Zusammenfassung

  • Frühe Maildienste nutzten regelmäßige Verbindungen; das bedeutete keinen dauerhaften Internetzugang für alle Abonnenten.
  • Die belastbarste Chronologie trennt wissenschaftliche Mail, kommerziellen Store-and-Forward-Mailverkehr und Mercantiles internationale Online-Leitung von 1995.

„Das Internet kam 1993 nach Nepal“ klingt wie ein einzelner Stichtag. Aufschlussreicher ist, was Einrichtungen damals tatsächlich austauschen konnten und wie oft sich das Netz verbinden musste, damit es funktionierte.

Der zuerst beschriebene Dienst war E-Mail für Wissenschaftler. Eine spätere Studie der Nepal Telecommunications Authority und ein Fachaufsatz von 2002 verorten RONAST, die Royal Nepal Academy of Science and Technology, an einer regelmäßigen Telefonverbindung zu ERNET am IIT Bombay. Übertragen wurden Nachrichten; eine dauerhaft offene Leitung für alle Nutzer Nepals war das nicht. Der Aufsatz von 2002 beschreibt schlechte Qualität und hohe Kosten der internationalen Telefonate und berichtet, dass das Projekt endete. Die Mail überschritt die Grenze, doch der Telefonweg blieb periodisch und teuer.

Das Anfangsjahr ist nicht einheitlich überliefert. Der Aufsatz von 2002 und die NTA-Studie nennen 1993. S. Rajbhandari, Mitgründer von Mercantile, erinnert sich in einem späteren, von NAST bewahrten Vortrag an einen Beginn des experimentellen RONAST-Maildienstes 1994 über einen Upstream in Neu-Delhi. Die Berichte können verschiedene Phasen meinen oder einander widersprechen. Sie rechtfertigen weder eine stillschweigend ausgewählte Jahreszahl noch das Zusammenziehen der Wege zu einer Leitung.

Kommerzielle E-Mail folgte einem anderen Betriebsmodell. Montgomerys Darstellung sagt, Mercantile Office Systems habe nach dem Ende des RONAST-ERNET-Projekts die Technik übernommen und 1994 den ersten kommerziellen E-Mail-Dienst mit Verbindung nach Australien eingerichtet. Der Server verband sich mehrmals täglich zum Nachrichtenaustausch; die Kunden waren überwiegend internationale Organisationen. Das war ein nutzbarer Kommunikationsdienst, aber kein dauerhaft interaktiver Zugang zum globalen Netz. Nutzer gaben ihre Nachrichten an ein lokales System ab und warteten auf den nächsten Austausch mit dem Upstream.

Eine ITU-Fallstudie von 1999 setzt eine weitere Marke: Mitte Juli 1995 wurde Mercantile Nepals erster ISP, als das Unternehmen über den nationalen Telefonanbieter Nepal Telecommunications Corporation eine internationale Online-Leitung zu Singapore Telecom schaltete. Auch die NTA-Studie unterscheidet kommerzielle E-Mail im Juni 1994 vom Internetdienst im Juli 1995. Diese Trennung ist präziser als ein einziges Datum der „Ankunft“: E-Mail nutzte bereits Internet-Technik, doch die kommerzielle, dauerhaft online geschaltete internationale IP-Verbindung kam später.

Ein Vortragender von Mercantile beschreibt den vollständigen Internetzugang nochmals als späteren Schritt; seine Rückschau weicht in Einzelheiten von der ITU-Chronologie ab.

Weitere Anbieter vergrößerten die Auswahl, ohne die Meilensteine austauschbar zu machen. Montgomery datiert World Links günstigeren E-Mail-Dienst über Kanada auf 1995. Laut ITU folgten WorldLink und Computerland als ISPs etwa ein Jahr nach Mercantiles Online-Verbindung. Batch-Mail und ein neuer Anbieter für Live-IP sind verschiedene Ereignisse.

Der Dienst beruhte auf einer Kette aus lokaler Telefonleitung, internationalem Upstream, entferntem Mailserver und einem späteren Zustellzyklus. Die Quellen enthalten keine Queue-Protokolle, vollständigen Zeitpläne, Tarife, Paketmitschnitte oder Verfügbarkeitsmessungen. Sie zeigen trotzdem einen stufenweisen Ausbau statt eines nationalen Schalters: begrenzter wissenschaftlicher Austausch, bezahlte Mail und schließlich ein dauerhaft verbundener kommerzieller Gateway. Die wirksame Grenze des Systems lag dort, wo Betreiber eine Verbindung betreiben und finanzieren konnten.

Quellen