Vizepräsidentenbüro einen 286 mit 14,4-Modem, für das Dokumentationszentrum einen 486 mit 9600-Modem und für das IMA einen 486 mit 28,8-Modem. Das sind Angaben zu Endgeräten. Die Quelle sagt nicht, welches Modem welche Verbindung aushandelte, ob die internationale Strecke dieselbe Hardware nutzte oder wie viele E-Mails übertragen wurden.

Aus dieser Liste lässt sich die Geschwindigkeit der UUCP-Verbindung nach Puerto Rico nicht ableiten. [S1]

Eine weitere NIHERST-Aktualisierung vom 23. Dezember 1996 bietet einen breiteren, ebenfalls von einer Auskunftsperson geprägten Kontext. Sie nennt mehrere Anbieter, die TSTT-Dienste nutzten, und berichtet, viele akademische und Forschungseinrichtungen hätten keinen Internetzugang oder nur eine einfache Einwahl bei einem Anbieter. Nach Einschätzung der Korrespondentin benötigten diese Einrichtungen damals keine vollständige Standleitung.

Das ist keine Erhebung und widerspricht nicht der konkreten UUCP-Route von NIHERST: „Anschluss“ umfasste unterschiedliche Dienstmodelle, und der Bedarf einer Einrichtung bestimmte nicht automatisch ihre externe Reichweite. [S2]

Ein Jahr zuvor erreichte eine Messung aus Großbritannien den TSTT-Nameserver über SprintLink und verzeichnete in dieser Ping-Stichprobe 25 Prozent Paketverlust. Sie zeigt, dass ein einzelner öffentlicher Host am 1. September 1995 von einem Standort aus erreichbar war. Sie beschreibt weder NIHERSTs spätere Mailverbindung noch die Dienstqualität im ganzen Land oder einen interaktiven Internetzugang an Forschungseinrichtungen. Ein erreichbarer Provider-Host und der speichernde, weiterleitende E-Mail-Dienst eines Instituts waren verschiedene Beobachtungen, keine austauschbaren Messwerte für „Internetzugang“. [S3]

Die erhaltenen Belege tragen daher nur eine begrenzte Chronologie: Ende 1996 meldete NIHERST eine E-Mail- und Dateiverbindung nach Puerto Rico; interne Abteilungen und das IMA nutzten den Knoten der Zentrale; und die lokalen Telefonkosten des IMA wurden nach Mailvolumen umgelegt. Nicht belegt sind der Startzeitpunkt, der Anruftakt, die Gesamtkosten oder der Zeitpunkt, zu dem das IMA internationale Direktwahl erhielt. Es handelt sich um eine zeitgenössische institutionelle Auskunft im Archiv, nicht um ein Audit oder eine landesweite Nutzungsbefragung.

Quellen: NSRC-Archivindex für Trinidad und Tobago; NIHERST-Verbindungsbericht, 31. Dezember 1996; Netzwerkbericht zu Trinidad und Tobago, 23. Dezember 1996; Traceroute und Ping aus Großbritannien zu TSTT, 1. September 1995; Neue IP-Hosts in Trinidad und Tobago, 1. September 1995; Heng Lus Note 65 (nur redaktioneller Rahmen).